Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 23.06.2004

Presseerklärung

Neben dem Schuldgeständnis für das begangene Verbrechen in Srebrenica erwarten wir von Dragan Cavic auch konkrete Schritte – die Verhaftung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic

Die Gesellschaft für bedrohte Völker begrüsst, dass der Präsident der Republika Srpska, Dragan Cavic, in seiner Aussage an die Öffentlichkeit anlässlich des Berichtes der Kommission über Srebrenica das Verbrechen, welches im Namen des serbischen Volkes in Srebrenica begangen wurde, anerkant hat. 

“Es tut uns leid, dass dieses Geständnis unter Druck des Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown und nicht durch den eigenen Willen gekommen ist”, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina, “da wir wissen, dass nur einen Tag früher das gesamte politische Establishment der Republika Srpska mit Dragan Cavic an der Spitze das Zurückziehen der Klage, die der Staat Bosnien und Herzegowina gegen den Staat Serbien und Montenegro wegen des begangenen Genozid und Aggression eingereicht hat, forderte”.

Für Tausende der überlebenden Opfer des Srebrenica-Massakers, die schon neun volle Jahre beständig nach den verstreuten Gebeinen ihrer Liebsten suchen, wird ein unverbindliches Schuldgeständnis ohne konkrete Schritte – die Verhaftung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic – keine Erleichterung bringen.  

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 18.06.2004

Pesseerklärung

20. Juni – Tag der Flüchtlinge

Neun Jahre nach der Unterzeichnung des Dayton-Friedensabkommens haben es 1.200.000 Vertriebener nicht geschafft, in ihre Häuser zurückzukehren 

Anlässlich des 20.Juni – Tages der Flüchtlinge weist die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina auf die Tatsache hin, dass von den insgesamt 2.200.000 Vertriebener 1.200.000 Personen, was 40 % der Gesamtbevölkerung Bosnien und Herzegowinas ausmacht, bis heute nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten.

Von den Vertretern der Internationalen Gemeinschaft fordern wir, mehr politischen Willen und ein effektiveres Engagement hinsichtlich der Frage der Rückkehr aller Vertriebenen und umgesiedelten Personen in ihre eigenen Heime zu zeigen, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina. 

Von den europäischen Staaten erwarten wir, dass sie auf den benachbarten Staat Kroatien Druck ausüben, damit dieser die Rückkehr der geflüchteten und vertriebenen Serben, welche im Moment auf dem Gebiet der Republika Srpska leben, zulässt. Von den SFOR- und EUPM-Truppen fordern wir die Sicherstellung effektiven Schutzes für die Rückkehrer von extremistischen Angriffen wie auch, dass sie endlich abschliessen, was sie schon jahrelang nur ankündigen – die Verhaftung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic.   

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 11.05.2004

Presseerklärung

Protest wegen des Verbotes der Bezeichnung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic als Kriegsverbrecher – an den Rat für die Presse Bosnien-Herzegowina

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete sehr scharfen Protest an den Rat für die Presse Bosnien-Herzegowinas wegen des Verbotes der Bezeichnung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic als Kriegsverbrecher. Wir befinden es als zynisch, dass der erwähnte Rat auf der Verwendung der Bezeichnung “für Kriegsverbrechen Verdächtigter” insistiert, wenn wir doch wissen, dass das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen mit dem Sitz in Den Haag gegen die Verantwortlichen für die grössten Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg, die Massenmörder Radovan Karadzic und Ratko Mladic, nicht nur Klage gegen sie erhoben sondern auch einen internationalen Fahndungsbefehl nach ihnen ausgestellt hat, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass Karadzic und Mladic verantwortlich sind für die Tötung von über 200.000 unschuldigen Zivilisten, für Massenvertreibungen, Deportationen, die Gefangenschaft in Konzentrationslagern, Massenvergewaltigungen, Massenexekutionen, zerstörte Städte und abgebrannte Dörfer.      

Die Gesellschaft für bedrohte Völker sieht es als unerträglich an, dass der Rat für die Presse Bosnien-Herzegowinas den überlebenden Genozid-Opfern verbietet, die Verantwortlichen für den Genozid bei ihrem Namen zu nennen – als Kriegsverbrecher. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 19.04.2004

Presseerklärung

Radislav Krstiæ begnadigt und von der Verantwortung für das Massaker in Srebrenica freigesprochen

Anlässlich des Urteils des Einspruchrates des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen in Den Haag im Fall Radislav Krstic[1], der vom Einspruchsrat zu 35 Jahren Haft “verurteilt” wurde, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina einen sehr scharfen Protest an das Tribunal in Den Haag und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gerichtet, welcher dieses Gericht für Kriegsverbrechen etabliert hat, um die Gerechtigkeit zufriedenzustellen und auf diese Weise zumindest teilweise die Leiden der Tausenden überlebender Genozidopfer zu lindern.

“Wir haben erwartet, dass der Einspruchsrat nach der Beschwerde von Radislav Krstic gegen das Urteil von 46 Jahren Freiheitsentzug (verurteilt wegen Genozid-verbrechen in Srebrenica, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Veletzung des Kriegsgesetze und –bräuche, Terror an Zivilisten - bosnischen Muslimen)  das vorher ausgesprochene Urteil bestätigen oder ein neues Urteil – lebenslange Haft aussprechen würde. Statt dessen hat der Einspruchsrat des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen nicht nur die für Radislav Krstic verhängte Freiheitsstrafe um 11 Jahre gesenkt, sondern ihn auch von der Verantwortung für die Tötung von über 10.000 Srebrenica-Männern freigesprochen und ihm nur die Rolle des Helfers und Mittäters zugesprochen, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Mit diesem skandalösen Urteil wurden die Opfer des grössten Verbrechens seit Ende des Zweiten Weltkrieges, welcher sich im Juli 1995 in Srebrenica unter der Fahne der Vereinten Nationen ereignete, zum zweiten Mal verraten. Vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erwarten wir, im Rahmen seiner Möglichkeiten hinsichtlich dieses Urteils zu handeln und auf diese Weise dem Gericht, welches gegründet wurde, um die Gerechtigkeit zufrieden zu stellen, seine Glaubwürdigkeit zurück zu geben.”


[1] Gegen General Radislav Krstic wurde am 2.November 1998 Anklage für Genozid, welcher von serbischen Truppen im Juli 1995 in Srebrenica ausgeführt wurde, erhoben. Der General Radislav Krstic war Kommandeur und Befehlshaber des Drina-Korps der Armee der bosnischen Serben.
Im Juni 1995 wurde er befördert zum General-Major, und im Januar 1998 zum General-Oberstleutnant.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 08.04.2004

Presseerklärung

Anlässlich der Kennzeichnung des 8.April – Internationaler Tag der Roma:

70 % der Roma können ihre physische Existenz nicht ohne Sozialhilfe sichern, 90 % der Roma haben kein Anrecht auf kostenlosen Krankenschutz

Vom 8. bis zum 12.April 1971 wurde in London der erste Kongress der Roma abgehalten, an dem Vertreter der Roma-Gemeinschaften aus 14 Ländern der Welt teilgenommen hatten. Zum ersten Mal wurden gemeinsame Interessen der Roma aus der ganzen Welt wie die Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf die eigene Sprache, Kultur und Tradition, der Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus wie auch der Statuserhalt der nationalen Minderheit präsentiert.  Verabschiedet wurde auch die Deklaration über Rechte der Roma, welche nicht nur in Bosnien und Herzegowina nicht angewendet wird sondern auch nicht in Gesellschaften, welche sich als pluralistisch und demokratisch bezeichnen.

Die Lage der Roma in Bosnien und Herzegowina war niemals beneidenswert, mit dem Ausbruch des Krieges wurde sie jedoch bedeutend verschlechtert. Aufgrund der Untersuchungen, welche die Gesellschaft für bedrohte Völker kontinuierlich vor Ort ausführt, können wir mit Sicherheit behaupten, dass an den Roma alle Formen der Menschenrechte, angefangen vom Recht auf Leben bishin zum Recht, etwas über die eigenen Rechte zu wissen, verletzt werden, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina, und fügte hinzu, dass es sehr besorgniserregend ist, dass 70 % der Roma ihre physische Existenz nicht ohne Sozialhilfe sichern können, dass 90 % der Roma kein Anrecht auf den kostenlosen Krankenschutz haben, dass nur eine sehr kleine Zahl von Roma eine Beschäftigung oder eine ständige Einnahmequelle hat wie auch dass die Mehrheit der Roma-Kinder nicht die Schule besucht.    

“Jede Zivilisation wird danach gemessen, wie sie sich  den eigenen Minderheiten gegenüber verhält“

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S a r a j e v o , 31.03.2004

Presseerklärung

Protest wegen der schandhaft niedrigen Strafe für Miroslav Deronjiæ für die begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Der Ruf der Opfer nach Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit wurde verraten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete wegen der schandhaft niedrigen Strafe von 10 Jahren Freiheitsentzug, welche seitens des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen in Den Haag gegen Miroslav Deronjic für Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesprochen wurde,  sehr scharfen Protest an diese Institution.

“Die Tatsache, dass Miroslav Deronjiæ gestanden hat, er habe als Mitglied des Karadzic-Establishments Massenmorde, Massenvertreibungen, Deportationen der Zivilbevölkerung wie auch Verfolgung auf religiöser und nationaler Grundlage, Folterung und Erniedrigung unschuldiger Menschen begangen, hat bei Tausenden der überlebenden Srebrenica-Opfer und der Familien der Ermordeten die Hoffnung geweckt, dass mit dem Aussprechen der entsprechenden Strafe für diesen Massenmörder die Gerechtigkeit zufriedengestellt und ihre Leiden gelindert werden. Mit dem Aussprechen der schandhaft niedrigen Strafe von 10 Jahren für Miroslav Deronjiæ hat das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen die Opfer und ihre Hoffnung in die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit, welche ihnen im Jahre 1993 der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen durch die Gründung des Tribunals feierlich versprochen hat, verraten, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass sie von der Anklage fordert, Einspruch gegen dieses Urteil zu erheben, um so die in Frage gekommene Glaubwürdigkeit des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen in Den Haag wieder zurück zu erlangen. 

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S a r a j e v o , 19.03.2004

Presseerklärung

Die schärfste Verurteilung der Brandstiftung an der serbisch-orthodoxen Kirche in Cipuljic bei Bugojno

Die Täter müssen verhaftet und sanktioniert werden

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina spricht einen Protest und die schärfste Verurteilung der Branstiftung am Dach der wiederaufgebauten serbisch-orthodoxen Kirche “Rodjenje presvete Bogorodice” (Die Geburt der allheiligen Gottesmutter) aus, welche sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der mehrheitlich serbisch besiedelten Siedlung Cipuljic bei Bugojno[1] ereignete.    

Es ist unerträglich zu sehen, dass sich das Anzünden von Gotteshäusern wie auch das Verbreiten des nationalistischen und religiösen Fanatismus auch noch heute, neun Jahre nach der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens fortsetzt. Die Verantwortlichen für diese schandhafte Tat haben sich auf diese Weise zu denjenigen gestellt, welche in der Zeit des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina 1992 – 1995 neben 200.000 ermordeten Zivilisten auch 1.186 Moscheen und über 300 katholische Kirchen zerstört haben, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Diesen Angriff wie auch jeden anderen Angriff auf Gotteshäuser verurteilend, erheben wir unsere Stimme gegen die Verbreitung von Hass und Intoleranz und verlangen von den befugten Organen der Stadt Bugojno sehr entschieden die sofortige Auffindung und Bestrafung der Verantwortlichen für die Brandstiftung an der serbisch-orthodoxen Kirche “Roðenje presvete Bogorodice” in Èipuljiæ.


[1] Die Stadt Bugojno liegt in Zentralbosnien. Nach der letzten Volkszählung in Bosnien und Herzegowina im Jahre 1991 lebten in der Gemeinde Bugojno 42,1 % Bosniaken, 34,1 % Kroaten und 18,9 % Serben.

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S a r a j e v o , 10.03.2004

Presseerklärung

Schärfste Proteste gegen die Aussage von Marko Arsoviæ, Präsident der Kommission für die Untersuchung der Ereignisse in Srebrenica

Die Kommission hat noch nicht einmal die Arbeit aufgenommen und schon streitet ihr Präsident, Marko Arsoviæ, den Genozid an den über 8000 ermordeten Zivilisten von Srebrenica ab  

Anlässlich der Aussage des Präsidenten der Kommission für die Untersuchung der Ereignisse in Srebrenica, Herrn Marko Arsovic[1], im Juli 1995 wäre in Srebrenica bei starken Gefechten der Armee der bosnischen Serben mit der Armee von Bosnien und Herzegowina eine grosse Zahl von Personen “auf beiden Seiten” gefallen, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina den schärfsten Protest an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft, Herrn Paddy Ashdown, gerichtet, in dem es wie folgt heisst: 

”Die Kommission hat ihre Arbeit noch nicht einmal offiziell aufgenommen und schon streitet ihr Präsident, Herr Marko Arsovic, den Genozid an den Zivilisten von Srebrenica bei einer Aussage an Journalisten in Banja Luka ab. Es ist unzulässig, dass wir solche Behauptungen schon in einem Bericht der Regierung der Republika Srpska im September 2002 vernommen hatten, als die Massenexekution von über 8.000 Männern, vorwiegend Zivilisten, bestritten wurde. Mit seiner Aussage hat sich Herr Arsovic in die Reihen der Karadzic-Gefolgsleute gestellt, welche das grösste Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg in Srebrenica ignorieren, tabuisieren und leugnen”, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH aus und fügte hinzu, dass solch ein Mann nicht an der Spitze der Kommission für die Feststellung der Wahrheit über Srebrenica stehen kann. 

 

[1] Nach dem schandhaften Bericht der Regierung der Republika Srpska über die Ereignisse im Srebrenica im Juli 1995 hatte die Menschenrechtskammer – Bosnien und Herzegowina zusammen mit der Internationalen Gemeinschaft gefordert, die Regierung der Republika Srpska müsste eine unabhängige Kommission gründen und die Ereignisse  in Srebrenica im Juli 1995 untersuchen. Die Kommission wurde Anfang des Jahres geründet mit dem Juristen Marko Arsovic an der Spitze. Diese Kommission hat die Verpflichtung,  bis Mai 2004 neue Tatsachen über das Schicksal der ermordeten Männer von Srebrenica festzustellen wie auch die Ortschaften, auf denen sich die Massengräber befinden, ausfindig zu machen. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 10.02.2004

Presseerklärung 

Skandalös: Gestern Exekutor, heute Präsident des Gerichtes in Zvornik

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete heute scharfen Protest an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown, wegen der Ernennung von Zoran Dimitric zum Präsidenten des Gemeindegerichtes in Zvornik, in welchem es wie folgt heisst: 

“Wir befinden, dass die Ernennung von Zoran Dimitric zum Präsidenten des Gemeindegerichtes in Zvornik skandalös und schandhaft ist, und zwar wegen der Tatsache, dass er der Untersuchungsrichter im Prozess gegen die sieben Überlebenden aus Srebrenica war, welche nach dem Fall von Srebrenica seitens der Polizei von Karadzic verhaftet und in einem montierten Prozess im April 1997 auf zwanzig Jahre Haftstrafe verturteilt wurden*”, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina aus. 

“Im Untersuchungsgefängnis waren die verhafteten Srebrenica-Männer der Folter, brutalem Zusammenschlagen und der psychischen Tortur ausgesetzt, an der auch der neuernannte Präsident des Gerichtes in Zvornik, Zoran Dimitric, teilgenommen hatte. Dies bestätigt auch die Dokumentation des Hauptombudsmann für Bosnien und Herzegowina, die OSZE-Dokumentation wie auch die Aussage des Verurteilten Nedzad Hasic, zu dem der Untersuchungsrichter Zoran Dimitric, nachdem dieser sich wegen starken Schlägen auf den Rücken nicht setzen konnte, sagte: “Setz dich hin, oder ich werde dir auch den anderen Arm brechen” und “Man hätte euch alle umbringen sollen”.

Wir befürchten, dass mit der Wahl von Zoran Dimitric zum Präsidenten des Gerichtes die Gerechtigkeit in Zvornik ´getötet´ werden wird.”  


* Eine Gruppe von sieben Srebrenica-Männern  konnte der Massenexekution im Juli 1995 in Srebrenica entfliehen und versteckte sich  10 Monate lang in den Wäldern um Srebrenica. Diese Opfer eines beispiellosen Verbrechersystems auf unserem Kontinent baten die amerikanischen IFOR-Truppen, sie in Schutz zu nehmen. Die IFOR-Truppen haben jedoch die Ideale der Menschlichkeit und der Demokratie, wegen der sie nach Bosnien geschickt wurden, verraten. Sie lieferten die sieben überlebenden Srebrenica-Männer der Karadzic-Polizei der Republika Srpska aus. Im April 1997 wurden in einem montierten Prozess, welcher „volle zwei Tage“ gedauert hat  und in welchem nicht einmal ein Minimum von Rechtsstaatlichkeit erkennbar war, Ahmo Harbas, Behudin Husic und Nedzad Hasic zu je 20 Jahren Haft verurteilt.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 05.12.2003

Presseerklärung

Belohnung statt Strafe für General Stanislav Galic - Protest an das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag

Anlässlich des Aussprechens der Strafe von 20 Jahren Haft für Stanislav Galic hat die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina heute scharfen Protest an das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen gerichtet, in dem es unter anderem heisst:

"Wir sind geschockt und entsetzt über die niedrige Strafe. Wir sind der Meinung, dass das niedrige Urteil von 20 Jahren Haft für den General Stanislav Galic für die Besatzung von Sarajevo, welche mehr als Tausend Tage gedauert hat, für mehr als 11.000 ermordeter Zivilisten, davon 1.572 Kinder, mehr als 58.000 Verwundete, davon 1.681 Invalide, unter denen es 340 Kinder Invalide gibt, für die Zerstörung von Schulen, Krankenhäusern, Fakultäten, für die Zerstörung all dessen, was den Lebenssinn ausmacht - Denkmäler der Kultur, des Menschengeistes und -gefühles, wie es die Universitätsbibliothek, das Orientalische Institut ist, eine einzigartige Belohnung statt einer Strafe für die begangenen Verbrechen darstellt", sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

"Auf diese Weise verlieren die Tausenden der überlebenden Bewohner nicht allein von Sarajevo sondern auch anderer leidgeplagter Städte wie Mostar, Bihac, Tuzla, Srebrenica usw. nicht nur die Hoffnung auf die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit sondern auch das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit des Tribunals in Den Haag."

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 29.10.2003

Presseerklärung

Protest wegen der zu niedrigen Strafe für Predrag Banovic - Cupo  

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute sehr scharfen Protest an das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag wegen der unzulässig niedrigen Strafe im Urteil gegen den ehemaligen Wächter im Konzentrationslager Keraterm(1), Predrag Banovic - Cupo, welcher für Verbrechen des Massenmordes wie auch brutale Folterungen die Strafe des Freiheitsentzuges in einer Höhe von nur acht Jahren erhalten hat.

Für Hunderte der Überlebenden, welche mit gesenkten Köpfen durch die Todesspaliere gingen und mit deren Blut die Wände des "Dritten Pavillons", in welchem in nur einer Nacht am 24.Juli 1992 240 Lagerinsassen erschossen und 59 schwer verwundet wurden, vollgespritzt waren, welche Vergewaltigungen und Erniedrigungen, Hunger, Durst, Angst, das Ausführen und Verhöre überlebt haben, stellt solch ein Urteil eher einen Spott als die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit dar, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

Trotz der Übereinkunft zwischen dem Haager Tribunal und Predrag Banovic - Cupo, welcher die eigene Verantwortung für die im Konzentrationslager Keraterm begangenen Verbrechen gestanden hat, wissen die Familien der 3.227 vermissten Prijedor-Einwohner, unter ihnen auch die 300 "Vermissten" aus Keraterm, noch immer nichts über das Schicksal ihrer Liebsten.

Mit der Gründung des Tribunals für Kriegsverbrechen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens wurde bei Tausenden  überlebender Opfer die Hoffnung geweckt, dass die an ihnen begangenen Verbrechen auch bestraft werden. Mit der Urteilssprechung im Prozess gegen  Predrag Banovic und einer Strafe von acht Jahren für fünf Morde und 27 Folterungen verlieren diese Opfer nicht nur die Hoffnung auf die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit sondern sogar auch das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen, welches der Sicherheitsrat gerade für sie, die Opfer, etabliert hat.        

1) Das Konzentrationslager Keraterm wurde Anfang Mai 1992 in der ehemaligen Keramikwaren-Fabrik gegründet. Mehr als 4.000 Männer und Frauen wurden in diesem Lager gefangen gehalten. Ermordet wurden 1.500 Lagerinsassen. Bis heute wurden ca. 1.000 der Ermordeten exhumiert und 464 von ihnen auch identifiziert. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 24.09.2003

Pressekonferenz organisiert von der Gesellschaft für bedrohte Völker - International, der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, den Anwälten Senka Nozica und Asim Kadribasic aus Sarajevo 

Presseerklärung

Der Anlass dieser Pressekonferenz ist bezogen auf die Problematik der "Dezertifizierung" (Arbeitserlaubnisentzug) von Polizisten durch den IPTF-Kommessar Sven Frederiksen, auf Grund der die kantonalen Minister des Innenministeriums eine Entscheidung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses für die "dezertifizierten" Polizisten verabschiedeten. 

Eine grosse Zahl der "dezertifizierten" Polizisten hat bei den befugten Gerichten Gegenklagen eingereicht, welche in einigen Fällen die Entscheidungen über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses für die "dezertifizierten" Polizisten für ungültig erklärten.

In der ersten Hälfte des Monats Juli 2003 wurde allen Gemeinde- und Kantongerichten in der Föderation von Bosnien-Herzegowina ein Brief des Botschafters Bernard Fasier, des ersten Vertreters des Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina und Chefs der Abteilung für Rechtskraft im OHR, zugestellt.
Der Brief wurde geschrieben und zugestellt im Namen des Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina, Lord Paddy Ashdown, unter dem Zeichen: SDHR-F/BF/55/03 vom 6.Juni 2003, und zwar zugestellt mittels des Justizministeriums  von Bosnien und Herzegowina und des Justizministeriums und der -verwaltung im Kanton Sarajevo.

Der Hohe Repräsentant in Bosnien und Herzegowina, Lord Paddy Ashdown, im angegebenen Brief seine Exzellenz Bernard Fasier, warnt die juristischen Funktionäre - die Gerichte - die Richter, dass sie keine Urteile und Entscheidungen bringen sollen, die den Entscheidungen des IPTF-Kommessars widersprechen, in dem er die Beendigung des Arbeitsverhältnisses befiehlt und betont, dass der "...Versuch der Aufhebung dieses Prozesses (der "Dezertifizierung" der Polizisten) gleichbedeutend wäre mit der absichtlichen Untermauerung der zentralen Komponente der Anstrengungen der Internationalen Gemeinschaft, Frieden und Prosperität für das Volk von Bosnien und Herzegowina zu bringen".

Den Brief Seiner Exzellenz, Bernard Fasier, beziehungsweise die Warnung des Hohen Repräsentanten Lord Paddy Ashdown sehen wir als einen direkten und unangemessenen, bisher in Bosnien und Herzegowina nicht zuvor registrierten Druck auf das Gerichtswesen und als eine Bedrohung der Unabhängigkeit des Gerichtes als eines getrennten und selbständigen Teiles der Gerichtsmacht in jedem zeitgenössischen und zivilisierten Land.

Um diese Stellungnahme zu illustrieren, erinnern wir:

Der IPTF-Kommessar Sven Frederiksen brachte im Oktober 2002 die Entscheidung über das Dezertifizieren, den Entzug der Polizeibefugnisse und Arbeitserlaubnisse für die Mitglieder der Einheit für die Unterstützung (Sondereinheit) des Innenministeriums des Kanton Sarajevo, welche in der Polizeiaktion bekannt als "Zujevina" teilgenommen hatten, so dass 22 Mitglieder dieser Einheit dezertifiziert wurden - wie auch der Kommandeur der Polizeieinheit Hadzici, der an dieser Polizeiaktion nicht teilgenommen hatte.

Der IPTF-Kommessar war der Meinung, dass die Mitglieder der Einheit für Unterstützung des Innenministeriums des Kanton Sarajevo bei der Ausführung der Polizeiaktion "Zujevina" sich bestimmter Handlungen verantwortlich gemacht haben, welche sie nicht hätten ausführen dürfen und welche zugleich Straftaten darstellen würden.

Wegen gleicher Anklagen wurde vor dem Gemeindegericht II in Sarajevo ein Gerichtsverfahren gegen die 19 angeklagten "Sondereinheitenmitglieder" eingeleitet. Dieses Verfahren wurde genau zur gleichen Zeit wie auch das Ermittlungsverfahren seitens des IPTF-Kommessars abgeschlossen. Das Gemeindegericht II sprach die Angeklagten schliesslich frei.

Durch einen Gerichtsprozess wurde also festgestellt, die angeklagten Polizisten hätten die Straftaten, der sie angeklagt sind, nicht begangen.

Der Chef der Internationalen Polizei, IPTF-Kommessar respektierte die Entscheidung des gerichtswesens Bosnien-Herzegowinas nicht und blieb bei seiner Entscheidung über das Dezertifizieren der Polizisten, obgleich das Gericht festgestellt hatte, dass diese nicht für Taten verantwortlich sind, die ihnen seitens des IPTF-Kommessars vorgeworfen werden.

Im Prozess der Demokratisierung der Polizei in Bosnien und Herzegowina sendet der IPTF-Kommessar den Polizisten in Bosnien und Herzegowina also die Botschaft: Gerichtsentscheidungen müssen von der Polizei nicht respektiert werden und sind für die Polizei nicht bindend.

In der nun vorherrschenden Phase der Demokratisierung der Beziehungen in Bosnien und Herzegowina und der Schaffung eines Rechtsstaates richtet der Hohe Repräsentant in Bosnien und Herzegowina, Lord Paddy Ashdown, durch einen Brief des Chefs der Abteilung für Rechtskraft, Seine Exzellenz Bernard Fasier, eine Warnung an das Gerichtswesen und die Richter Bosnien-Herzegowina: Sie müssen in Einklang mit den Entscheidungen der Polizei verfahren.

Wir sind der Meinung, dass das Nichtbeachten der Entscheidungen der Gerichte Bosnien-Herzegowinas seitens der Internationalen Polizei und Funktionären dieser Polizei und sogar seitens hoher Funktionäre des OHR-Amtes wie auch  die direkte beschliessende Einmischung in die Angelegenheiten des Gerichtswesens und die Warnung, die Gerichte müssen in Einklang mit den Entscheidungen der Polizei handeln, sehen wir als einen Versuch der Schaffung eines Polizeistaates.

Fadila Memisevic                 Senka Nozica                Tilman Zülch                     Asim Kadribasic  

  

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S a r a j e v o / Srebrenica / Göttingen , 19.09.2003

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Bill Clinton in Srebrenica (20.09.2003)
Das Gedenken an die 10.000 Ermordeten  muss endlich zum Handeln für die Überlebenden führen!

Amerikas ehemaliger Präsident Bill Clinton ist am Samstag (20.09.) in Potocari bei Srebrenica, um die Gedenkstätte für die rund 10.000 von serbischen Truppen ermordeten Einwohner der ehemaligen Schutzzone einzuweihen. Der ehemalige Präsident trifft auch mit der Koordinatorin der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und Vertreterin der "Mütterbewegung von Srebrenica", Hatidza Mehmedovic, zusammen. Frau Mehmedovic hat am 11.Juli 1995 ihre beiden minderjährigen Söhne, ihren Ehemann und auch alle anderen männlichen Familienangehörigen verloren. Sie führt heute das GfbV-Regionalbüro in Srebrenica.

Der Präsident der GfbV - International und die Direktorin der bosnischen Sektion der GfbV, Tilman Zülch und Fadila Memisevic, werden morgen an der Zeremonie der feierlichen Einweihung des Gedenkzentrums teilnehmen. 

Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes werden seit dem 11.Juli 1995 in und um Srebrenica 7.294 Knaben und Männer vermisst. Die Mütterbewegung von Srebrenica spricht von über 10.000 Erschossenen und Vermissten, darunter Hunderte Frauen und Kinder. Bisher wurden etwa 6.500 Ermordete aus Einzel- und Massengräbern exhumiert, über 1.000 identifiziert und 848 in Potocari auf dem Ehrenfriedhof beerdigt. Morgen werden in Anwesenheit des amerikanischen Altpräsidenten weitere 105 der von serbischen Einsatzgruppen erschossenen Knaben und Männer beerdigt werden.

"Die Einweihung der Gedenkstätte durch Bill Clinton muss für die internationale Gemeinschaft, insbesondere auch für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Aufforderung und Mahnung sein, den ca. 5.000 überlebenden Rückkehrern in Srebrenica und dem verelendeten Bosnien-Herzegowina insgesamt, unter die Arme zu greifen", erklären der Präsident der GfbV - International, Tilman Zülch und die Direktorin der bosnischen Sektion der GfbV, Fadila Memisevic, heute in Srebrenica. "Als Symbol schrecklichster Kriegsverbrechen ist Srebrenica in aller Munde, aber seine verelendeten und verstreuten überlebenden Einwohner sind ein zweites Mal verlassen worden. Die nur 5.000 Rückkehrer der 26.000 Überlebenden leben in bitterer Armut und Angst. Sie sind täglich den Behörden der damaligen Verfolger ausgesetzt."

Die Mütterbewegung von Srebrenica, die Bewohner der Stadt und die Gesellschaft für bedrohte Völker - International fordern die Länder der Europäischen Union auf, ein überzeugendes Entwicklungsprogramm für die ehemalige UN-Schutzzone zu erstellen, sich dafür einzusetzen, dass Srebrenica zu einem von der Republika Srpska unabhängigen, der bosnischen Zentralregierung direkt unterstellten Distrikt erklärt wird und die mindestens 500 an den Massenerschiessungen Beteiligten festgenommen und vor Gericht gestellt werden.

Während die Regierung Europas der Aggression des serbischen Diktators Slobodan Milosevic und seinem Versuch, die bosnische Gemeinschaft auszulöschen oder als Vertriebene über die Welt zu zerstreuen, tatenlos zugesehen oder sie unterstützt hat, ist Clinton als damaliger US-Präsident - wenn auch spät - dem eingeschlossenen Bosnien zur Hilfe gekommen.    

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S a r a j e v o , 11.09.2003

Presseerklärung

Appell an das Präsidium von Bosnien und Herzegowina: Lassen Sie nicht zu, dass der Lagerinsassenverband der Republika Srpska die Einweihung seines Denkmals einen Tag vor der Eröffnung des Gedenkzentrums in Potocari organisiert

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina ist entrüstet über das Vorhaben des Lagerinsassenverbandes der Republika Srpska, am 19.September 2003 in Sarajevo die feierliche Eröffnung des Denkmales für die sogenannten Mordopfer in der Kaserne "Viktor Bubanj" zu organisieren.* Das Abhalten einer solchen Manifestation einen Tag vor der Eröffnung des Gedenkzentrums in Potocari ist ein wiederholter Versuch des Minimisierens des grössten Verbrechens seit Ende des Zweiten Weltkrieges, welches in Srebrenica begangen wurde. Es ist unerträglich, dass die überlebenden Opfer der Konzentrationslager diese Initiative gestartet haben und auf diese Weise zum Instrument der gleichen Politik geworden sind, welche schon acht Jahre seit dem Ende des schrecklichen Krieges den Genozid an den Srebrenica-Leuten abstreitet, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Als Zeichen der Achtung für die 10.000 unschuldig ermordeten Zivilisten in der ehemaligen UN-Schutzzone Srebrenica, deren Gebeine noch immer in unzählig vielen versteckten und geöffneten  Massengräbern verstreut liegen und denen man zum Andenken am 20.September 2003 das Gedenkzentrum errichten wird, fordern wir vom Präsidium Bosnien-Herzegowinas, die Umsetzung dieser skandalösen Absicht des Lagerinsassenverbandes der Republika Srpska nicht zu erlauben.

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Nach Angaben des Lagerinsassenverbandes der Republika Srpska sollen in der Militärkaserne "Viktor Bubanj" serbische Zivilisten gefangen gehalten worden sein. Diese Angaben sind jedoch von allen lokalen wie auch internationalen Institutionen wie sogar auch dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wiederlegt worden. Die Militärkaserne "Viktor Bubanj" war zu Zeiten des Krieges ein Militärgefängnis für alle Straftäter in militärischer Angelegenheit, in dem nach Zeugenaussagen grösstenteils bosniakische Armeeangehörige , welche gegen militärische Gesetze verstossen haben, gefangen gehalten wurden.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 22.08.2003

Presseerklärung

Demolierung von 20 katholischen Grabsteinen ist ein Akt des Terrors an Toten  

Anlässlich der Demolierung von 20 katholischen Grabsteinen auf den Friedhöfen "Sv.Mihovil", "Sv. Marko", "Sv.Josip" und "Lav" (Sarajevo) in der Nacht vom 21. auf den 22.August 2003 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina sehr scharfen Protest bei den befugten lokalen Regierungsorganen wie auch bei den Vertretern der EUPM (Europäische Polizeieinheiten) eingelegt, in dem es unter anderem heisst:

"Des letzten Jahrzehnts des 20.Jahrhunderts wird man sich nicht nur wegen den Massenermordungen, der Massenvertreibungen, Konzentrationslagern und Vergewaltigungen erinnern sondern auch wegen der Verbrechen, die mit der Umgrabung der Massengräber und der Zerstörung der Überreste der Ermordeten an Toten begangen wurden. Wir haben geglaubt, dass die Gräberumgrabung wie auch das Zerstören der Grabsteine der dunkelste Teil unserer Gewschichte war und sich niemals wiederholen wird. Der letzte terroristische Akt, als 20 Grabsteine demoliert wurden, zeigt, dass wir nichts aus dem eigenen Holocaust gelernt haben. Besonders Besorgnis erregend ist die Leichtigkeit, mit dem man solchen Terror an Toten trotz der Anwesenheit der heimischen und internationalen Polizei begehen kann, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Neben unserer schärfsten Verurteilung fordern wir von den Vertretern der heimischen und internationalen Regierungsinstitutionen eine sofortige Ermittlung und Fahndung nach den Verantwortlichen für diesen terroristischen Akt wie auch das Aussprechen einer entsprechenden Strafe. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 25.06.2003

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Des langen Bartes und der dunklen Hautfarbe wegen wurde der Roma Mirsad Basic verdächtigt, islamischer Kämpfer zu sein, und seitens der SFOR brutal zusammen geschlagen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an den Kommandanten der in Bosnien und Herzegowina stationierten Stabilisationskräfte (SFOR), Herrn William Ward, wegen des gewaltsamen Einbruchs der Vertreter dieser Kräfte am 20.Juni 2003 in das Haus des Roma Mirsad Basic in Visoko, eines Invaliden, welcher durch eine Minenverletzung ein Bein verloren hat. Bei dieser Gelegenheit wurde Mirsad verhaftet und in das SFOR-Auto gezwängt, wo ihn die gleichen Soldaten auch zu schlagen begannen. Auf seine Frage hin, weshalb man ihn verhaftet hatte, erhielt er eine Antwort in fremder Sprache: "Araber". Mit Gesten wurde seine Aufmerksamkeit auf seinen langen Bart gelenkt - als Zeichen, er wäre ein islamischer Kämpfer.

Der lange Bart und die dunkle Hautfarbe dieses Roma, welcher schon jahrelang mit seiner Familie in diesem Teil Bosniens lebt, waren für die SFOR-Soldaten Grund genug, ihn ohne eine vorherige Überprüfung des Personalausweises zu verhaften und zu misshandeln. Erst nach seinen Überzeugungsversuchen, er wäre ein Roma und kein Araber, wurde er nach Hause zurückgebracht, jedoch mit dem Befehl, er müsse den Bart abrasieren, was der arme Mann auch getan hat.

Es ist unzulässlich, dass die SFOR schon acht Jahre lang keinen Finger gerührt hat, den meistgesuchten Kriegsverbrecher Radovan Karadzic, nach dem ein internationaler Fahndungsbefehl ausgestellt ist, zu verhaften, sie jedoch ohne Überprüfung des Ausweises einen Mann verhaftet, dessen einzige Schuld seine dunkle Hautfarbe und sein langer Bart sind, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, die Roma wären die zahlreichste wie zugleich auch die meistbedrohte ethnische Minderheit in Bosnien und Herzegowina. Sie leben sehr schwer und kämpfen täglich ums Überleben. Die Roma Bosnien-Herzegowinas stellen für niemanden eine Bedrohung dar, sie werden jedoch von anderen mit Schikanen, Diskriminierung und Terror wie in diesem Fall seitens der SFOR bedroht. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 23.06.2003

Presseerklärung

Slobodan Kuruzovic, der Organisator des Massakers an 250 Lagerinsassen auf dem Berg Vlasic und der ehemalige Kommandant des Konzentrations- lagers trnopolje, leitet heute eine Schule, welche von Kindern der Ermordeten besucht wird - Wir verlangen die sofortige Entfernung von Slobodan Kuruzovic aus dem Amt und seine Verhaftung

Vor acht Jahren haben wir auf dem von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Bonn organisierten Kongress über Genozid eine Dokumentation über das Konzentrationslager Trnopolje, welches am 27.Mai 1992 nach dem Angriff auf die Stadt Prijedor und die umliegenden Dörfer durch die Jugoslawische Volksarmee und paramilitärische Einheiten eröffnet wurde, veröffentlicht. In dieses Lager, umringt von Stacheldrahtzaun, wurden zwischen 4.000 bis 5.000 bosniakische und kroatische Zivilisten deportiert. Der Kommandant des Lagers war Slobodan Kuruzovic. Im Lager wurde täglich gefoltert und gemordet. Die britischen Journalisten Penny Marshall und Ed Vulliamy vom ITN machten Aufnahmen der Lagerinsassen; in Grossaufnahme war Fikret Alic, welcher kaum 40 kg wog. Dieses Bild umkreiste die elt und wurde zum Dokument der zeitgenössischen Geschichte als Beweis für das Bestehen von Konzentrationslagern in Bosnien fünfzig Jahre nach dem Holocaust.

Gemordet wurde jedoch auch ausserhalb des Lagers. So wurden nach Befehl des Lagerkommandanten Slobodan Kuruzovic am 21.August 1992 aus dem Konvoy, welcher aus dem Lager Trnopolje losgefahren ist, auf dem Berg Vlasic 250 ehemalige Lagerinsassen herausgeführt und nach kurzem Prozess innerhalb von 15 Minuten erschossen. Sechs Überlebende Lagerinsassen gaben der Gesellschaft für bedrohte Völker ihre Aussagen über dieses Massaker, in denen behauptet wird, der Hauptorganisator dieses Massakers wäre Slobodan Kuruzovic, was auch ein serbischer Offizier bestätigt hat.

Und während 11 jahre nach diesem schrecklichen Verbrechen die Familien der Ermordeten vergeblich nach den Gebeinen ihrer Liebsten suchen, ist der Verantwortliche für ihre Ermordung nicht nur auf freiem Fuss, sondern nimmt auch das Amt des stellvertretenden Leiters einer Schule ein, welche von KIndern besucht wird, deren Liebste durch seinen Willen getötet worden sind, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

Es ist unzulässlich, dass Sven Frederiksen, der Kommandeur der Einheiten der Europäischen Polizei (EUPM) in Bosnien und Herzegowina 19  Polizisten der Sondereinheiten wegen ihren entschiedenen Kampfes gegen Kriminelle die Arbeitserlaubnis entziehen konnte, während er gleichzeitig toleriert, dass ein ehemaliger Kommandant des Lagers Trnopolje, ein Kriegsverbrecher und Mörder anstatt im Gefängnis an der Spitze einer Bildungsinstitution steht.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 06.06.2003

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Abhalten eines Pop-Rock Konzertes im Rahmen der "Srebrenica-Tage 2003" - mehr als skandalös

Anlässlich des Abhaltens der Kultur- und Sport-Manifestation "Srebrenica-Tage 2003" vom 5. bis zum12.Juni 2003 in Srebrenica befindet die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, dass es demSchmerz und den Leiden der Mütter aus Srebrenica, welche schon acht Jahre lang nach den Gebeinen Tausender ermordeter Söhne, Väter, Ehemänner, Brüder und anderer männlicher Familienmitglieder suchen, unangemessen wäre, in das Programm dieser Manifestation auch zwei Pop-Rock Konzerte einzubauen.

In einer Stadt, in der das grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges begangen wurde, in der vor zwei Monaten die Rückkehr der Toten mit der Bestattung der ersten 600 identifizierten Opfer begonnen hat, in der am 11.Juli 2003 der Erinnerungstag an die mehr als 10.000 durch Mladic´s Truppen unschuldig ermordeter Srebrenica-Männer gekennzeichnet wird, wäre das Abhalten eines Pop-Rock Konzertes mehr als skandalös, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass ein Kulturminimim eines jeden Menschen Respekt und Achtung für die Leiden der Srebrenica-Opfer fordert.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 08.05.2003

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"Victor Gollancz"-Preis der Gesellschaft für bedrohte Völker für die Frauensektion der ehemaligen Lagerinsassen

Anlässlich des Tages der Niederlage des Faschismus, 9.Mai, wurde der Frauensektion der ehemaligen Lagerinsassen der internationale Preis "Victor Gollancz" verliehen, mit dem die Gesellschaft für bedrohte Völker diese tapferen Frauen für ihre unermüdliche Arbeit beim Dokumentieren und Veröffentlichen der Wahrheit über die Verbrechen an Frauen während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina 1992 - 1995, als Dutzende Tausender Frauen vergewaltigt, misshandelt und danach getötet worden sind, würdigte. Sie wurden verhaftet, in Gefängnissen und Konzentrationslagern gefangen gehalten, als menschliche Schutzschilder eingesetzt, einzeln und in der Gruppe vergewaltigt - von einzelnen oder auch von vielen Soldaten, aus ihren Dörfern und Städten vertrieben und auf zahllose andere Arten und Weise brutal erniedrigt.

Obwohl sie die grössten Opfer des Krieges sind, hatten diese Frauen die Kraft, sich zu organisieren und die Wahrheit darüber zu verkünden, was sie erlebt habenund sich dabei für die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit durch das Fahnden nach Tätern und ihrer Verhaftung einzusetzen, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Der "Victor Gollancz" - Preis wird von der Gesellschaft für bedrohte Völker jedes Jahr an Einzelne und Organisationen, welche gegen Genozid, Massenvertreibung, Diskriminierung und Misshandlung kämpfen und sich für Menschenrechte weltweit einzetzen, verliehen.

Die Verleihung des "Victor Gollancz" - Preises an die Frauensektion der ehemaligen Lagerinsassen wird am 19.Mai 2003 auf einer festlichen Veranstaltung in Dresden überreicht. Im Namen der Frauensektion werden Frau Alisa Muratcaus, Präsidentin der Sektion und Adila Kovacevic, Mitglied der Sektion den Preis entgegennehmen.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 31.03.2003

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Bestattung von 602 identifizierten Srebrenica-Opfern in Potocari: Für Mütter, Verwandte und Freunde ist dies der meisterschütternde Tag nach dem Fall von Srebrenica

Heute wurde im Gedenkzentrum in Potocari (5 km entfernt von Srebrenica), dem Ort wo im  Juli 1995 die Bewohner von Srebrenica gefangen gehalten wurden, Frauen und Kinder von den Männer getrennt und Männer von 10 bis 80 Jahren an verschiedene Orte gebracht wurden, wo sie massenweise exekutiert wurden, die Bestattung von 602 identifizierten Srebrenica-Opfern abgehalten. Seit dem Fall der UN-"Schutzzone" Srebrenica und dem unvorstellbaren Exodus werden mehr als 10.000 Personen, nach denen man heute noch sucht, vermisst. Von der Gesamtzahl der Vermissten wurden bisher aus ca. 100 Massengräbern ungefähr 6.500 Gebeine exhumiert. Dies sind vornehmlich Körperteile ohne Schädel, denn die serbischen Kräfte wollten die Verbrechen aus Juli 1995 verstecken und gruben die Massengräber um und verscharrten die Körperteile in sekundären Massengräbern.

Der heutigen Bestattung wohnten über 15.000 Mütter, Verwandte und Freunde der ermordeten Srebrenica-Männer bei, die an den Bestattungsort aus allen Teilen des Landes angekommen waren.

"Für uns alle ist dies der meisterschütternde Tag nach dem Fall von Srebrenica, denn nun ist uns bewusst geworden, dass unsere Liebsten tot sind, dass sie wirklich auf die brutalste Art und Weise vor den Augen des Westens ermordet wurden, welcher nichts getan hat, um dieses Verbrechen zu verhindern. Wir Mütter fordern, dass Radovan Karadzic und Ratko Mladic, die Mörder unserer Kinder, unserer äter, Ehemänner und Brüder verhaftet und bestraft werden. Wenn dies die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft nicht tun, werden wir Mütter es tun, wir werden nach den Mördern suchen, solange wir am Leben sind", sagte Hatidza Mehmedovic, die Präsidentin der Vereinigung "Srebrenica-Mütter" und Koordinatorin der Gesellschaft für bedrohte Völker in Srebrenica, welche zwei Söhne, den Ehemann, die Brüder und alle anderen männlichen Verwandten verloren hat.

Im Namen der Srebrenica-Mütter und Frauen hatte die junge Jura-Studentin Almedina Dautbasic gesprochen. Sie hat beim Fall von Srebrenica beide Eltern verloren und war bis vor kurzem zusammen mit ihren drei Geschwistern im Kinderheim. Ihre Botschaft war, dass man dieses Verbrechen niemals vergessen und mit allen Kräften für den Frieden kämpfen sollte.

Unter den identifizierten Srebrenica-Opfern wurden heute auch die Gebeine von 17 Knaben im Alter von 10 bis 17 Jahren, welche im  Juli 1995 von Ratko Mladic selektiert wurden, bestattet.

Nach der Forderung der Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker am 27.03.2003, diesen Tag zum Trauertag auszurufen, hatten das Präsidium und der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina entschieden, dass der 31.März 2003 zum Trauertag auf dem Gesamtgebiet von Bosnien und Herzegowina ausgerufen wird.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 27.03.2003

Presseerklärung

An das Präsidium von Bosnien und Herzegowina

Wir fordern, dass der 31.März - Tag der Bestattung der ersten 600 Srebrenica-Opfer zum Trauertag in ganz Bosnien und Herzegowina erklärt wird

Anlässlich der Bestattung der ersten 600 Srebrenica-Opfer, welche am 31.März dieses Jahres organisiert wird, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina heute eine Forderung an das Präsidium von Bosnien und Herzegowina gerichtet, diesen Tag zum Trauertag auf dem gesamten Gebiet von Bosnien und Herzegowina zu erklären, damit den Opfern des grössten Massakers seit Ende des Zweiten Weltkrieges die nötige Ehre erwiesen und auf diese Weise den überlebenden Familienmitgliedern und ihren Freunden das Leiden erleichtert werden kann.

Beim Fall der UN-Schutzzone Srebrenica wurden am 11.Juli über 10.000 Zivilisten getötet oder werden als vermisst geführt. Nach der Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina wurden nur in der ersten Woche vom 11 - 18.Juli 1995 seitens der Truppen des Haager KandidatenRatko Mladic über 7.000 Menschen, unter ihnen über zweitausend minderjährige Knaben im Alter von 10 - 15 Jahren wie auch 500 Frauen, in Massenexekutionen liquidiert.

Für die Regierung der Republika Srpska ist die Bestattung der Opfer der Massenexekutionen in Srebrenica eine Gelegenheit, endlich dieses schreckliche Verbrechen zuzugeben und Reue zu zeigen, anstatt es mit der Minimisierung der Zahl der Ermordeten abzustreiten, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Wir fordern, dass der Beginn der Bestattungen am 31.März um 11:30 Uhr mit einer Schweigeminute auf dem Gesamtgebiet von Bosnien und Herzegowina als Zeichen des Gedenkens der Opfer des Genozids in Srebrenica gekennzeichnet wird.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 27.02.2003

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Elf Jahre Gefängnisstrafe für Biljana Plavsic - Urteil für Massenermordungen, Vergewaltigungen, Deportationen und Vertreibung - die Gerechtigkeit ist nicht zufriedengestellt worden

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina spricht zusammen mit den Überlebenden des Genozids, der Massenermordungen, Vergewaltigungen und Deportationen ihre Unzufriedenheit hinsichtlich des ausgesprochenen Urteils, mit dem das Internationale gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag die ehemalige Präsidentin der bosnischen Serben und Mitglied von Karadzic´s Establishment, Biljana Plavsic, zu 11 Jahren Haft verurteilt hat. Wir befinden, dass eine Strafe von 11 Jahren Haft viel zu niedrig ist für Verbrechen wie Massenermordungen, Massenvergewaltigungen und Massenvertreibungen, Deportationen in Konzentrationslager, die Zerstörung von Städten und Anzündung von Dörfern, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Wir haben es begrüsst, dass Biljana Plavsic am 2.Oktober 2002 vor dem Haager Tribunal ihre Verantwortung für die begangenen Verbrechen zugegeben hat. Dieses Geständnis hat bei Tausenden der überlebenden Opfer der angeführten Verbrechen wie auch bei Familien der Ermordeten Hoffnung auf die Zufriedenstellung der Gerechtigkeitz geweckt. Mit dem Aussprechen eines Mindesturteils von 11 Jahren Haft für Biljana Plavsic ist neben der Nichtzufriedenstellung der Gercehtigkeit auch die Hoffnung der Opfer auf die Glaubwürdigkeit des Tribunals verloren gegangen. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 05.02.2003

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Die Senkung der Strafe für den blutdürstigsten Mörder in “Luka” - Brcko, Goran Jelisic, stellt eine Verletzung der Gerechtigkeit und der Opfer dar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat mit Entsetzen die Nachricht empfangen, dass das italienische Kassationsgericht die Strafe für den ehemaligen Kommandanten des Konzentrationslagers “Luka” – Brcko, Goran Jelisic, den das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag zu 40 Jahren Haftstrafe verurteilt hat, diese Strafe auf 30 Jahre gesenkt hat. Es ist unzulässlich, dass es diesem Kriegsverbrecher, der für Massenmorde, Vergewaltigungen und Misshand-lungen in den Todeslagern wie “Luka” – Brcko, “Auto baza Laser” und “Cafe Vestfalija” wie auch für die Massenvertreibung und Deportationen der nichtserbischen Bevölkerung verantwortlich ist, erlaubt wird, das Land, in dem er die Strafe abbüssen wird, auszusuchen und auf diese Weise eine Begnadigung für 10 Jahre weniger Haftstrafe, nur weil er Italien ausgesucht hat, in dem die höchste Haftstrafe auf 30 Jahre gesetzt ist, betonte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass auf diese Weise nicht nur die überlebenden Opfer der Massenexekutionen und ihre Familienangehörigen sondern auch die Gerechtigkeit verletzt wird.     

Vom Internationalen Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag fordern wir im Namen der 200.000 unschuldig ermordeten Zivilisten, dass mit einer Veränderung des Tribunal-Statuts das Land, in dem die ausgesprochene Strafe abgebüsst wird, vom Haager Gericht bestimmt wird anstatt der für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit  und Menschenrechte Verurteilten, damit sich die Strafe nicht in eine Begnadigung verwandelt.*

 

* Nach dem Haager Tribunal-Statut  haben die Verurteilten das Recht, nach der Aussprechung des Urteils ein Land zu wählen, in welchem sie die Strafe abbüssen werden. Auf diese Weise ist vielen Kriegsverbrechern  die Möglichkeit geboten, ihre Strafe zu senken oder gar ganz aufzuheben, da die Verurteilten nach dem gültigen Gesetzen des Landes, in dem sie die Strafe abbüssen, behandelt werden. So beträgt in Italien die höchste Haftstrafe 30 Jahre, während in Schweden Häftlinge über 70 Jahre die Strafe nicht mehr abbüssen müssen. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 28.01.2003

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Protest wegen des Angriffes in Potoèari: Wir fordern eine dringende Absetzung des Polizeichefs von Srebrenica 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina ist entrüstet über den neusten Angriff auf dem Bauplatz des Gedenkkomplexes in Potocari, der sich in der Nacht vom 26. auf den 27.Januar dieses Jahres ereignet hat, und bei dem eine Gruppe von Verbrechern das Haus gesteinigt hat, in dem ca. 30 Arbeiter untergebracht sind, die schon seit drei Monaten das Gelände für den Bestattung der über 10.000 ermodeten Srebrenica-Männer vorbereiten.

Neben diesem Haus wurde auch das benachbarte Haus, in dem Rückkehrer nach Srebrenica leben, gesteinigt. Die Angreifer haben bei diesem Angriff zwei Privatwagen und einen Kombiwagen beschädigt.

Wegen diesen Angriffen haben die Arbeiter den weiteren Bau des Gedenkkomplexes in Potocari bis auf weiteres gestoppt.

Ermutigt durch die Tatsache, dass weder die lokale noch die internationale Polizei einen Finger gerührt hat, die Verantwortlichen für die unzähligen Angriffe auf die Rückkehrer in Srebrenica zu finden und zu verhaften, haben die Angreifer mit dieser vandalischen Tat noch einmal versucht, den Bau des Gedenkzentrums in Potocari – eines Denkmales am Tatort des grössten Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg - zu stoppen, betonte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Von der lokalen Regierung fordern wir eine schnelle und effektive Ermittlung, damit die Täter bestraft werden, den Kommissar der EUP (Europäische Polizeieinheiten), Herrn Sven Frederiksen fordern wir auf, seine Befugnisse zu nutzen und endlich den Polizeichef von Srebrenica abzusetzen, der zu der ständigen Obstruktion der Rückkehr mit seinem Nichtstun solche Angreifer ermutigt. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 13.01.2003

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Lassen Sie nicht zu, dass der Justizminister aus den Reihen der Karadzic-Anhänger kommt – Appell an den Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown

Anlässlich des Vorschlages, dass ein Kandidat aus Karadzic´s SDS-Partei zum Justizminister im Ministerrat von Bosnien und Herzegowina ernannt wird, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina zusammen mit den überlebenden Opfern der Massenvertreibung, Massen-ermordungen, Vergewaltigungen und der Gefangenschaft in Konzentrationslagern ein Appell an den Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown gerichtet, in dem es unter anderem heisst:

“Wir sind der Meinung, dass die Wahl des Justizministers in einem Land wie Bosnien und Herzegowina, welches eine schreckliche Aggression seitens der Milosevic- und Karadzic-Truppen überlebt hat, von ausserordentlicher Bedeutung für dieses Land ist, denn die Verwandten von über 200.000 unschuldig ermordeten Menschen, die Überlebenden von Massenexekutionen und Massendeportationen, ehemalige Insassen der Konzentrationslager, Opfer von Massen-vergewaltigungen und –misshandlungen wie auch die über 1.300.000 Vertriebenen sind noch immer nicht in die Orte, aus denen sie mit schrecklichen Verbrechen vertrieben wurden, zurückgekehrt sondern warten schon volle sieben Jahre darauf, dass diejenigen, die diese Verbrechen begangen haben, vor ein Gericht geführt werden. Neben dem Internationalen Gericht für Kriegsverbrechen, welches vom Sicherheitsrat als “ad hoc” – Gericht etabliert wurde, befassen sich auch die heimischen Gerichte mit der Frage der Kriegsverbrechen. 

Als zynisch sehen wir den Vorschlag, dass ein Kandidat der SDS-Partei, die unter Karadzics Führung nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International wie auch nach dem Bericht des UN-Sonderberichterstatters für Menschenrechte, Herrn Tadeusz Mazowiecki, während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina mehr als 80 % der Verbrechen begangen hat, nun zum Justizminister ernannt wird, betonte FadilaH Memiševiæ, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und richtete ein Appell an den Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown, sich im Namen der Zufriedenstellung der Gerechtigkeit diesem Vorschlag zu widersetzen.”

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 09.01.2003

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Schutz für die Rückkehrer nach Srebrenica – Appel an IPTF für eine Wiederherstellung von ständigen Patrouillen 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete heute ein Appell an den IPTF-Kommissar, Herrn Sven Frederiksen, die persönliche Sicherheit der Rückkehrer nach Srebrenica mit dem Bilden einer Sondereinheit der IPTF, welche ständig in den Siedlungen, in denen es Rückkehrer gibt, patrouillieren würde, sicherzustellen. Es ist eine inakzeptable Tatsache, dass Rückkehrer, unter ihnen die Grosszahl alleinerziehender Mütter, deren Söhne, Ehemänner, Brüder und Verwandten 1995 beim Fall der UN-Schutzzone Srebrenica auf eine schreckliche Art und Weise getötet wurden, nun heute auch noch täglichen Provokationen, verbalen und physischen Angriffen wie auch dem Terrorisieren jeder Art seitens jener, die die erwähnten Verbrechen auch begangen haben, ausgesetzt sind, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Genauso ist auch das Verhalten der lokalen Polizei inakzeptabel, welche nichts tut, um diejenigen zu bestrafen, die die persönliche Sicherheit der Rückkehrer bedrohen, obwohl ihnen die Namen der Täter bekannt sind. Wegen dieser Tatsache haben die Rückkehrer ihr Vertrauen in die lokale Polizei verloren. Neben all der Leiden, die mit dem Prozess der Rückkehr verbunden sind, wie das Leben in Zelten, in Hausruinen, ohne Strom, Wasser, ohne die Möglichkeit zur medizinischen Behandlung und ohne Arbeit stellt die Gewährung der persönlichen Sicherheit ein bedeutendes Kettenglied nicht nur für den Rückkehrprozess sondern auch für die Wiederherstellung eines dauerhaften Friedens. 

Wir fordern vom IPTF, innerhalb ihres Mandat, welches ihnen in Bosnien und Herzegowina zugeteilt wurde, den Rückkehrern einen effektiven Schutz zu bieten und auf diese Weise weiteres Terrorisieren der Rückkehrer zu verhindern.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 26.12.2002

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Schärfste Verurteilung der bestialischen Ermordung der Familie Andjelic

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat mit Entsetzen die Nachricht über das schreckliche Verbrechen an Heiligabend im Dorf Kostajnica bei Konjic empfangen, an dem auf eine bestialische Art und Weise der Vater und zwei Töchter der Familie Andjelic ermordet wurden.(1)

Diesen terroristischen Angriff sehr energisch verurteilend, fordern wir von den befugten Organen der Regierung der Föderation BiH wie auch der Regierung des Herzegowina-Neretva Kantons, sofort eine Ermittlung über diese Ermordung durchzuführen, damit die Mörder verhaftet und bestraft werden, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass so etwas nur deshalb geschehen konnte, weil die Rückkehrer sich selbst überlassen sind und keinen effektiven Schutz erfahren, den ihnen neben der lokalen Polizei auch Friedenstruppen der SFOR wie auch Vertreter der Internationalen Polizeieinheiten bieten müssten.

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(1) An Heiligabend stürmte ein maskierter Mann in das Haus von Andjelko Andjelic (bosnischer Kroate) in Kostajnica bei Konjic und erschoss drei Mitglieder der Familie Andjelic (Andjelko – den Vater (68 Jahre alt), Tochter Mara (47 Jahre alt) und Tochter Zorica (27 Jahre alt). Das Elternpaar Andjelko und Ruza sind vor zwei Jahren nach Kostajnica zurückgekehrt und hatten bisher keine Schwierigkeiten mit den bosniakischen Nachbarn.  

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S a r a j e v o , 18.12.2002

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Protest an das ICTY wegen der schandhaft niedrigen vorgeschlagenen Strafe für Biljana Plavsic

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute zusammen mit den Müttern aus Srebrenica, den ehemaligen Konzentrationslagerinsassen wie auch anderen Überlebenden Opfern des Genozids einen scharfen Protest an das Internationale Tribunal für Kriegsverbrechen in Den Haag wegen derschandhaft niedrigen von der Verteidigung vorgeschlagenen Strafe für Biljana Plavsic in einer Dauer von acht Jahren. Die ehemalige Präsidentin der bosnischen Serben und  Mitglied des Karadzic-Establishment wurde seitens des Tribunals für Massenmorde, Deportationen, ethnische Säuberung, Internierungen in Konzentrationslagern, Massenvergewaltigung wie auch die Zerstörung von Städten und Dörfern angeklagt. Am zweiten Oktober dieses Jahres hatte die Angeklagte vor dem Tribunal die eigene Verantwortung für die begangenen Verbrechen während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina zugegeben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hatte ihr Geständnis begrüsst, denn dieses hatte bei Tausenden der überlebenden Opfer der erwähnten Verbrechen die Erwartung und Hoffnung auf die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit geweckt. Und anstatt dass die Anklägerschaft der Tribunals eine Strafe entsprechend den begangenen Verbrechen von Biljana Plavsic vorschlägt, eine Strafe die nicht nur die Gerechtigkeit zufriedenstellen sondern an die man sich auch lange erinnern wird, damit sich die erwähnten Verbrechen niemals wieder ereignen, wurde eine schandhaft niedrige Strafe vorgeschlagen, die für die Opfer eine Beleidigung darstellt (1), sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Wir befinden, dass das Geständnis für die eigene Verantwortung für ethnische Säuberung, welche 2.200.000 Vertriebene und Flüchtlinge produziert hat, für 200.000 Ermordete, für die körperliche und seelische Misshandlung der Internierten in Konzentrationslagern wie Omarska, Keraterm, Luka Brcko, Foca und Trnopolje, für die Massenvergewaltigung und -misshandlung moslemischer Frauen in Frauenlagern  wie Partizan in Foca, Vilina Vlas in Visegrad wie auch für die Zerstörung von Städten und über 800 Dörfern, nicht auf das Abmessen der vorgeschlagenen Strafe hätte einwirken dürfen. Nach dem Statut des Tribunals ist für solche Verbrechen die Strafe der lebenslänglichen Haft vorgesehen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina verlangt zusammen mit den überlebenden Opfern des Genozids vom Tribunal, im Falle von Biljana Plavsic nach den Bestimmungen des Statuts vorzugehen und ihr die Strafe der lebenslänglichen Haft auszusprechen. Mit dieser Strafe wird das ICTY nicht die 200.000 Getöteten zurück ins Leben rufen, es wird jedoch den überlebenden Opfern die Hoffnung auf die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit und dem Tribunal Glaubwürdigkeit verleihen, fügte zum Schluss Fadila Memisevic hinzu.

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(1) Die Hauptanklägerin des Tribunals, Karla del Ponte, hatte wegen der mildernden Umstände -  Geständnis von Biljana Plavsic - eine Haftstrafe von 15 bis 25 Jahren für Biljana Plavsic gefordert.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 13.12.2002

Presseerklärung  

Anlässlich des siebenten Jahrestages der Unterzeichnung des Dayton-Friedensabkommens:
Die Teilung von Bosnien und Herzegowina zementiert, Triumph von Radovan Karadzic und Ratko Mladic

Anlässlich des siebenten Jahrestages seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens in Dayton am 14.Dezember stellt die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina fest, dass das Dayton-Abkommen die Teilung eines in allen seinen Segmenten multiethnischen Staates zementiert und damit die Resultate der ethnischen Säuberung und des Genozids beibehalten hat.

In die Republika Srpska, aus der mehr als 50 % der nichtserbischen Bevölkerung vertrieben wurde, ist bisher nur jeder zehnte Vertriebene zurückgekehrt. Anstatt verhaftet und vor das Internationale Kriegsverbrechertribunal wegen Massenermordung und -vertreibung gebracht zu werden, triumphieren Karadzic und Mladic als freie Männer und machen so Spott über ihre Opfer, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Die Karadzic-Partei SDS hindert die Opfer der Massenvertreibung vor den Augen der Internationalen Gemeinschaft permanent an der Rückkehr.

Die SFOR-Truppen sollten endlich  das Mandat zur Durchführung  der Rückkehr der Flüchtlinge und der Vertriebenen wie auch zur Verhaftung der Hauptverantwortlichen für Kriegsverbrechen Radovan Karadzic und Ratko Mladic haben, ist man in der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina der Meinung.

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S a r a j e v o , 28.11.2002

Presseerklärung  

Protest wegen der Sprendstoffzündung an einer der ersten wiederaufgebauten Moscheen in der Siedlung Kozarusa bei Prijedor

Die gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hatte im August vergangenen Jahres mit Begeisterung den Wiederaufbau der zerstörten Moschee in der Siedlung Kozarusa bei Prijedor begrüsst. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch unsere Hoffnung für den symbolischen Beginn des Wiederaufbaus von über 1.180 Moscheen, die während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina zusammen mit den Spuren des über 500 Jahre alten "bosnischen Islam" zerstört wurden, zum Ausdruck gebracht.

Heute, ein Jahr später, spricht die GfbV - BiH ihren schärfsten Protest wegen der Sprengstoffzündung an dieser Moschee, die nicht nur in der Region Prijedor sondern auch in der ganzen Republika Srpska zu den ersten wiederaufgebauten gehört.(1)
Es ist unzulässlich, dass die Verantwortlichen für diesen terroristischen Akt die absolute Unterstützung der Regierung der Republika Srpska und vor allem der Gefolgsleute der Karadzic-Partei (SDS) haben, welche keinen Finger gerührt hat, um die Verantwortlichen für eine ganze Reihe von Angriffen auf die Rückkehrer, ihr Eigentum und religiöse Objekte ausfindig zu machen und zu bestrafen, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Es muss jedoch anerkannt werden, dass neben der Regierung der Republika Srpska auch die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft, der SFOR und IPTF hierfür Schuld tragen, da sie dem Regime derjenigen gegenüber, die die Rückkehr und den Friedensprozess obstruieren, sehr tolerant sind.

Deshalb fordern wir vom Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown, sehr entschieden, endlich energische Massnahmen gegen die Amtsträger in der Regierung der Republika Srpska zu ergreifen, die mit ihrem Nichtstun zu terroristischen Angriffen ermutigen und den Rückkehrprozess stoppen.

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(1) Diese Moschee befindet sich in der Siedlung Kozarusa, Dorf Mujkanovici bei Prijedor. Der Wiederaufbau der Moschee wurde aus den Mitteln finanziert, die die Rückkehrer selbst gesammelt hatten. Trotz der verhältnismässig hohen Zahl der Rückkehrer in diese Region ist die sicherheitliche Situation noch immer ein Problem, was auch der aktuelle Zwischenfall beweist. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 15.11.2002

Presseerklärung

Scharfer Protest wegen der erschreckenden Todesanzeigen in Brcko – wir fordern vom Superviser für Brcko, Herrn Henry Clark, sich maximal für die Aufdeckung und das Bestrafen der Täter einzusetzen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina verurteilt die “Todesanzeigen”, die am Donnerstag (14.November 2002) in Brcko aufgetaucht sind, aufs schärfste. Auf diesen Todesanzeigen befinden sich neben dem Bild eines gestorbenen Hundes nationale und religiöse Symbole der Bosniaken – Muslime.[1]  Es ist schauderhaft, dass der Anlass für das Erstellen solcher schandhaften “Todesanzeigen” der Beginn der Exhumierungen der Bosniaken ist, die 1992 auf eine schreckliche Art und Weise in verschiedenen Konzentrationslagern wie “Luka Brcko”, Autopunkt “Laser”, “Vestfalija”, dem Fussballstadion “Brezovo polje”, der Grundschule in Lonèari und anderen ermordet wurden.

Nach der Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina sind von Anfang Mai bis Mitte Juni 1992, also in nur sieben Wochen im Konzentrationslager “Luka Brcko” und seiner Umgebung beinahe 3.000 Menschen getötet worden. Ca. 200 Mädchen und junger Frauen wurden im Konzentrationslager “Vestfalija” gehalten, in dem Vergewaltigungen vollzogen wurden. Viele dieser Frauen sind nach der Vergewaltigung getötet worden.

Heute, zehn Jahre nach diesen Verbrechen beginnt man mit der Exhumierung der Ermordeten. Anstatt sich für das Bergen und die Beerdigung der Gebeine aller ermordeten oder als vermisst geführten Personen einzusetzen, damit das Vergeben leichter fallen kann, haben sich die Ideenstifter dieser schandhaften “Todesscheine” auf diese Weise zu den Reihen dieser gestellt, die 1992 als Gefolgsleute von Karadzic Massevertreibung und –ermordungen verübt haben, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina

Vom Superviser für Brcko, Herrn Henry Clark fordern wir sehr entschieden, alles dafür zu tun, dass die Täter aufgedeckt und entsprechend bestraft werden.  

 

[1] Auf der Todesanzeige war das Bild eines gestorbenen Hundes mit dem Namen Islamovic (Lesi) Dzeki, gestorben am 11.05.1992 im 15.Lebensjahr seines Hundelebens, in Trauer sind bosniakische Vertreter und Rückkehrer nach Brcko zusammen mit Vertretern der Hesbollah, Al-Kaida und Osama Bin Laden.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 16.10.2002

 Presseerklärung 

Offener Brief an die Regierungschefs der Europäischen Union
Erste Menschenrechtskonferenz in Srebrenica
Delegierte aus sechs europäischen Ländern fördern Autonomie und Ende der Apartheidspolitik

 Sehr geehrter Herr Regierungschef,

wir schreiben Ihnen zum Abschluss unserer Jahreskonferenz in Srebrenica. Delegierte von sechs unserer Sektionen aus europäischen Ländern haben sich Anfang dieser Woche am Schauplatz der furchtbarsten Kriegsverbrechens in Europa seit Stalin und Hitler getroffen. 

 Wir waren Gäste jener wenigen hundert Überlebenden des Genozids, die es gewagt haben, in ihre Heimatstadt und in die unwegsamen Bergdörfer der Grossgemeinde Srebrenica zurückzukehren. Diese Menschen leben in täglicher Angst vor den Drohungen und Schikanen der Behörden und Polizei des serbisch-bosnischen Teilstaates Republika Srpska. Sie sind fast ausnahmslos arbeitslos. Srebrenica ist eine fast tote Stadt, darunter leidet auch die serbische Bevölkerung (früher 25 % der Einwohner). Der Hohe Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina hat sein Büro ebenso zurückgezogen wie die OSZE und die meisten humanitären Organisationen. Die SFOR gewährt völlig unzureichenden Schutz nur jeweils täglich bis zu 15.00 Uhr. Der Abzug der Internationalen Polizei IPTF steht bevor.

In den umgebenden Bergdörfern fühlen sich die Rückkehrer von Europa verlassen. Sie vegetieren überwiegend in Zelten und Bretterverschlägen, haben kein Einkommen und in der Regel nicht einmal landwirtschaftliche Geräte und Vieh, so gut wie keine ärztliche Betreuung und keine Schulen für die Kinder.

Die Regierenden Europas haben in Srebrenica völlig versagt, obwohl europäische Truppen die Selektion in Mann, Frau und Kind und die Massenhinrichtung von mehr 8.000 Knaben und Männern durch serbische Einsatzgruppen ermöglicht haben. Sie haben ihre Verantwortung für die Miteuropäer Srebrenicas an die Täter delegiert. Hunderte haben sich allein unter dem Kommando des General Mladic und der Verantwortung von Radovan Karadzic an den Exekutionen beteiligt. Darüberhinaus hat Europa die Vernichtung von über 200.000 Kindern, Frauen und Männern, zu 90 % bosnische Muslime, belohnt  Genau jene Regionen, in denen der Genozid geschah, wurden zur Republik Srpska erklärt. Sie wird bis heute massgeblich von  der  serbischen  Extremistenpartei,

SDS regiert, die nach wie vor Kontakte zu ihrem Gründer Karadzic unterhält. Europas Regierung haben diesen mutmasslichen Kriegsverbrecher nie ernsthaft verfolgen lassen.

Die Überlebenden von Srebrenica haben keine wirkliche Chance auf Rückkehr in die serbische Teilrepublik. Dort machen Nichtserben, früher 50 % der Bevölkerung, nur noch ganze 5 % aus. Die Rückkehrpolitik der sogenannten Internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina ist völlig gescheitert, weil sie den Rückkehrern weder Sicherheit noch spürbare ökonomische Hilfe gewährt hat. Da helfen auch willkürliche Erfolgsmeldungen über immer wieder neue Rückkehrströme nicht.

Serbische Militärs und Politiker, die heute vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag des Genozids in und der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina angeklagt sind, haben die UN-Schutzzone von Srebrenica im Blute der Erschossenen ertränkt. Das darf nicht das letzte Wort Europas sein. Deshalb bitten wir Sie, treten Sie dafür ein, nach dem Beispiel Brckos einen Autonomen Distrikt Srebrenica zu schaffen. Unterstellen Sie diesen Distrikt der Zentralregierung und stärken Sie deren Kompetenzen.  Initiieren Sie ein internationales Wiederaufbau- und Wirtschaftsprogramm für den Distrikt, das beiden, muslimischen und serbischen Bosniern zu gute kommt. Beenden Sie die Apartheidpolitik in Bosnien-Herzegowina. Geben Sie den Menschen Sicherheit. Entfernen Sie Extremisten und Kriegsverbrecher aus ihren Ämtern.

Niemand von uns kann verstehen, dass europäische Politik toleriert und ständig aktiv dazu beiträgt, dass in Bosnien-Herzegowina durch Gewalt ethnische Käfige aufrechterhalten werden, während in allen europäischen Ländern Menschen verschiedener Nationalität und Konfession zusammenleben.

Mit freundlichen Grüssen und der herzlichen Bitte zu handeln

Ihre

Gesellschaft für bedrohte Völker – International, Tilman Zülch
Sektion Bosnien-Herzegowina, Fadila Memisevic  
Sektion Deutschland, Francoise Geiger
Sektion Italien, Wolfgang Mayer, Matheo Taibon
Sektion Luxemburg, Andre Rollinger  
Sektion Österreich, Hans Bogenreiter
Sektion Schweiz, Hanspeter Biegler


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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 20.09.2002

 

Presseerklärung 

Protest wegen der Zerstörung der gerade erst wiederaufgebauten Moschee in der Rückkehrersiedlung Kljuc bei Gacko

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete heute einen sehr scharfen Protest an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown, wegen der Zerstörung der gerade erst wiederaufgebauten Moschee in der Rückkehrersiedlung Kljuc bei Gacko*, in dem gesagt wird: 

“Während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina haben Karadzic´s Gefolgsleute neben den Massenvertreibungen und Deportationen der nichtserbischen Bevölkerung wie auch Massenermordungen, Vergewaltigungen und Folterungen in den okkupierten Gebieten auch alle Spuren des über 500 Jahre alten ´bosnischen Islams´ zerstört. Mit dem Erdboden gleichgemacht wurden islamische Denkmäler, Moscheen, Mesdschids und Religionsschulenm. Nach Schätzungen der UNESCO wurden 1.183 Moscheen zerstört. Es ist schauderhaft, dass das Szenario der Zerstörung der Moscheen und der Einschüchterung der Rückkehrer sogar trotz der Anwesenheit der Friedenstruppen (SFOR) und der Internationalen Polizeikräfte (IPTF) auch heute fortgesetzt wird, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.  

 Vom Hohen Repräsentanten, Herrn Paddy Ashdown, fordern wir, energisch gegen die Regierung der Republika Srpska vorzugehen, welche mit ihrer Tatenlosigkeit zu terroristischen Angriffen ermutigt und alles dafür tut, den Prozess der Rückkehr zu stoppen.”   

 

* In die Rückkehrersiedlung Kljuc sind bisher sieben ältere Bosniaken zurückgekehrt. Diese Moschee stammt aus dem Jahre 1560,  von den Anhängern Karadzic wurde sie 1992 dem Erdboden gleichgemacht und erst vor ca. 10 Tagen wiederaufgebaut.

 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 03.09.2002

Presseerklärung  

Protest wegen des Berichtes der Regierung der Republika Srpska über die Ereignisse in Srebrenica: “Herr Ivanic, sprechen Sie endlich mit den überlebenden Opfern des Genozid”

 Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat heute anlässlich des Berichtes der Regierung der Republika Srpska über die Ereignisse in Srebrenica, in dem die Massenexekution an den über 8.000 Männern – vorwiegend Zivilisten geleugnet wird, einen sehr scharfen Protest an den Premier der Regierung der Republika Srpska, Mladen Ivanic gerichtet, in dem unter anderem steht:  “Anstatt sich für die Verhaftung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic, die direkt für dieses grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Srebrenica verantwortlich sind, unterstützten Sie diese, indem Sie den Genozid an den über 8.000 ermordeten Männern, unter ihnen auch 1.000 Knaben im Alter von 11 bis 16 Jahren, verdecken und verleugnen. Als Menschenrechtsorganisation, welche weltweit für Menschenrechte kämpft, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina eine Dokumentation über das Verbrechen in Srebrenica erstellt, welche dieNamen der Ermordeten, die Geburtsdaten und die Daten der Ermordung beinhaltet.  Nur vom 11. bis zum 17.Juli 1995 wurden mindestens 7.292 Männer getötet. Die Gefolgsleute der Politik von Karadzic, unter ihnen auch Sie, begehen wieder Genozid, nun an den Toten, indem sie Massengräber umgraben und dabei die Überreste zerstören, um so mehr überzeugend bei der Verleugnung, Ignoranz und dem Tabuisieren dieses schrecklichen Verbrechens zu wirken”, sagte Fadila Memisevic, Präsidentin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und rief Herrn Ivanic dazu auf, endlich mit den überlebenden Opfern aus Srebrenica zu sprechen.  

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 20.08.2002

Presseerklärung  

Anlässlich der Kennzeichnung des zehnten Jahrestags des Massakers auf dem Berg Vlasicn - Erinnerung an die 253 erschossenen Zivilisten. Die Mörder sind noch immer auf freiem Fuss, die Überreste der Ermordeten bis heute nicht gefunden 

Vor zehn Jahren, am 21.August 1992 auf den Koricani-Felsen auf dem Berg Vlasic wurde ein Massaker an 253 ehemaligen Insassen der Konzentrationslager Omarska, Keraterm und Trnopolje  ausgeführt. Sie waren zusammen mit noch 3.000 ihre Heimatsleute aus Kozarac, Trnopolje, Prijedor, Kamicani, Brdjani und Sanski Most in einem Konvoi auf dem Weg zum freien Territorium. Der Konvoi  wurde vom Kommandanten des Lagers Trnopolje, Slobodan Kuruzovic, in Zusammenarbeit mit dem Präsidenten des Serbischen Roten Kreuzes, Pero Curguz, organisiert.  

Der Konvoi fuhr in Richtung Banja Luka - Skender Vakuf und war ca. 5 km lang. An der Spitze des Konvois war Mirko Paras, ein Karadzic-Anhänger. Der Konvoi wurde bei den Koricani-Felsen im Tal des Flusses Ugar bei den Dörfern Smetovi angehalten. Es wurden Männer im Alter von 13 bis 55 Jahren ausgesondert. Die serbischen Polizisten befahlen ihnen, sich zu zweit hintereinander zu stellen, die Hände dabei auf dem Rücken zu halten, und danach erfolgte der Befehl "Hinknien" und der Kommentar "Hier tauschen wir die Lebenden für Lebende und Tote, natürlich, für Tote aus". Darko Mrdja, der sich seit dem 14.Juni 2002 im Gefängnis des Internationalen Gerichtshofes für Kriegsverbrechen befindet, befahl "Schiessen", die tödlichen Rafallschüsse gingen über die unglückseligen Menschen, die getroffen in die ca. 350 m tiefe Schlucht fielen.

Zwölf Überlebende haben der Gesellschaft für bedrohte Völker ihre Aussagen gegeben und diese wurden an das Tribunal in Den Haag übergeben. Die Überlebenden des Massakers werden zusammen mit den Familienmitgliedern der Ermordeten, Freunden und Bekannten den Erinnerungstag mit einem Besuch des Ortes, an dem dieses schreckliche Verbrechen begangen wurde, die Koricani-Felsen auf dem Berg Vlasic, kennzeichnen und bei dieser Gelegenheit 253 Nelken in den Flusstal von Ugar werfen, welche die Zahl der Ermordeten symbolisieren, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befindet, dass es unzulässlich ist, dass auch zehn Jahre nach diesem Verbrechen die Überreste der Ermordeten noch nicht entdeckt wurden wie auch dass diejenigen, die dieses Verbrechen begangen haben, noch immer auf freiem Fuss sind. Neben der Forderung für die Beschleunigung des Exhumierungsprozesses, damit die Opfer ehrwürdig bestattet werden können, fordern wir auch, dass am Ort des Verbrechens ein Denkmal aufgestellt wird, welcher den Toten die Ehre erweisen und für die Lebenden ein Mahmal sein wird, dass sich solche Verbrechen niemals und nirgendswo wieder ereignen dürfen. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 14.08.2002

Presseerklärung  

Protest wegen der Steinigung der orthodoxen Kirche in Sanski Most

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina verurteilte sehr scharf den barbarischen Angriff auf die serbisch-orthodoxe Kirche der heiligen Apostel Peter und Pavle in der Nacht vom 11. auf den 12.August im Zentrum von Sanski Most.

Die Verantwortlichen für diese Schandtat haben sich auf diese Weise zu denjenigen gestellt, die während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina 1992 - 1995 neben der Ermordung von 200.000 Menschen auch über 1.300 Moscheen und über 300 katholische Kirchen zerstört haben, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin  der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu:

"Es ist unerträglich, dass auch heute, sieben Jahre nach dem Unterzeichnen des Dayton-Friedensabkommens, die Angriffe auf religiöse Objekte fortgesetzt werden. Wir verurteilen jeden dieser Angriffe und erheben zugleich auch unsere Stimme gegen jede Art von Schändung heiliger Orte, wie Friedhöfe oder Turbes (heilige Mausoleen). Von den befugten Organen  der Stadt Sanski Most fordern wir sehr entschieden, die Täter dieses Angriffes auf die serbisch-orthodoxe Kirche zu finden und sie zu bestrafen. Von dem orthodoxen Bischof der Zvornik-Tuzla Region, dem Wladika Vasilije Kacavenda fordern wir, mit der Praxis des Baus von Kirchen an Orten, an denen die heute zerstörten Moscheen standen - wie z.B. in Konjevic Polje (zwischen den vor dem Krieg bosniakischen Gemeinden Vlasenica, Bratunac, Zvornik und Srebrenica), in Divic bei Zvornik mit 100 % bosniakischer Bevölkerung, von denen mehrere Hundert im Konzentrationslager Karakaj getötet wurden, in Bijeljina, wo nun ein Wohngebäude für den orthodoxen Bischof Vasilije Kacavenda erbaut wurde wie auch in Meraje in Brcko - aufzuhören."

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 20.06.2002

Presseerklärung

Anlässlich der Kennzechnung des 20.Juni – Tag des Flüchtlings – den SFOR- und IPTF- Einheiten ein Mandat zuteilen, die Rückkehr der bosnischen Flüchtlinge und Vertriebenen mit effektivem Schutz vor extremistischen Übergriffen durchzuführen 

Anlässlich der Kennzeichnung des 20. Juni – Tag des Flüchtlings weist die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina auf die Tatsache hin, dass von den 2.200.000 Vertriebenen und umgesiedelten Personen aus Bosnien und Herzegowina 1.200.000 von ihnen in 100 Ländern der Welt Zuflucht gefunden haben, während 800.000 der Vertriebenen noch immer als Binnenflüchtlinge im eigenen Land leben. Es ist unzulässlich, dass sogar sieben Jahre nach dem Unterzeichnen des Dayton-Friedensabkommens, mit dem allen Flüchtlingen und umgesiedelten Personen die Rückkehr in die Orte, aus denen sie vertrieben wurden, gestattet wird, mehr als eine Million Bosnier aller ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten – was ca. 40 % der Gesamtbevölkerung von Bosnien und Herzegowina ausmacht, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina. Anstatt sich für eine schnellere Rückkehr einzusetzen, tun die lokalen Regierungen durch verschiedene Obstruktionen alles, um diese Rückkehr zu verhindern und verletzen dabei eines der Grundmenschenrechte – das Recht auf das Heim. 

Deshalb fordern den Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft dazu auf, scharfe Massnahmen gegen die lokalen Machtinhaber durchzusetzen, die die Aufnahme derjenigen, die in ihre Häuser zurückkehren möchten, verweigern wie auch dass den SFOR- und IPTF-Einheiten ein Mandat zugeteilt wird, der sie nach dem Kosovo-Modell verpflichten wird, die Rückkehr der Vertriebenen aller Nationalitäten und Religionen mit effektivem Schutz vor extremistischen Übergriffen zu sichern. 

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 19.06.2002

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Stoppen Sie den Terror an den Rückkehrern in Srebrenica – Appell an den Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina Paddy Ashdown

Anlässlich des Angriffes und des Arrestes einer Gruppe von Rückkehrern nach Srebrenica am 17.Juni 2002 seitens einer Gruppe von 50 serbischen Nationalisten verurteilt die Gesellschaft für bedrohte Völker diesen Zwischenfall sehr scharf und protestiert wegen der Passivität der lokalen aber auch internationalen Polizei. Polizeieinheiten wurden rechtzeitig aufgefordert, die Arrestierung von einigen bosniakischen Rückkehrern in einem Wirtsgebäude zu verhindern, sie sind dem Aufruf jedoch nicht gefolgt.  So konnten die serbischen Nationalisten die verängstingen Rückkehrer ungestört mehrere Stunden lang in Gefangenschaft halten und sie dabei mit dem Singen  von Ruhmesliedern für Radovan Karadzic und dem Hervorheben von Tschetnik-Symbolen wie auch mit Drohungen terrorisieren. Auch die SFOR-Soldaten, stationiert in der nahliegenden Militärbasis in Bratunac (ca. 10 km entfernt von Srebrenica), folgten nicht dem Aufruf, obwohl deren Eröffnung gerade mit dem Bedürfnis des Schutzes für Rückkehrer im Drina-Tal begründet wurde. 

Nach Informationen des Regionalen Büros für die Rückkehr nach Srebrenica bereitet diese militante Gruppe von serbischen Nationalisten eine Reihe von terroristischen Angriffen im Kontext der Kennzeichnung des siebenten Jahrestages der Srebrenica-Tragödie vor.

Es ist unerträglich, dass die Rückkehrer, die am 11.Juli 1995 in Srebrenica das grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges überlebt haben, nun wieder in Angst vor solchen leben müssen, die diese Verbrechen auch begangen haben.

Anstatt dass die Gefolgsleute von Karadzic verhaftet und festgesetzt werden, damit der Gerechtigkeit genüge getan wird, terrorisieren und arrestieren sie die überlebenden Opfer und tun alles daran, dass deren Rückkehr verhindert wird, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Deshalb fordern wir den Hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina, Herrn Paddy Ashdown dazu auf, den Terror und die Angriffe gegen Rückkehrer in Srebrenica zu verhindern wie auch dass zugunsten ihrer persönlichen Sicherheit in Srebrenica eine SFOR-Militärbasis eröffnet wird.

Die Regierung der Republika Srpska fordern wir dazu auf, die Verantwortlichen für diese Taten zu bestrafen.  

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 14.06.2002

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Die Verhaftung von Darko Mrða stellt für die Familien der Ermordeten wie auch für die sechs Überlebenden des Massakers, bei dem Mrða den Oberbefehl hatte, eine Hoffnung dar, dass die Gerechtigkeit zufriedengestellt wird

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina begrüsst die Verhaftung von Darko Mrða, der am 13.Juni 2002 in Prijedor von SFOR-Soldaten in Haft genommen wurde.  Der Inhaftierte befahl die Ausführung des Massakers am 21.August 1992 an über 200 Männern auf dem Berg Vlasic bei den Felsen Kocina. Die Opfer waren die ehemaligen Konzentrations-lagerinsassen von Omarska, Keraterm und Trnopolje, die zusammen mit ihren Landsleuten aus Kozarac und den umliegenden Dörfern mit einem Konvoi auf dem Weg in Richtung des freien Territoriums waren.  Nachdem der Konvoi mit drei Tausend Menschen bei den Kocina Felsen im Tal des Flusses Ugar bei den Dörfern Smetovi angehalten hatte, sonderten Darko Mrða und seine bewaffneten Gefolgsleute über 200 Männer im Alter von 13 bis 55 Jahren und reihten sie nur einen Meter entfernt von der grossen, ca. 350 Meter tiefen Schlucht. Dabei mussten alle ausgesonderten Männer die Hände auf dem Rücken und den Kopf gesenkt halten. Darko Mrða befahl: “Drei Schritte nach vorne”, “Hinknien“ i “Schiessen“, danach trafen die todesbringenden Rafallschüsse die unglückseligen aufgereihten Männer, die in die Schlucht fielen. 

In der Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina, die dem Tribunal in Den Haag übergeben wurde, befinden sich eine Liste der Ermordeten und Angaben über diese wie auch die Aussagen und Namen des sechs Überlebenden dieses Massakers.

Für die Familien der Opfer wie auch für die sechs Überlebenden stellt die Verhaftung von Darko Mrða eine Linderung ihrer Leiden und die Hoffnung dar, dass bald auch die anderen Täter vor das Gericht geführt werden, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

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S a r a j e v o , 17.04.2002

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Ohne eine Personalisierung der Verantwortlichen für die Verbrechen in Srebrenica stellt der kollektive Rücktritt der holländischen Regierung nur eine moralische Tat und keine Zufriedenstellung der Gerechtigkeit dar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina begrüsst die Entscheidung der holländischen Regierung, wegen Verantwortungs-gefühlen für den Fall der UNO-Schutzzone Srebrenica kollektiv vom Amt zurückzutreten. Das alleinige Geständnis der kollektiven Verantwortung  für das grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges, welches vor den Augen der holländischen Soldaten in Srebrenica begangen wurde, stellt jedoch eine moralische Tat dar, die für die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit nicht genügt.   

Von der holländischen Regierung, die bis zum 15. Mai ihr Amt im Rücktritt ausüben wird, erwarten wir, dass sie diejenigen Personen aus ihren Reihen, die politisch und militärisch für den Schutz der Enklave Srebrenica verantwortlich waren, benennt und dass diese vors Gericht geführt werden, was den Tausenden der überlebenden Mütter, Schwestern, Kinder und Verwandten Trost und Erleichterung bringen wird, sagte Fadila Memiševiæ, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Zusätzlich zum Verhaften und Bestrafen derjenigen, die den Genozid in Srebrenica nicht verhindert haben, erwarten wir von der holländischen Regierung, dass sie für die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit mit neuen Massnahmen das Hilfsprogramm für die Familienmitglieder der Getöteten und Vermissten erweitert wie auch den Prozess der Auszahlung von Entschädigungen an die Familien der Srebrenica-Opfer einleitet.

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Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 11.04.2002

Presseerklärung

Protest vor der Holländischen Botschaft in Sarajevo wegen dem Srebrenica-Bericht

Die Gesellschaft für bedrohte Völker protestierte heute zusammen mit den Müttern aus Srebrenica vor der Holländischen Botschaft in Sarajevo wegen dem Bericht über den Fall von Srebrenica, den das Holländische Institut für Kriegsdokumentation gestern in Den Haag vorgestellt hat.   Wir befinden, dass dieser Bericht eine neue Verleugnung des Genozids in Srebrenica darstellt, bei dem sich die holländische Regierung zum Mittäter machte, da ihr in der UN-Schutzzone stationiertes Bataillon nicht nur es versäumt hat, die Massenermordungen und Deportationen von Zivilisten zu verhindern, sondern mit seiner Tatenlosigkeit  daran teilgenommen hat. Ein schrecklicher Teil des Berichtes ist gerade jener, der die Massenermordungen von Zivilisten vor den Augen des Holländischen Bataillons abstreitet wie auch die Behauptung, die über 7.000 Ermordeten aus Srebrenica  wären Soldaten der „moslemischen Armee“gewesen. Nach Ermittlungen der GfbV – BiH sind unter den über 7.000 ermordeten Srebrenica-Männern über 2.000 Knaben im Alter von 10 – 16 Jahren, die vor den Augen der holländischen Soldaten aus den Händen ihrer Mütter gerissen und selektiert wurden, sagte Fadila Memiševiæ, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Es ist zynisch, Miloševiæ und Karadžiæ von der Verantwortung für die begangenen Verbrechen in Srebrenica loszusprechen und alles dem General Mladiæ anzuhängen, wenn man doch weiss, dass er heute noch in Belgrad von Miloševiæs Jugoslawischer Volksarmee gut bewacht wird.  Die Teilnehmerinnen des Protestes wurden vom holländischen Botschafter empfangen, an den die Forderung gerichtet wurde, die holländische Regierung über den Protest wegen dem Bericht zu benachrichtigen wie auch die Forderung, eine Delegation der Mütter aus Srebrenica an der Diskussion im Holländischen Parlament über diesen Bericht, die in Kürze abgehalten werden soll, teilnehmen zu lassen.  Dies wies der Botschafter ab und rechtfertigte es mit den bestehenden Regulativen, nach denen niemand ausser den Parlamentsmitgliedern an den Parlamentssitzungen teilnehmen kann.  Die Teilnehmerinnen kündigten an, sie werden so lange protestieren, bis die Verantwortlichen für die Srebrenica-Tragödie, unter ihnen auch der holländische Oberst Thomas Karremans, bestraft werden.  

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 08.04.2002

 

Presseerklärung

 Wir erheben unsere Stimme gegen jede Art der Diskriminierung von Roma – Jede Zivilisation ist daran zu messen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht – zum Internationalen Roma-Tag

Vor 32 Jahren wurde in London in der Zeit vom 8. bis zum 12.April der erste Roma-Kongress abgehalten, an dem Vertreter von Roma-Gemeinschaften aus 14 Ländern der Welt teilnahmen.  Zum ersten Mal wurden die gemeinsamen Interessen der Roma aus der ganzen Welt wie Gleichberechtigung vor dem Gesetz, das Recht auf die eigene Sprache, Kultur und Tradition, der Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus wie auch der Erhalt des Status nationaler Minderheit  präsentiert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker muss mit Bedauern die Tatsache betonen, dass Roma weder in der Verfassung der Föderation von BiH noch in der Verfassung der Republika Srpska als nationale Minderheit deklariert sind, obwohl sie die grösste ethnische Gruppe auf dem Gebiet von Bosnien und Herzegowina darstellen. Ihre Lebenssituation war niemals beneidenswert, ist jedoch nach dem Ausbruch des Krieges bedeutend erschwert worden.  

“Aufgrund unserer Ermittlungen, die wir kontinuierlich vor Ort erfassen, können wir sagen, dass mehr als 60 % der Roma aus dem Gebiet von Bosnien und Herzegowina, der heute als Republika Srpska bezeichnet wird, vertrieben wurde. Heute erleben Roma Schikanen und alle Formen der Rassendiskriminierung in einem sehr grossen Spektrum, welcher sich von der Verweigerung der Ausgabe von persönlichen Dokumenten bis hin zu physischen Angriffen auf Roma und ihr Eigentum erstreckt”, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

Anlässlich der Kennzeichnung des Internationalen Roma-Tages rufen wir die Vertreter der Regierung, der regierungsunabhängigen Organisationen wie auch die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft dazu, mit gemeinsamen Mühen den Roma bei der Verwirklichung ihrer Menschenrechte zu helfen.

Jede Zivilisation ist daran zu messen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 04.04.2002

Presseerklärung

Protest gerichtet an ICTY und Europarat wegen der Veröffentlichung von Namen der Vergewaltigungszeugen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker richtete heute einen scharfen Protest an das Internationale Kriegsverbrecher-gericht in Den Haag wie auch an den Europarat wegen der Veröffentlichung der vollen Namen der Zeugen, Vergewaltigungsopfer am 22.März 2002 in der Tageszeitung „Jutarnje novine“ unter der Exklusivüberschrift „Was beinhalten die an das Föderale Justizministerium überreichten Dokumente – Offene Haager Briefumschläge“, in dem neben der Namen der Angeklagten auch die von ihnen begangenen Verbrechen wie das Vergewaltigungsverbrechen beschrieben und die Namen der vergewaltigten Frauen – ICTY-Schutzzeugen veröffentlicht werden.  An diesen Frauen, die durch Konzentrationslager und Zwangsbordelle gegangen sind, und die alle möglichen Verletzungen der Menschenrechte, unter die jemals eine Unterschrift gesetzt wurde, erlebt haben, ist auf diese Weise ein neues Verbrechen begangen worden. Es ist schrecklich, dass diese Informationen aus dem Föderalen Justizministerium kamen, welches ja für den Schutz der Zeugen, in dessen Rahmen sich auch der Identitätsschutz befindet, verantwortlich ist, sagte Fadila Memiševiæ, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.  

 Zusammen mit der Sektion der ehemaligen weiblichen Lagerinsassen warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker das ICTY wie auch heimische Rechtsorgane, dass Frauen, die Vergewaltigungen überlebt haben, nicht über dieses Verbrechen aussagen werden bis das Föderale Rechtsministerium nicht Ermittlungen eingeleitet und die verantwortliche Person, die die Identität der Schutzzeugen bekannt werden liess, abgesetzt hat.   

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 29.03.2002

Presseerklärung

Das Föderale Justizministerium hat gegen die Regel der Haager Anwaltschaft verstossen und Namen von Vergewaltigungsopfern – unter Schutz stehende Zeugen veröffentlicht 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina richtete heute ein Protest an das Föderale Justizministerium wegen unprofessionellen Verhaltens gegenüber Haager Zeugen und besonders gegenüber Frauen, die Vergewaltigungsverbrechen überlebt haben. Anstatt sich für den vollen Schutz dieser Zeugen, welcher den Identitätsschutz, Schutz vor Bekanntgabe des Wohnortes und der Adresse beinhaltet, einzusetzen, hat das Föderale Justizministerium am 22.März 2002 in der Tageszeitung „Jutarnje novine“ die vollen Namen der seitens der Angeklagten von der Haager Liste vergewaltigten Frauen veröffentlicht.

Mit der Veröffentlichung ihrer Namen durch das Justizministerium ist ein erneutes Verbrechen an diesen Frauen begangen worden. Die schwer traumatisierten Frauen wurden mit diesem Akt der Brandmarkung in der Gesellschaft und gestörten Familienverhältnissen ausgesetzt, sagte Fadila Memiševiæ, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass an diesen Frauen, die durch Konzentrations-lager und Zwangsbordelle gegangen sind, alle möglichen Menschenrechte, unter die jemals eine Unterschrift gesetzt wurde, verletzt wurden. Wegen all diesem und besonders nach der Veröffentlichung ihrer Namen haben diese Frauen das Anrecht auf eine materielle Entschädigung.   

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 25.03.2002

Offener Brief an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina

Sehr geehrter Herr Petritsch,

die Bürger von Bosnien und Herzegowina erwarten mit grossem Interesse den angekündigten Abschluss der Verhandlungen über die bevorstehende Implementierung der Entscheidungen des Verfassungsgerichtes von Bosnien und Herzegowina zur Gleichberechtigung der Völker. Nach Informationen, über die wir verfügen, erfordert die Unmöglichkeit einer Kompromissschliessung unter den politischen Leadern Bosnien-Herzegowinas den Einsatz Ihrer Befugnisse bei der „Aufzwingung“ einer Lösung, die die volle Gleichberechtigung aller Völker und Bürger auf dem Gesamtterritorium von Bosnien und Herzegowina sichern wird. Unsere Organisationen, Unterzeichner dieses Briefes, wenden sich im Namen der Bürger von Bosnien und Herzegowina mit der Forderung an Sie, Ihre Befugnisse zu nutzen und sofort die Agonie der bosnisch-herzegowinischen Gesellschaft zu beenden, die zusätzlich vom bisherigen Lauf der Verhandlungen der politischen Leader von Bosnien und Herzegowina angefacht wurde. Von Ihnen verlangen wir, dass die gebrachte Entscheidung eine volle institutionelle und inhaltliche Symmetrie beim Schutz der vitalen nationalen Interessen im Parlament der Föderation von Bosnien und Herzegowina und der Volksversammlung der Republika Srpska garantiert und schafft. Wir sind überzeugt, dass eine Verlegung dieser Entscheidung wie auch jede anderweitige Entscheidung einen weitreichenden Schaden für die Interessen der multiethnischen Reintegration und den Aufbau eines demokratischen Bosnien-Herzegowinas darstellen würde.

Sehr geehrter Herr Petritsch, Ihren bisherigen Beitrag bei der Verwirklichung der proklamierten Ziele der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina hoch schätzend, nutzen wir die Gelegenheit, Ihre Aufmerksamkeit auf die möglichen Folgen Ihrer Entscheidung zu lenken, welche mit den vorher angeführten Prinzipien und Zielen nicht in Einklang stehen würde. In diesem Fall muss Ihnen bewusst werden, dass die Verantwortung für mögliche Manifestation der bürgerlichen Ungehorsamkeit und Proteste vor allem Ihnen zufallen wird.

 Hochachtungsvoll

Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina  
Serbischer Bürgerrat – Bosnien und Herzegowina 
Kongressrat der bosniakischen Intellektuellen 
Kroatischer Volksrat – Bosnien und Herzegowina


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 04.03.2002

Presseerklärung

Protest wegen der Kollaboration der Franzosen mit Karadzic

Französische Soldaten beim Einsatz der Verhaftung von Radovan Karadzic nicht beteiligen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute Protest an den NATO-Sitz in Brüssel wegen der Kollaboration von Frankreich mit Karadzic. Nach Schreiben des Hamburger Abendblattes ist die lang vorbereitete Aktion der Verhaftung des Kriegsverbrechers Radovan Karadzic wegen des Verrates des französischen Hauptmannes gescheitert, da dieser Radovan Karadzic über die Absichten der SFOR benachrichtigt und so die SFOR-Aktion lächerlich gemacht hat. Deshalb fordern wir den NATO-Pakt auf, französische Soldaten bei Einsätzen der Verhaftung von Radovan Karadzic nicht länger zu beteiligen, da sie ihm sechs Jahre lang Zuflucht geboten und keinen Finger gerührt haben, ihn zu verhaften, obwohl er sich in der Zone ihrer Verantwortung aufgehalten hatte, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Der französische Verteidigungsminister, Alan Richard, hat den französischen Soldaten verboten, vor dem Internationalen  Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag im Falle der Ermordung des Vizepräsidenten der Regierung der Republik Bosnien und Herzegowina, Herrn Hakija Turajlic, auszusagen. Bernard Janvier hat nichts getan, um das grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Srebrenica zu verhindern, und Phillippe Mourillon hat die schwersten an Zivilisten begangenen Verbrechen in Cerska verdeckt.

Die französische Regierung mit Jacques Chirac an der Spitze muss endlich gezwungen werden, die bisherige Praxis der Obstruktion der Verhaftung  der für Kriegsverbrechen Verantwortlichen in Bosnien und Herzegowina aufzugeben. 

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 28.02.2002


Presseerklärung

Neuer Vorstand der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina gewählt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hielt am Donnerstag, 28.Februar 2002, eine Sitzung des neuen Vorstandes ab, bei der folgende Mitglieder delegiert wurden:

General der Armee von Bosnien und Herzegowina im Ruhestand, Mitglied des Parlamentes von BiH, mr. Stjepan Siber (bosnischer Kroate); Alisa Muratcaus (bosnische Muslimin), Vertreterin der Frauensektion beim Lagerinsassenverband Kanton Sarajevo; Hatidza Mehmedovic (bosnische Muslimin), Vertreterin der "Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa"; Prof. David Kamphi (bosnischer Jude), Vertreter der Jüdischen Gemeinschaft Bosnien und Herzegowina; Prof. Dr. Mirko Pejanovic (bosnischer Serbe), Präsident des Serbischen Bürgerrates; Biljana Gagula (bosnische Serbin), Journalistin "Nezavisne novine" aus Banja Luka.

Zu den neuen Vorstandsmitgliedern wurden einige Mitglieder aus der alten Zusammensetzung wiedergewählt: Prof. Dr. (Franziskaner) Luka Markesic (bosnischer Kroate), Professor - Katholische Theologie; Krstan Bijeljac (bosnischer Serbe), Pope in der alten Orthodoxen Kirche in Sarajevo; Prof. Dr. Ibrahim Busatlija (bosnischer Muslime), Vertreter des Verbandes der Flüchtlinge - Bosnien und Herzegowina; Dragica Levi (bosnische Jüdin), Jüdische Gemeinde Sarajevo; Mehmed Suljic (Roma), Präsident der Union Roma - BiH; Prof. Dr. Smail Cekic (bosnischer Muslime), Direktor des Institutes für die Erfassung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und das internationale Recht.

Der neue Vorstand übernahm die Programmaktivitäten der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, die sich für die Rechte der bedrohten und verfolgten Minderheiten, Völker und Religionsgemeinschaften, für ein einheitliches Bosnien und Herzegowina einsetzt, in dem jedes Volk und jeder Einzelne das Recht auf die eigene Kultur, Tradition und Religion hat, weiterhin für die Rückkehr aller Vertriebenen in die Orte, aus denen sie vertrieben wurden oder geflüchtet sind wie auch für die Verhaftung und Auslieferung von Kriegsverbrechern an das Internationale Gericht in Den Haag. Die Gesellschaft für bedrohte Völker wird auch weiterhin Druck auf die Internationale Gemeinschaft ausüben, konkrete Hilfe beim Wiederaufbau von Bosnien und Herzegowina zu leisten, Seminare und Aktionen zugunsten der Menschenrechte organisieren, die Entitätszusammenarbeit der NGOs wie auch die Verbände der überlebenden Opfer der Konzentrationslager, der Vergewaltigung, der Granatenangriffe und besonders die Mütter aus Srebrenica, die schon seit sechs Jahren beharrlich nach der Wahrheit über das Schicksal ihrer über 10.000 vermissten Söhne, Ehemänner, Brüder und Verwandten suchen, unterstützen, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 26.02.2002

Presseerklärung

Protest wegen des "Schlachtens der Muslime" auf der Webseite http://zezalice.cjb.net 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute scharfen Protest  an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Wolfgang Petritsch, wegen des erschreckenden Videotextes "Schlachten der Muslime" auf der Webseite http://zezalice.cjb.net, auf der furchterregende Aufnahmen der Folterung und der Ermordung von Männern und Frauen gezeigt werden.

"Für jeden Bosnier müssen diese Aufnahmen unerträglich sein, denn sie erinnern an die Zeit von vor zehn Jahren, als diese Aufnahmen Teil der schrecklichen Realität waren, als über 200.000 Menschen aller ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten getötet wurden, unter denen die bosnischen Muslime jedoch am zahlreichsten waren", sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Als Menschenrechtsorganisation verurteilen wir sehr entschieden diese abscheuliche Propaganda und fordern, dass sie aus dem Web entfernt wird. Von Ihnen, Herr Petritsch, erwarten wir, sich bei der Firma Tera - byte Dot.Com.Inc. (Suite 900, CN Tower, 10004 - 104 Avenue, Edmonton AB T5JOK1 CA), bei der sich die genannte Webseite befindet, dafür einzusetzen, dass diese geschlossen wird.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 11.02.2002

Presseerklärung

Unter der Schirmherrschaft der Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker wurde die Union der Frauen NGOs aus der Republika Srpska  und der Föderation von BiH  gegründet - ein Schritt zum Wiederaufbau der Versöhnung und der Wiederherstellung eines dauerhaften Friedens

Am Samstag, den 9.Februar 2002 organisierte die Gesellschaft für bedrohte Völker, Sektion Bosnien und Herzegowina  eine Konferenz der Frauen NGOs aus der Republika Srpska und der Föderation von Bosnien und Herzegowina, bei der die Vereinigung all dieser Organisationen in die Union "FOKUS" ausgerufen wurde.

Die Union "FOKUS" ist eine Dachorganisation, die 25 NGOs bürgerlicher Orientierung umfasst, die sich auf den Friedensprozess und die Wiederherstellung der multiethnischen demokratischen Gesellschaft auf dem Gesamtgebiet von Bosnien und Herzegowina stützen. Sie ist das Resultat langjähriger Arbeit der Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker an der Wiederherstellung der Entitätszusammenarbeit zwischen Frauen NGOs mit dem Ziel der Beseitigung bestehender Barrieren wie auch der Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens, welches für den Aufbau der Zivilgesellschaft wie auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes notwendig ist, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

In einem Land wie Bosnien und Herzegowina, welches de jure in zwei und de facto in drei Teile gespalten ist, in dem noch immer mehr als 800.000 Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren können, in dem die grundlegendsten Menschenrechte wie das Recht auf Leben, auf persönliche Sicherheit, das Recht auf das eigene Heim permanent verletzt werden, sind die Frauen noch immer die grössten  Opfer. Aber im Gegensatz zu den Politikern, die mit so einer Situation zufrieden sind, sind die Frauen von Bosnien und Herzegowina  bereit, den Frieden nicht nur zu unterstützen, sondern auch für ihn zu kämpfen.

Mit der Vereinigung der Frauen aller Ethnien und Religionen und der Schaffung der Union wurde noch ein Schritt für die Reintegration von Bosnien und Herzegowina und die erfolgreiche Umsetzung des in Dayton unterzeichneten Friedensabkommens getan - vor allem seines Teils, der sich auf die Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen in die Orte, aus denen sie vertrieben wurden, bezieht. Viele Frauenorganisationen aus der Republika Srpska  vor allem aus dem Gebiet Srebrenica, Bratunac und Zvornik helfen den Rückkehrern  - bosnischen Muslimen schon längere Zeit durch die Umsetzung verschiedener Projekte aus dem Agrar-Bereich. Dank solch einem Projekt kehren nach und nach vertriebene bosnische Muslime auch in den kleinen Ort Kravice zurück (in der Nähe von Srebrenica), welcher bekannt wurde durch das schreckliche Massaker nach dem Fall von Srebrenica an ca. 2.000 bosnischen Muslimen.

Die Union ist zusammengesetzt aus folgenden Organisationen:

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 30.01.2002

Presseerklärung

Protest wegen der wiederholten Wahl von Karadzic's Ehefrau zur Präsidentin des Roten Kreuzes der Republika Srpska

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute scharfen Protest an den Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes - Bosnien und Herzegowina, Herrn Pascal Cuttat, wegen der wiederholten Wahl von Ljiljana Karadzic, der Ehefrau von Radovan Karadzic, zur Präsidentin des Roten Kreuzes der Republika Srpska. Es ist erschreckend, dass eine Organisation, wie es das Internationale Rote Kreuz ist, die sich auf den Prinzipien des Humanismus begründet, eine Person zum Partner wählt, die während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina alle Prinzipien des Humanismus mit Füssen getreten hat, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Das Rote Kreuz der Republika Srpska, an dessen Spitze Ljiljana Karadzic schon jahrelang steht, hat nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker an den Massendeportationen und -vertreibungen der nichtserbischen Bevölkerung vom von Karadzics Truppen besetztem Territorium teilgenommen. Im August 1992 war der Sitz des Regionalbüros des Roten Kreuzes für die Bosnische Krajina (Bosanska Krajina) im Konzentrationslager Trnopolje, in welchem über 7.000 Bosniaken und Kroaten gefangen gehalten wurden. Am 21.August 1992 hat dieses Regionalbüro eine Konvoifahrt für ca. 3.000 Menschen organisiert. Auf dem Plateau des Berges Vlasic wurden 250 ehemalige Gefangene aus dem Konzentrationslager Omarska  aus dem Konvoi ausgesondert und innerhalb von 15 Minuten erschossen und die Felsen hinab in den Flussbett von Ugar geworfen.

Heute ist das Internationale Rote Kreuz in Bosnien und Herzegowina auf der Suche nach ca. 30.000 Vermissten beteiligt. Unter ihnen sind über 10.000 Männer aus Srebrenica. Wir sind sicher, dass dieser Prozess effektiver und schneller ablaufen würde, wenn an der Spitze des Roten Kreuzes  der Republika Srpska nicht eine Person wie Ljiljana Karadzic stehen würde.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 09.01.2002

Presseerklärung

Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker konnte Hilfe für Roma aus Serbisch-Sarajevo sicherstellen

Ca. 400 Roma, die aus der Sarajevo-Siedlung Dobrinja (heute Serbisch-Sarajevo) vertrieben wurden, sind nun aus Deutschland in ihre vom Krieg vollkommen zerstörte Siedlung zurückgekehrt. Anstatt in ihre eigenen Häuser und Wohnungen sind diese Roma in Hausruinen und improvisierte Schuppen und Zelte ohne Strom, Wasser und Heizung eingezogen. Die niedrigen Temperaturen und die schlechten Hygiene-Umstände wurden zur Bedrohung für diese Roma und vor allem für die 204 Kinder im Alter von 1 - 14 wie auch für die 33 dort lebenden Greise. Durch aktives Lobbieren bei dem deutschen Kontingent der SFOR oder präziser gesagt bei ihrer Organisation "Lachen Helfen" konnte die Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker mit dieser Hilfslieferung sicherstellen, dass die Roma dieser Siedlung den Winter überleben.

Deutsche Soldaten, Mitglieder der Organisation "Lachen Helfen", die durch private Spenden finanziert wird, lieferten für die Roma-Siedlung in Dobrinja (Serbisch-Sarajevo) warme Decken, Heizmaterial, Bettbezug, warme Bekleidung und Schuhe, Lebensmittel wie auch Schulmobiliar für eine Schule, die von ca. 100 Roma-Kindern besucht wird.

Der Gesamtwert der gespendeten Waren beträgt ca. 40.000,00 DM.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 27.12.2001

Presseerklärung

Summierung : Menschenrechtsverletzungen im Jahr 2001:

Die SDS-Administration, die für die Massenvertreibungen verantwortlich ist, ist wieder ein Hindernis für die Opfer der Vertreibung bei der Rückkehr

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH summiert die Menschenrechtsverletzungen im Jahre 2001 und weist auf die Tatsache hin, dass das Dayton-Abkommen die Teilung eines in allen Segmenten multiethnischen Staates zementiert und somit die Resultate der ethnischen Säuberung und des Genozids beibehalten hat. Es ist eine inakzeptable Tatsache, dass  1.200.000 (40 % der Gesamtbevölkerung) Vertriebene aller Nationalitäten  und Religionszugehörigkeiten nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten. Nach Angaben der GfbV-BiH ist nach Republika Srpska, aus der mehr als 50 % der Einwohner vertrieben wurden, nur jeder zehnte Vertriebene zurückgekehrt. Karadzic’s Partei SDS, die wie Krebs zwischen der Regierung, Korruption und Macht durch die Metastase geht, hindert die Opfer der Massenvertreibungen permanent an der Rückkehr, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der GfbV – BiH.

Die Internationale Gemeinschaft toleriert das Verweigern der Republika Srpska, die Entscheidung des Verfassungsgerichtes über die Gleichberechtigung der Völker auf dem gesamten Gebiet von Bosnien und Herzegowina anzuerkennen. Vor den Augen der gutbezahlten Vertreter der Internationalen Gemeinschaft erleben die Rückkehrer nach Banja Luka, Trebinje, Bijeljina, Doboj, Livno, Drvar, Stolac und Capljina  Diskriminierung, Schikanen und leben in einem Apartheidsystem. Die falsche Politik der Internationalen Gemeinschaft spiegelt sich  auch in der Tatsache, dass Radovan Karadzic i Ratko Mladic, die Hauptverantwortlichen für den Tod von über 200.000 unschuldigen Zivilisten, noch immer auf freiem Fuss sind. Wenn der Westen in der Lage war, nach Afghanistan zu gehen, um nach Bin Laden zu suchen, dann kann er das auch hier in Bosnien und Herzegowina machen und Karadzic und Mladic verhaften.

Den SFOR-Truppen sollte man endlich das Mandat der Umsetzung der Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen wie auch der Verhaftung der Hauptkriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic geben.      

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 11.12.2001

Presseerklärung

Protest gerichtet an das Heim für Menschenrechte wegen der ungerechten Entscheidung über die Rückerstattung der Militärwohnungen an die ehemaligen Offiziere der Jugoslawischen Volksarmee

Anlässlich des Amendements auf Eigentumsgesetze, die der Hohe Repräsentant Petritsch verabschiedet hat und der Entscheidung des Heimes für Menschenrechte über die Rückerstattung der Militärwohnungen  an die Offiziere der ehemaligen Jugoslawischen Volksarmee protestiert die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, weil diese Entscheidung gegenüber Tausenden der Verteidiger von Bosnien und Herzegowina wie auch ihren Familienmitgliedern ungerecht ist, da sie mit dieser Entscheidung die Militärwohnungen verlassen müssen, damit in diese wieder Angehörige der gleichen Armee, die von 1992 - 1995 Dörfer angezündet und Städte zerstört hat, unschuldige Zivilisten getötet und an der "ethnischen Säuberung" teilgenommen hat, einziehen können, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. 

Wir erheben unsere Stimme für die Menschenrechte der Verteidiger, der Kriegsinvaliden wie auch der Familien, deren Liebsten ihr Leben bei der Verteidigung von Bosnien und Herzegowina gegeben haben und die durch diese Entscheidung ernsthaft bedroht sind.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 10.12.2001

Presseerklärung

Den Menschenrechtstag - 10.Dezember – kennzeichnend, erheben wir unsere Stimme gegen Terror und fordern energisch, dass auch gegen Karadzic und Mladic wie auch die Drei aus Vukovar  eine Antiterrorkampagne eingeleitet wird

Anlässlich der Kennzeichnung des Menschenrechtstages – 10.Dezember organisierte  die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina in Zusammenarbeit mit der Friedensorganisation „Desa“ aus Dubrovnik eine Konferenz zum Thema „Verbrechen in Srebrenica und Vukovar“. An der Konferenz nahmen Vertreterinnen der „Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa“ wie auch Vertreterinnen des Verbandes „Mütter aus Vukovar“ teil, die schon jahrelang vergebens nach der Wahrheit über das Schicksal ihrer vermissten Söhne, Ehemänner, Brüder und Verwandten suchen. Mit dem Fall der Schutzzone sind mehr als 10.000 Männer, Frauen und Kinder verschwunden, während bei der Zerstörung der barocken Stadt Vukovar 1.700 Menschen getötet und 760 noch immer als vermisst geführt werden. Im Falle dieser Mütter wurden und werden noch immer alle vier Genfer Konventionen über den Schutz von Opfern internationaler Waffenkonflikte vom 12.August 1949 verletzt, deren Protokoll sich vor allem auf das Recht der Familien begründet, über das Schicksal ihrer vermissten Familienmitglieder zu erfahren. Nach Artikel 22, Paragraph III der gleichnamigen Konvention ist die feindliche Seite verpflichtet, sofort nach Beendigung der aktiven Kriegsgefechte alle nützliche Angaben über vermisste Personen zu liefern, um so ihr Auffinden zu erleichtern. Die Gegnerseite (serbische Regierungen) hat es nicht nur versäumt, diese benötigten Angaben zu liefern, sondern versucht auch alle Spuren des Verbrechens, die die Jugoslawische Volksarmee  zusammen mit den paramilitärischen Einheiten begangen hat, zu zerstören und begeht so neue Verbrechen – nun an Toten. Die Massengräber werden umgegraben, Skelettreste zerstört, so dass nun neue Verbrechen – diesmal an Toten – begangen werden, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Obwohl das Tribunal in Den Haag gegen Karadzic und die ehemaligen JNA-Offiziere, Ratko Mladic, Sljivancanin, Mrksic und Radic wegen den grössten Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Srebrenica und Vukovar Anklage erhoben hat, ist es schrecklich, dass sie noch immer in der Bundesrepublik Jugoslawien frei sind und dort den „Schutz“ der offiziellen Armee Jugoslawiens geniessen – der gleichen Armee also, die von 1991 bis 1995 unschuldige Zivilisten, Dörfer angezündet und Städte zerstört wie auch an den Massenvertreibungen und der „ethnischen Säuberung“ teilgenommen hat.

Nach den terroristischen Angriffen am 11.09.2001 auf New York und Washington, bei denen Tausende unschuldiger Zivilisten ihr Leben verloren haben, hat der Westen sehr schnell mit einer Antiterrorkampagne reagiert, die für uns nicht vollkommen glaubwürdig ist. Für alle Teilnehmerinnen dieser Konferenz wird die Antiterrorkampagne erst dann glaubwürdig, wenn sie auch die Verhaftung  von Radovan Karadzic und Ratko Mladi}, die für die Ermordung von über 200.000 Menschen verantwortlich sind, wie auch die Verhaftung von Sljivancanin, Mrksic und Radic, die für die Ermordung von Tausenden von Menschen verantwortlich sind, umfasst.           

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 23.11.2001

Presseerklärung


Slobodan Milosevic, Friedenspartner des Westens, angeklagt für Genozid in Bosnien 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die Erhebung der Anklage seitens des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag gegen Slobodan Milosevic wegen Völkermordverbrechen während des Aggression auf Bosnien und Herzegowina von 1992 - 1995. Volle zehn Jahre hat der Westen nicht nur die Verantwortung von Milosevic für den Angriffskrieg auf die international anerkannte, unabhängige Republik Bosnien und Herzegowina abgewiesen, sondern ihn auch nach dem schrecklichen Massaker in Srebrenica 1995 zum Friedenspartner bei dem Dayton-Friedensabkommen gemacht.

Frankreich, Grossbriatnnien und Russland haben das Milosevic-Regime unterstützt oder ihm direkt geholfen und haben damit das unkontrollierte Wüten von Mördern wie Radovan Karadzic und Ratko Mladic erlaubt, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Mit dem Geld aus Belgrad wurde 1993 John Majors Wahlkampagne finanziert. Britische und französische IFOR-Kommandanten haben die Existenz von Kriegsverbrechern geleugnet, um die NATO-Intervention zu verhindern. Sogar die Massaker der Karadzic-Truppen wurden den bosnischen Verteidigern zugeschrieben.

Wir sind der Meinung, dass die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit erst dann erfüllt werden wird, wenn die westlichen Mittäter von Slobodan Milosevic wegen der Unterstützung angeklagt werden, die sie ihm gegeben haben.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 12.10.2001

Presseerklärung

Protest wegen der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Vereinten Nationen und den Generalsekretär der UNO, Kofi Annan 

Anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises für das Jahr 2001 an die Vereinten Nationen und deren Generalsekretär Herrn Kofi Annan hat die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina einen scharfen Protest an das Nobelinstitut in Oslo gerichtet, in dem unter anderem gesagt wird:

"Ihre Entscheidung über die Verleihung der höchsten Auszeichnung - des Friedensnobelpreises an die UNO ist eine Beleidigung für die über 200.000 getöteten Zivilisten während der Zeit der Aggression auf Bosnien und Herzegowina 1992 - 1995, die die UNO nicht nur versäumt haben zu verhindern, sondern auch den Massenmorden, Vertreibungen, Deportationen in Konzentrationslager, Massenvergewaltigungen tatenlos zugeschaut haben. Die Folgen dieser Tatenlosigkeit sind auch heute, sechs Jahre nach der Unterzeichnung des Dayton - Friedensabkommens, sichtbar: 1.200.000 Vertriebene sind nicht in die Orte, aus denen sie vertrieben wurden, zurückgekehrt", betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

"Wir befinden, dass die Verleihung dieses Preises an die UNO wie auch ihren Generalsekretär Kofi Annan einen einzigartigen Zynismus darstellt, wenn man bedenkt, dass unter der UNO-Fahne am 11.Juli 1995 in der Schutzzone der Vereinten Nationen, der Enklave Srebrenica, das grösste Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges begangen wurde, als in nur drei Tagen über 10.000 Männer, überwiegend Zivilisten, getötet wurden, darunter auch 2.000 minderjährige Kinder. In dieser Zeit hatte der heutige Generalsekretär eine wichtige Funktion in der UNO-Menschenrechtsabteilung inne und gestand im Bericht über den Fall von Srebrenica, neben der kollektiven Verantwortung der UNO auch eigene Verantwortung für diese schrecklichen Verbrechen gehabt zu haben." 

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 14.09.2001

Presseerklärung

Internationaler Strafgerichtshof muss Terroristen bestrafen   

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute zusammen mit ihren Sektionen in Deutschland, Luxemburg, Südtirol und der Schweiz einen Appell an die Internationale Gemeinschaft, schnellstens  alle Massnahmen für die Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) zu treffen. Wir trauern um die Opfer der unvorstellbaren Terroranschläge in New York und Washington. Sie waren unterschiedslos gegen die amerikanische Bevölkerung gerichtet und hatten deshalb laut UN-Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes genozidale Ausmasse. Wir befürchten, dass bei zukünftigen terroristischen Schlägen atomare Sprengköpfe verwendet werden könnten. Sie könnten auch Atomkraftwerke zum Ziel haben. Da sich dieser Terrorismus gegen die Weltgemeinschaft richtet, müssen die Täter vor einem internationalen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir erinnern daran, dass im 20.Jahrhundert - nicht zuletzt in und nach den beiden Weltkriegen - viele Vergeltungsakte Millionen neuer Opfer gefordert haben. Deshalb müssen der Westen dazu beitragen, dass irrationale westliche Vergeltungsaktionen verhindert werden, die nicht zwischen Terroristen und unschuldigen Zivilpersonen unterscheiden. Jede mögliche Aktion - auch in Afghanistan - muss sich gegen die Täter richten.

Es darf keinen Feldzug gegen die Zivilbevölkerung Afghanistans geben. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung dieses Vielvölkerstaates ist nach dem sowjetischen Angriffskrieg Opfer der extrem fundamentalistischen Taliban-Diktatur geworden, leider auch mit westlicher Unterstützung. In Afghanistan hungern nach UN-Angaben vier bis fünf Millionen Menschen, zwei Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. In den Nachbarländern haben etwa drei Millionen Flüchtlinge Schutz gesucht. Die Taliban verfolgen ethnische und religiöse Minderheiten und begehen fortgesetzt Massaker an der Zivilbevölkerung.   

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 30.08.2001

Presseerklärung

Protest gerichtet an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag (ICTY) wegen der vorübergehenden Freilassung von Biljana Plavsic   

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen Protest an das Internationale Kriegsverbrechertribunal  in Den Haag anlässlich seiner Entscheidung über eine vorübergehende Freilassung der ehemaligen Präsidentin der bosnischen Serben, Biljana Plavsic. Biljana Plavsic gehörte zum Establishment von Karadzic und ist verantwortlich für Massenvertreibungen, Massenermordungen, Deportationen in Konzentrationslager, Massenvergewaltigungen und die Zerstörung von Städten. 

Für die überlebenden Opfer dieser Verbrechen wie auch für die Angehörigen der Ermordeten hat ihre Verhaftung eine wahre Hoffnung in die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit geweckt, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Mit der Freilassung eines Kriegsverbrechers, wie es Biljana Plavsic ist, verlieren die überlebenden Opfer der Deportationen, Folterungen, Ermordungen und Vergewaltigungen nicht nur ihre Hoffnung in die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit sondern auch ihr Vertrauen in das Internationale Kriegsverbrechertribunal.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 10.07.2001

Presseerklärung

Anlässlich des sechsten Jahrestages seit dem Fall von Srebrenica

Srebrenica muss Distrikt mit besonderem Schutz der EU und der NATO werden 

Anlässlich des sechsten Jahrestages der Einnahme der ehemaligen UN-Schutzzone Srebrenica seitens der Mladic-Truppen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina eine Forderung an die Internationale Gemeinschaft gerichtet, Srebrenica zum Distrikt mit besonderem Schutz der Europäischen Union und des NATO-Paktes auszurufen und so die Rückkehr der Vertriebenen in diese Stadt zu ermöglichen. 

Es ist beschämend, dass die SFOR den Überlebenden des grössten Massakers in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges keine Sicherheit während der Grundsteinlegung für das Gedenkzentrum für die über 10.000 Opfer der Massenexekutionen seitens der serbischen Truppen in Srebrenica gewähren kann. Wir befinden es als unzulässig, dass die Zeremonieteilnehmer vor der schon angekündigten feindlichen Aktion der „Tschetnik-Ravnagora Bewegung“ nur von 1.300 Polizisten der Republika Srpska beschützt werden, von denen sicherlich ein Teil auch an den Massenexekutionen und der Massenvertreibung im Juli 1995 teilgenommen hatte. Deshalb fordern wir von den Vertretern der Internationalen Gemeinschaft, den SFOR-Truppen ein Sondermandat zuzuteilen, welches Sicherheit und effektiven Schutz für alle Vertriebenen, die zurückkehren möchten, garantieren würde, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 19.06.2001

Presseerklärung

20. Juni - Tag des Flüchtlings 

Anlässlich des 20.Juni - Tages der Flüchtlinge weist die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina auf die Tatsache hin, dass auch nach dem sechsten Jahrestag der Unterzeichnung des Dayton Friedensabkommens sein Schlüssel- und Zentralteil  - der Annex VII, mit dem allen Flüchtlingen und umgesiedelten Personen die Rückkehr in ihren Vorkriegswohnort gewährleistet wird, nicht implementiert wurde.

Es ist unzulässig, dass bis heute mehr als eine Million Vertriebener, was ca. 40 % der Gesamtbevölkerung Bosnien-Herzegowinas ausmacht, nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft  für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Von den Vertretern der Internationalen Gemeinschaft fordern wir, härtere Massnahmen gegen lokale Machthaber vorzunehmen, die diejenigen, die in ihre Häuser zurückkehren möchten, zurückweisen wie auch dass die SFOR und IPTF Einheiten ein Mandat nach dem Kosovo-Modell erhalten, welches sie dazu verpflichten würde, die Rückkehr von Vertriebenen aller ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten zu sichern und sie effektiv vor extremistischen Angriffen zu schützen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina weist auf die Unannehmbarkeit des Begriffes "Minderheitenrückkehr" hin. Vor Beginn der  "ethnischen Säuberung" waren bestimmte ethnische Gemeinschaften in den Landesteilen, die heute, nach der Gewaltanwendung, zu monoethnischen Regionen wurden, in der Mehrheit (Bosniaken z.B. im Drina-Tal, Serben in Drvar, Glamoc, Bosansko Grahovo, Kroaten in der Posavina).   

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 18.06.2001

Presseerklärung

Demonstranten versuchten erneut, die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Ferhad-Pascha Moschee in Banja Luka zu verhindern

Appell an IPTF, SFOR und die Regierung der Republika Srpska: Sichert den Ort der Grundsteinlegung 

Heute wurde in Banja Luka die Zeremonie der Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Ferhad-Pascha Moschee, die am 7.Mai diesen Jahres gewaltsam unterbrochen wurde, als mehrere Tausend extremistische Serben mit Steinen und Eisenstangen die moslemischen Gläubigen und Teilnehmer der Zeremonie angriffen und viele Busse und private Fahrzeuge zerstörten, wiederholt. Das Resultat dieses barbarischen Wütens waren Dutzende schwer verletzter Menschen wie auch ein Todesopfer. Mehrere Tausend Demonstranten versuchten auch die heutige Zeremonie der Grundsteinlegung zu verhindern und riefen Parolen wie "Dies ist Serbien", "Balije raus", pfiffen die Teilnehmer der Zeremonie aus und bewarfen sie mit Steinen. Sie versuchten zu dem Ort zu gelangen, wo die feierliche Zeremonie abgehalten wurde, die starken Polizeikräfte, die bei dieser Gelegenheit auch Wasserkanonen einsetzten, konnten dies jedoch verhindern. Dutzende Demonstranten wie auch Dutzende Polizisten wurden dabei verletzt.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina weist auf die Gefahr hin, die von diesen Extremisten auch in nächster Zeit ausgehen wird und richtet ein Appell an die Vertreter der lokalen Regierung wie auch an die Vertreter der SFOR und IPTF, den Ort der Grundsteinlegung zu sichern, damit der Wiederaufbau der Ferhad-Pascha Moschee ungestört ablaufen kann. Der Grundsteinlegung wohnten neben dem Religionsoberhaupt der Islamischen Gemeinde  in Bosnien und Herzegowina Mustafa ef. Ceric und dem Banja Luka- Mufti Edhem Camdzic auch der US-Botschafter in Bosnien und Herzegowina Thomas Miller, der britische, österreichische  und türkische Botschafter in Bosnien und Herzegowina wie auch Vertreter des politischen und öffentlichen Lebens in Bosnien und Herzegowina. 

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

 

S a r a j e v o , 30.05.2001

Presseerklärung

Frauen - NGOs aus der Republika Srpska unterstützen den Bau des Gedenkzentrums für die Opfer aus Srebrenica in Potocari

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Sektion Bosnien und Herzegowina hat im Rahmen der Internationalen Frauenkonferenz in Srebrenica einen Runden Tisch zum Thema "Unterstützung des Baus des Gedenkzentrums für die Opfer aus Srebrenica in Potocari" organisiert, an dem Vertreterinnen von Frauenorganisationen aus der Republika Srpska und der Föderation, Vertreterinnen der lokalen Regierung wie auch Vertreterinnen von internationalen Organisationen teilnahmen. Alle Teilnehmer des Runden Tisches waren sich darüber einig, dass das Gedenkzentrum gebaut werden sollte, damit die Skelettüberreste der über 10.000 unschuldig ermordeten Männer aus Srebrenica endlich Frieden finden und ihre überlebenden Familienmitglieder eine Linderung des Schmerzes wegen dem Verlust der Liebsten erfahren. Das Massaker in Srebrenica ist ein Synonym für das grösste Leiden der Bosniaken im vergangenen Krieg und die Familien der Opfer sind fest entschlossen, am 11.Juli dieses Jahres den Grundstein zu legen und mit dem Bau des Mahnmals zu beginnen.

Sofern man diese Manifestation nicht ernst nehmen sollte, könnte sich vor den Augen und auf Verantwortung der ganzen Welt eine blutige Vorstellung ähnlich der aus dem Jahre 1995 ereignen, als die Körper von mehr als 10.000 Männer, Frauen und Kindern brutal massakriert wurden und in Massengräbern auf dem Gebiet der gesamten Enklave  endeten, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Man befürchtet nämlich, das Wüten der serbischen Extremisten in Trebinje und Banja Luka anlässlich der Grundsteinlegung für die Osman-Pascha und die Ferhadija - Moschee sei nur eine Generalprobe gewesen für das, was für den 11.Juli für die Srebrenica-Leute in Potocari vorbereitet wird. Bei diesen Ereignissen haben sich die Vertreter der serbischen Regierung, der Polizei und der SFOR als unfähig gezeigt, diese Gewalt zu verhindern. Wie die einen so auch die anderen haben es zugelassen, dass diese Extremisten mit ihnen spielen.

Wir sind der Meinung, dass die Ereignisse in Banja Luka und in Trebinje eine Warnung für die Internationale  Gemeinschaft, die SFOR, die Polizei und Regierung der Republika Srpska sein sollten, alles dafür zu tun, dass es in Srebrenica bei der Grundsteinlegung für das Gedenkzentrum in Potocari nicht zu Gewaltausbrüchen kommt, denn diese könnten der Anlass für einen neuen Krieg werden. Der Bau des Gedenkzentrums ist ausserordentlich wichtig, da dieses auch eine Mahnung sein wird, dass sich solch ein Exodus niemals und nirgendwo wieder ereignet, betonte Fadila Memisevic und forderte dabei die Vereinten Nationen dazu auf, die gegründete Stiftung für Srebrenica und Potocari - das Mahnmal - finanziell zu unterstützen, da sie für dieses grösste Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich sind.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 07.05.2001

Presseerklärung

Trebinje - Szenario in Banja Luka

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete anlässlich des heutigen gut organisierten Angriffes der Gefolgsleute von Karadzic auf die Teilnehmer der zeremoniellen Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Ferhad-Pascha Moschee, die vor genau acht Jahren zerstört wurde, einen scharfen Protest an SFOR und IPTF Einheiten. Anstatt eine Lehre zu ziehen aus der bitteren Erfahrung in Trebinje, als eine Horde von Tschetniks die Grundsteinlegung für die Osman - Pascha Moschee verhindert hat, und mit maximalen Vorsichtsmassnahmen einen entsprechenden Schutz zu bieten, haben SFOR und IPTF alles der lokalen Polizei und den lokalen Politikern überlassen, die weder an der Rückkehr der Vorkriegsbewohner noch am Wiederaufbau ihrer religiösen Objekte interessiert sind.

Es ist unzulässig, dass vor den Augen der grössten militärischen Macht der Welt, bewaffnet mit den modernsten Waffen und mit dem effektivsten Nachrichtendienst diejenigen noch immer Terror begehen, die an Massenermordungen, Vertreibungen und Deportationen in Konzentrationslager, Massenexekutionen und Massenvergewaltigungen beteiligt waren und Kulturdenkmale, religiöse Objekte und ganze Städte zerstört haben, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und erinnerte daran, dass nach dem Dayton-Friedensabkommen, welches vor über fünf Jahren unterzeichnet wurde, SFOR und IPTF die Aufgabe haben, Bewegungsfreiheit in allen Teilen des Landes zu sichern wie auch den Rückkehrern effektiven Schutz zu bieten. Genau dies erwarten wir von den gutbezahlten SFOR- und IPTF-Angehörigen - einen effektiven Schutz und kein tatenloses Zusehen bei Gewalt und Terror.

Gerade dies ist heute in Banja Luka geschehen. Der feierlichen Grundsteinlegung für den Wiederaufbau einer der ältesten Moscheen in Bosnien und Herzegowina wohnten neben mehrerer Tausend Vertriebener aus Banja Luka auch der Hohe Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft, der Diplomatenchor, Präsidiumsmitglieder von Bosnien und Herzegowina, der Vorsteher der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina bei. Anstatt jedoch den Grundstein zu legen, wurden sie selbst von mehr als 15 Tausend extremistischer Serben in schwarzen Anzügen mit nationalistischen Zeichen - Tschetnik-Mützen, Fahnen mit "vier S", Transparenten mit Aufschriften "Dies ist Serbien" und "Serbien bis Tokio" mit Steinen beworfen. Es wurden ca. 30 Menschen verletzt. Alle Teilnehmer der Zeremonie mussten in das Gebäude der Islamischen Gemeinschaft fliehen, in dem sie sich noch immer befinden. Die faschistische Horde ist in den Hof des Gebäudes der Islamischen Gemeinschaft eingedrungen, welcher für diesen Anlass mit bosnischen Teppichen geschmückt war. Die Horde zündete die Teppiche an und warf ein lebendiges Schwein und ca. zehn gebratene Schweineköpfe in den Hof. Dutzende Autos und Busse, mit denen die Teilnehmer der Zeremonie gekommen waren, wurden vom Mob demoliert und angezündet. Sie hinderten die Feuerwehr daran, den Brand zu löschen. Die lokale Polizei reagierte nur sehr mild, während SFOR und IPTF absolut nicht einschritten. Und wie schon damals UNPROFOR so beaufsichtigte auch SFOR den wiederholten Terror an denen, die schon seit acht Jahren von Australien, über Neuseeland bis nach Amerika wandern und vergebens versuchen, in ihre Häuser zurückzukehren.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina
Trampina 4 / IV

S a r a j e v o , 17.04.2001

Presseerklärung

Die Verhaftung des Kriegsverbrechers Dragan Obrenovic ist eine Erleichterung für Tausende der überlebenden Opfer aus Srebrenica

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die Aktion der US-Soldaten bei SFOR, die am Sonntag 15.04.2001 den Oberst in der Armee der Republika Srpska, Dragan Obrenovic, Kommandeur der Zvornik - Brigade, der in der Zeit des Masskers in Srebrenica vom 4. - 15.Juli an der Gefangennahme, Erschiessung und am Verscharren in Massengräber von mehr als 5.000 Männern und Knaben, bosnischer Muslime aus der Enklave Srebrenica, eingeschlossen das Wiederausgraben der Körper der Opfer und dem Wiedervergraben an geheimen Orten, teilgenommen hat, verhaftet haben. Wir sind der Meinung, dass die Verhaftung von Obrenovic ein Weg zur Zufriedenstellung der Gerechtigkeit ist, die für Tausende der Opfer des schrecklichsten Völkermords seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Srebrenica Erleichterung bringen wird, sagte Fadila Memisevic, die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina in der Presseerklärung und fügte hinzu, dass es ohne eine Verhaftung und Bestrafung aller Kriegsverbrecher keinen dauerhaften und wahren Frieden in diesen Gebieten geben wird. Dies muss auch der Präsident der Republika Srpska, Mirko Sarovic, akzeptieren, denn seine Aussage, dass die Verhaftung von Dragan Obrenovic eine "wahre Schande des Haager Tribunals" ist, ist nichts anderes als das Verleugnen des Genozids und Verstecken der schwersten Menschenrechtsverletzungen, wie es das Selektieren der Männer nach Alter wie auch die Massenexekutionen an 10.000 Zivilisten waren, an denen auch der Oberst Dragan Obrenovic zusammen mit Milisav Gavric, Sreten Popovic, Goran Viskovic und Zoran Kovacevic, die leider noch immer wie auch Ratko Mladic und Radovan Karadzic auf freiem Fuss sind, teilgenommen hat.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina
Trampina 4 / IV

S a r a j e v o , 11.04.2001

Presseerklärung

Anlässlich der Kennzeichnung des Internationalen Roma - Tages

An Roma werden alle Arten von Menschenrechten - vom Recht auf Leben bis zum Recht, jegliches über ihre Rechte zu erfahren - verletzt

Vor dreissig Jahren, vom 8. bis zum 12.April 1971, wurde in London der Roma-Kongress abgehalten, an dem Vertreter der Roma-Gemeinschaften aus 14 Staaten teilnahmen. Zum ersten Mal wurden gemeinsame Interessen der Roma aus der ganzen Welt wie Gleichberechtigung vor dem Gesetz, das Recht auf eigene Sprache, Kultur und Tradition, der Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus wie auch der Erhalt des Statuts einer nationalen Minderheit präsentiert. Auch die Deklaration über Rechte der Roma wurde dabei verabschiedet, die in Bosnien-Herzegowina wie auch im Kosovo nicht befolgt wird. Die Gesellschaft für bedrohte Völker, Sektion Bosnien-Herzegowina muss mit Bedauern auf die Tatsache hinweisen, dass in der Verfassung von Bosnien-Herzegowina Roma nicht als nationale Minderheit auftauchen, obwohl sie die grösste ethnische Gruppe auf dem Gebiet von Bosnien-Herzegowina darstellen. Ihre Situation war nie beneidenswert, sie wurde jedoch durch den Ausbruch des Krieges in Bosnien-Herzegowina bedeutend verschlimmert.

"Aufgrund unserer Ermittlungen, die wir in den Jahren 1999 und 2000 vor Ort anstellten, verfügen wir über Angaben über Verletzungen aller Arten von Menschenrechten, wenn es um Roma geht - vom Recht auf Leben bis zum Recht, jegliches über ihre Rechte zu erfahren" sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass in der Praxis eine grosse Diskriminierung der Roma existiert. Die Roma vom Kosovo wurden nach dem NATO-Einsatz zu Opfern des albanischen Nationalismus. Nach Schätzungen der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina wurden bis heute über 150.000 Roma aus dem Kosovo vertrieben. Für jeden Europäer muss es unerträglich sein, dass eine Minderheit, deren Ausrottung von Hitler angesetzt wurde, wieder massenweise vertrieben wird und dies dazu in einer Region, die die Freiheit durch das Engagement europäischer Regierungen  wieder erlangt hat.

Anlässlich der Kennzeichnung des Roma-Tages organisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina am 12.April 2001 eine Kampagne der Unterstützung von Roma unter dem Titel "Tag der offenen Tür" und lädt Medienvertreter, Menschenrechtsorganisationen, Regierungsvertreter wie auch Einzelpersonen ein, an dieser Kampagne teilzunehmen, welche in den Räumen der GfbV - BiH (Trampina 4 / IV) von 9 bis 18 Uhr stattfinden wird. Im Rahmen dieser  Kampagne werden deutsche SFOR-Soldaten die Roma-Siedlung Ilidza besuchen und entsprechende Hilfe liefern.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 08.03.2001

Presseerklärung

Die Absetzung von Jelavic und vom HDZ-Establishment ist eine der weisesten Entscheidungen des Hohen Repräsentanten Wolfgang Petritsch

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die Entscheidung des Hohen Repräsentanten, Herrn Wolfgang Petritsch, Ante Jelavic von seinem Amt der Mitgliedschaft im Präsidium von Bosnien-Herzegowina wie auch andere Mitglieder des HDZ-Establishment, die eine Apartheidpolitik befürwortet und umgesetzt haben und ein wahres Bremsglied bei der Implementierung des Dayton-Abkommens in Bosnien-Herzegowina gewesen sind, zu entbinden.

Wir befinden, dass diese Entscheidung eine Erleichterung für alle Bürger Bosnien-Herzegowinas sein wird, vor allem für Bürger kroatischer Nationalität, die wirklich die meist bedrohten waren - dies jedoch durch extremnationalistische  Politiker wie Jelavic, Luzanski, Tokic und Batinic, die der Vergangenheit in der Politik angehören sollten, und die Zukunft gehört jenen Politikern, die den Frieden mit Achtung und der Einhaltung der Rechte aller Völker, ethnischer Gruppen und Minderheiten wie auch der verschiedenen religiösen Gemeinschaften ohne Hegemonie und ohne Apartheid aufbauen werden.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 26.02.2001

Presseerklärung

Die Haager Verurteilung der Verbrechen im Lasva Tal und des Massakers in Ahmici als Bestrafung der Verbrecher und Erleichterung für die Opfer

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst das Urteil des Haager Tribunals, mit welchem Dario Kordic, der ehemalige Präsident von HDZ Busovaca und stellvertretende  Präsident der sogenannten Kroatischen Gemeinschaft Herceg-Bosna, wegen der schrecklichen Verbrechen an Zivilisten im Lasva-Tal, der ethnischen Säuberung von Busovaca und der Umgebung wie auch des Massakers an 112 Bewohnern des Dorfes Ahmici zu 25 Jahren Haftstrafe und Mario Cerkez, der Befehlshaber der Vitez-Einheit, der die erwähnten Verbrechen direkt  ausgeführt hat, zu 15 Jahren Haftstrafe verurteilt wurden.

Das blosse Anerkennen der Haager Richter, dass das, was am 16.April 1993 im Dorf Ahmici geschah, eine der schrecklichsten Illustrationen der Unmenschlichkeit ist, stellt für die überlebenden Opfer dieses Massakers und ihre Familienmitglieder eine Erleichterung dar. Wir befinden, dass dieses Urteil ausserordentlich wichtig ist, da die Aggression Kroatiens auf die unabhängige Republik Bosnien und Herzegowina, über die die Gesellschaft für bedrohte Völker eine umfassende Dokumentation angefertigt  und sie im Juni dem Internationalen Gericht für Kriegsverbrechen übergeben hat, explizit bestätigt wird, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina in der Presseerklärung. Sie fügte hinzu, dass das Urteil des Tribunals die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit und den Weg zum wahren Frieden darstellt.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 07.02.2001

Presseerklärung

Scharfe Verurteilung der Ankündigung Radisics, dem US-Botschafter in Bosnien-Herzegowina die Gastfreundschaft zu entsagen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina ist entrüstet über die Ankündigung des Vorsitzenden des Präsidiums, Zivko Radisic, dem US-Botschafter in Bosnien und Herzegowina, Thomas Miller die Gastfreundschaft zu entsagen, einem Diplomaten, der innerhalb von 1 1/2 Jahren seines Mandats mehr für die Implementierung des Friedensabkommens aus Dayton getan hat als Herr Radisic während der fünf Jahre seines politischen Einsatzes in Bosnien und Herzegowina.

Wir als Organisation, die gegen Genozid kämpft, sich für die Rechte der bedrohten und verfolgten Völker, Minderheiten und religiösen Gemeinschaften einsetzt wie auch  die Verhaftung und Bestrafung aller Kriegsverbrecher befürwortet, unterstützen in jeder Hinsicht die Arbeit des US-Botschafters Thomas Miller. Wir befinden, dass es unerträglich ist, dass Herr Radisic diesen Vorschlag im Namen von Bosnien und Herzegowina bringt, welches zum Opfer des Milosevic-Angriffskrieges wurde, bei dem an 200.000 Zivilisten Völkermord begangen wurde. Radisic hat den Genozid nie anerkannt so wie er auch das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag nicht anerkannt hat, so dass im Gebiet von Bosnien und Herzegowina, welches als Republika Srpska bezeichnet wird, Kriegsverbrecher wie Karadzic und Mladic frei herumlaufen anstatt verhaftet zu werden, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass es für die Zukunft des Staates Bosnien und Herzegowina viel besser wäre, wenn statt der Entsagung der Gastfreundschaft einem US-Diplomaten man solchen Politikern wie Radisic das Mandat entziehen würde.

Auf einer Pressekonferenz hat Radisic betont, dass der US-Botschafter nicht das Mandat hat, in Bosnien und Herzegowina die Kaderpolitik zu führen, zu bestimmen, welche politische Option modern und welche nicht modern ist wie auch auf die Wählerschaft, Medien und Ähnliches Einfluss zu nehmen.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 29.01.2001

Presseerklärung

Initiative der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina

Es wurde ein Koordinationsausschuss der Frauen NGO`s aus der Föderation von Bosnien-Herzegowina und der Republika Srpska gegründet

Am Samstag, den 27.01.2001 wurde in Sarajevo unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina eine Konferenz der Frauen NGO`s, die auf dem Gebiet der Föderation aktiv sind wie die "Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa", "Srebrenica 99", "Frauen für Frauen", "Vereinigung der Frauen aus dem Drina-Tal" (welche 16 Assoziationen umfasst), wie auch der Frauen NGO`s, die auf dem Gebiet der Republika Srpska aktiv sind wie "Frauenforum Bratunac und Srebrenica", Frauenvereinigung "Quelle" aus Zvornik, "Vereinigung der Frauen aus Bijeljina", "Vereinigung der Frauen aus Banja Luka", "Sektion der Frauen aus dem Drina-Tal", "Mit dem Herzen zum Frieden - Kozarac" mit dem Ziel abgehalten, eine Entitätszusammenarbeit zu schaffen und das Dayton Friedensabkommen, hierbei besonders jenen Teil, der sich auf die Rückkehr der Flüchtlinge und der Vertriebenen in die Orte, aus denen sie vertrieben worden sind, bezieht, erfolgreich zu realisieren. Für die Umsetzung einer Massenrückkehr sind jedoch bestimmte Voraussetzungen notwendig - wie die Verurteilung und Verhaftung all jener, die Massenvertreibung und Massenermordungen verrichtet haben und in der Republika Srpska leider noch immer an der Macht sind. In Bezug darauf wurde eine Forderung an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft gerichtet, sich aktiver mit der Lösung dieses Problems zu beschäftigen, da die Vertreterinnen der Frauenorganisationen aus der Republika Srpska geäussert haben, dass auch sie oftmals von jenen, die an der Macht sind, unter Druck gesetzt werden, und dies sind Gefolgsleute der Karadzic-Partei SDS.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befindet, dass gerade aus diesen Gründen viele Frauenorganisationen aus der Republika Srpska bis heute nicht in das Netzt der NGO`s - Bosnien und Herzegowina eingegliedert wurden und dass dies so nicht zu akzeptieren sei.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o, 19.01.2001

Presseerklärung

Forderung an den jugoslawischen  Präsidenten Vojislav Kostunica:

Gestehen Sie Ihre Schuld für den Tod von über 200.000 Zivilisten in Bosnien-Herzegowina

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat eine Forderung an Vojislav Kostunica gerichtet, heute während seines ersten offiziellen Besuches in Bosnien-Herzegowina eine Geste des guten Willens zu zeigen und die Schuld für den begangenen Genozid und die Aggression auf Bosnien-Herzegowina, die seitens Belgrad geplant und  koordiniert war, zuzugeben. Mehr als 200.000 Zivilisten, überwiegend Bosniaken, wurden zu Opfern des Genozids, den das Milosevic-Regime in Form von Massenvertreibung, Deportationen in Konzentrationslager, Massenliquidierungen und Massenexekutionen, Vergewaltigungen und der systematischen Zerstörung der Spuren des 500 Jahre alten "bosnischen Islam" betrieben hat, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und sagte:

"Wir nehmen an, dass Sie heute diese Dinge bedauern und dass Sie mit Ihrem Besuch der Weltöffentlichkeit zeigen möchten, dass Jugoslawien wieder in Frieden mit seinen Nachbarn leben möchte. Die unverbindlichen Aufrufe zur Versöhnung sind uns jedoch nicht genug. Es muss auch eine Schuldbekenntnis zu dem begangenen Genozid und der Aggression erfolgen, damit den Angehörigen der Ermordeten und den überlebenden Opfern das Vergeben und die Versöhnung leichter fallen könnte. Die Weltöffentlichkeit erwartet von Ihnen, alle Kriegsverbrecher - mit Slobodan Milosevic an der Spitze, die in Ihrem Land Zuflucht gefunden haben, sofort an das Internationale Tribunal in Den Haag auszuliefern.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 16.01.2001

Presseerklärung

Minderheiten-Koordinationsausschuss gegründet

Gestern wurde von der Sektion Bosnien-Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker ein Treffen mit Vertretern der Minderheiten, die schon jahrelang auf dem Gebiet von Bosnien-Herzegowina leben - wie Slowenen, Roma, Albaner, Italiener, Ungarn, Tschechen und Juden, organisiert. Der Krieg in Bosnien-Herzegowina hat die Zahl der Vertreter dieser Minderheitengemeinschaften beinahe halbiert. So lebten in Sarajevo vor dem Krieg 210 ungarische Familien, während im Moment nur knapp 126 Vertreter dieser Minderheitengemeinschaft in Sarajevo anzutreffen sind. Vor dem Krieg gab es in Bosnien-Herzegowina 70.000 Slowenen, heute sind es weniger als 30.000, Italiener gab es vor dem Krieg ca. 1.000, heute sind es weniger als 500. Auch Tschechen waren vor dem Krieg mit mehr als 3.000 Bürgern vertreten und heute gibt es nur noch knapp 400 tschechische Vertreter in Bosnien-Herzegowina. Die jüdische Gemeinschaft hat vor dem Krieg in Bosnien-Herzegowina 3.000 Mitglieder gezählt. Im gesamten Bosnien-Herzegowina sind heute nicht mehr als 1.000 Juden anzutreffen.

Während der Aggression auf Bosnien-Herzegowina wurden auch Roma und Albaner zu Opfern der Massenexekutionen, der Vertreibung und Deportationen. Sie konnten bis heute nicht in ihre Häuser in der Republika Srpska zurückkehren. Der Koordinationsausschuss, der sich aus jeweils einem Vertreter jeder Minderheit zusammensetzt, ist gegründet worden, um bei der Lösung der Probleme der Minderheiten zu helfen. Dieser Ausschuss wird unter der Schirmherrschaft der Sektion Bosnien-Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker stehen, welche sich um die Durchsetzung der EU- Charta über Minderheiten bemühen wird. Bisher konnte festgestellt werden, dass diese EU-Charta in Fragen der Machtverteilung, der Sprache und der Freiheit, sich zu der eigenen Nation zu bekennen, verletzt worden ist.

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina
Trampina 4 / IV

S a r a j e v o , 09.01.2001

Presseerklärung

Protest wegen der Feier des Tages der Republika Srpska in Brcko

Der Distrikt Brcko liegt nicht in der Republika Srpska, sondern unterliegt der exklusiven Souveränität des bosnischen Staates

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute anlässlich der Feier des Tages der Republika Srpska am  9.Januar im Distrikt Brcko einen scharfen Protest an den internationalen Supervisor für Brcko, Herrn Gerry Matthews. Durch die Entscheidung des internationalen Schiedsgerichtes für die "Brcko-Frage"  wurde diese Stadt zum Distrikt ernannt, welcher der exklusiven Souveränität des bosnischen Staates unterliegt.

Wir sind sicher, dass die Internationale Gemeinschaft auf diese Weise gezeigt hat, dass sie sich wirklich für die Erhaltung des einheitlichen bosnischen Staates im Rahmen des Dayton-Friedensabkommens aus dem Jahre 1995 einsetzt und das dies ein erster Schritt ist, der zur Wiederherstellung des Friedens und Vertrauens führen und die Rückkehr der Vorkriegsbewohner von Brcko ermöglichen wird, die dies wegen ihrer Ausdauer und unerschütterlicher Liebe zu ihrer Stadt auch verdient haben, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.  "Es ist unzulässig, dass Sie als Supervisor für Brcko, dazu ernannt durch die Internationale Gemeinschaft, es tolerieren, dass ein Entitätsfeiertag wie der Tag der Republika Srpska im Distrikt Brcko, welcher nicht zur Republika Srpska gehört, gefeiert wird. Auf diese Weise wird nicht nur die grundlegende  Bestimmung der Schiedsentscheidung für Brcko verletzt, sondern auch die Rückkehr der vertriebenen Bosniaken und Kroaten in ihre Häuser verhindert."

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Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 29.12.2000

Presseerklärung

GfbV - Bosnien und Herzegowina summiert zum Ende  des Jahres 2000 die Lage der Menschenrechte in Bosnien-Herzegowina

Massenaussiedlung statt Massenrückkehr

Fünf Jahre nach der Unterzeichnung  des Dayton-Abkommens stellt die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina fest, dass die Ausführer der "ethnischen Säuberung" belohnt wurden, da Bosnien de jure in zwei Entitäten  gespalten ist, die durch NATO-Truppen als solche gesichert werden. In solch einem geteilten Bosnien existieren - was in Europa und in der westlichen Welt beispiellos ist - de jure zwei und de facto drei Armeen. Die Administration, das Rechtswesen  und die Polizei sind auf dem Grossteil des Gebietes von Bosnien und Herzegowina monoethnisch organisiert, betonte Fadila Memisevic - Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Die Tatsache, dass bis heute ca. 1.200.000 Vertriebene aller Nationen und Religionsrichtungen nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten                - ca. 40 % der Gesamtbevölkerung - ist inakzeptabel. Statt der Massenrückkehr, die seitens  der westlichen Regierungen befürwortet wurde, sind wir fünf Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit einer Massenaussiedlung konfrontiert.

Nach den Angaben unserer Menschenrechtsorganisation sind von den 320.000 Vertriebenen, die in Deutschland vorübergehend Zuflucht gefunden haben, nur 50.000 in die Heimat zurückgekehrt, während bis jetzt 200.000 von ihnen in Länder wie USA, Kanada und Australien ausgesiedelt sind.

Bis heute sind offiziell 100.000 Menschen aus Bosnien-Herzegowina ausgesiedelt, weitere 100.000 warten im Moment noch auf ein Visum für die Aussiedlung. Unter ihnen sind meistens junge Menschen. Die Hauptverantwortlichen für Kriegsverbrechen sind noch immer auf freiem Fuss. Die Internationale Gemeinschaft zeigt sich noch immer tolerant dem gegenüber, dass die Republika Srpska sich weigert, die Entscheidung des Verfassungsgerichtes über die Gleichberechtigung der Völker auf dem Gesamtgebiet von Bosnien-Herzegowina zu akzeptieren. Die zugesprochenen Grundmenschenrechte wie Bewegungsfreiheit, Meinungs-, Rede- und Religionsfreiheit wie auch das Recht auf Heim und Eigentum werden in einigen Teilen des Staates, besonders in der Republika Srpska, verletzt. Die Institutionen der Zentralregierung funktionieren nicht. Es müssen jedoch auch Erfolge wie die Zentralbank, Staatssymbole, Zollreformen, die neue Währung und Autokennzeichen, die die Internationale Gemeinschaft mit Gewalt durchsetzen musste, erwähnt werden. 

Gesellschaft für bedrohte Völker - Für Menschenrechte. Weltweit


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 15.12.2000

Presseerklärung

Protest wegen der Ermordung von Hatka Žeriæ und Husein Hodžiæ

SFOR und IPTF müssen den Rückkehrern einen effektiveren Schutz bieten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an die SFOR und IPTF wegen der Ermordung der Rückkehrer Hatka Žeriæ (66) und Husein Hodžiæ (61) vor einigen Tagen in ihrem kürzlich wiederaufgebauten Haus in Brðani bei Kozarac.
Die beiden Leichen wurden von Nachbarn entdeckt. Dem Mann war die Kehle durchgeschnitten worden, während die Todesursache der Frau noch immer nicht bekannt ist.
Es ist schrecklich, dass diejenigen, die 1992 Massendeportationen, Vertreibung, Massenvergewaltigungen, Konzentrationslager, den Raub und die Zerstörung des Eigentums überlebt haben, nun acht Jahre später nach der lang ersehnten Rückkehr ins eigene Heim in diesem getötet werden.

Das Dayton-Friedensabkommen, welches vor fünf Jahren unterzeichnet wurde, verpflichtet die SFOR und IPTF, die Rückkehr der Vertriebenen und Geflüchteten durchzusetzen, die Bewegungsfreiheit in allen Teilen des Landes zu sichern wie auch den Rückkehrern effektiven Schutz zu bieten. Wir fordern die SFOR und IPTF auf, im Sinne dieser Verordnungen zu handeln, damit die Rückkehr der Vertriebenen in Sicherheit und ohne Angst vor Gewalt und weiteren Ermordungen verlaufen kann.
Wir erwarten eine rasche und effektive Ermittlung wie auch die Bestrafung derjenigen, die dieses schreckliche Verbrechen begangen haben.

Gesellschaft für bedrohte Völker - Für Menschenrechte. Weltweit


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 28.11.2000

Presseerklärung

Nach Vermittlungen der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien-Herzegowina wird auch die Schweiz am Prozess der Identifikation der Getöteten aus Srebrenica mit 100.000 Schweizer Frank teilnehmen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien-Herzegowina hat einen Besuch der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Žepa in der Schweiz organisiert. Die Delegation bestehend aus Fadila Memiševiæ, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien-Herzegowina; Subašiæ Munira, Präsidentin der Bewegung "Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Žepa"; Sehomeroviæ Zumra, Mitglied der gleichen Bewegung und Heidi Rudolf, Generalsekretär der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz, wurde vom schweizerischen Außenminister, Herrn Joseph Deiss, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit wie auch dem schweizerischen Parlament empfangen. Das Außenministerium entschied sich, 100.000 Schweizer Franken für den Prozess der Identifikation der Getöteten aus Srebrenica zu spenden.
Auf diese Weise wurde die Schweiz neben USA, Holland, Island und Österreich zum fünften Land, das den Prozess der Identifikation der Exhumierten aus Srebrenica finanziell unterstützt.

Neben dieser finanziellen Unterstützung sprach uns der Außenminister Deiss auch politische Unterstützung bei der Verhaftung der angeklagten Kriegsverbrecher Radovan Karadžiæ und Ratko Mladiæ zu, ohne die es weder einen dauerhaften Frieden noch eine Rückkehr der Vertriebenen in ihre Häuser geben kann.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) versprach uns, die kollektive Rückkehr der Vertriebenen aus der ehemaligen Enklave Srebrenica durch den Aufbau der zerstörten Häuser und Siedlungen wie auch einer Infrastruktur zu unterstützen.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien-Herzegowina

S a r a j e v o , 10.11.2000

Presseerklärung

Ermordung von vier Roma im Kosovo
Wir fordern die UN auf, dringend eine Entscheidung zu bringen, die die KFOR dazu verpflichten würde, den Roma im Kosovo effektiveren Schutz zu bieten

Anlässlich der Ermordung der vier Roma, die nach mehr als einem Jahr Flüchtlingsdasein in ihr Dorf Doševac bei Priština zurückgekehrt waren, hat die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, Fadila Memiševiæ, eine Forderung an das Komitee für die Beseitigung aller Formen von Rassendiskriminierung CERD bei den UN in Genf gerichtet, dringend eine Entscheidung zu bringen, die die Internationale Gemeinschaft verpflichten würde, über die KFOR-Truppen einen effektiveren Schutz für die Roma-Minderheit im Kosovo zu bieten.
Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, welche sich weltweit für Menschenrechte und besonders für bedrohte Minderheiten wie die Roma einsetzt, sind nach der Rückkehr der 1.500.000 Kosovo-Albaner gleichzeitig auch drei Viertel der Kosovo-Roma aus dem Kosovo vertrieben, 75 ihrer Siedlungen zerstört und 14.000 ihrer Häuser zerstört oder angezündet worden.
Ca. 3.000 Kosovo-Roma fanden Zuflucht in Bosnien-Herzegowina, welches selbst mit eigenen Binnenflüchtlingen überlastet ist.
Für jeden Europäer muss es unerträglich sein zu sehen, dass eine Minderheit, deren Ausrottung mit Hitler begonnen hat, heute wieder massenweise vertrieben und getötet wird, nur weil diese Menschen eine etwas dunklere Hautfarbe haben als andere Bewohner Kosovos. Dies geschieht dazu noch auf europäischem Gebiet, welches durch Anstrengungen der europäischen Regierungen die Freiheit wiedererlangt hat. Die restlichen Roma im Kosovo leben in einem einzigartigen Ghetto, und da sie über keinen Schutz verfügen, verlassen sie ihre Häuser beinahe gar nicht.
Deshalb fordern wir  CERD bei den UN auf, sich aktiver an der Lösung dieses Problems zu beteiligen, damit der Roma-Minderheit im Kosovo ein effektiverer Schutz vor den extrem nationalistisch orientierten Albanern geboten werden kann.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien - Herzegowina

S a r a j e v o , 03.11.2000

Presseerklärung

Scharfer Protest gerichtet an die OSZE wegen der Kandidaturerlaubnis derjenigen, die an Massenvertreibungen, Massenermordungen, Vergewaltigungen, Deportationen in Konzentrationslager und Massenexekutionen der Zivilisten teilgenommen haben

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an die OSZE wegen der Tatsache, dass diese Wahllisten verifiziert hat, auf denen Personen auftreten, die Kriegsverbrechen begangen haben - wie Massenvertreibungen, Massenvergewaltigungen, Deportationen in Konzentrationslager und Massenexekutionen wie die in Srebrenica, an denen auch Miroslav Deronjic, ehemals Mitarbeiter von Radovan Karadzic und heute SDS-Abgeordneter im Gemeindeparlament von Bratunac, teilgenommen hatte. Neben diesem Kriegsverbrecher hat die OSZE auch die Kandidatur von Ljubisav Simic erlaubt, der 1992 an einem Massaker an mehr als 1.000 Bosniaken in der Schule "Vuk Karadzic" teilnahm und heute Abgeordneter im Gemeinderat von Bratunac ist, betonte Fadila Memisevic, Präsidentin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, in der Presseerklärung.

Es ist schrecklich, dass diese Kriegsverbrecher auch nach fünf Jahren seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages in Dayton nicht verhaftet wurden und zudem mit Hilfe der Organisation für europäische Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) noch immer an der Macht sind. Es ist zynisch, die Bürger zur "Wahl für Änderungen" aufzurufen und es gleichzeitig denjenigen, die schwere Verbrechen gegen die Menschheit und das Internationale Recht begangen haben, zu erlauben, sich kandidieren zu lassen.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 26.Oktober.2000

Presseerklärung 

Die Entscheidung zum Bau eines Gedenkzentrums in Potocari stellt einen Weg zur Zufriedenstellung der Gerechtigkeit dar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüßt die Entscheidung des Hohen Repräsentanten, Wolfgang Petritsch, Potocari als den Bestattungsort für die Überreste der über 10.000 Getöteten aus Srebrenica bestimmt zu haben. Nach fünf Jahren hartnäckigen Kampf und der Suche nach der Wahrheit über das Schicksal ihrer Liebsten, die seit dem Fall der UN-Schutzzone Srebrenica als vermisst gelten, befinden wir, dass diese Entscheidung für Tausende der überlebenden Mütter, Töchter, Schwestern und Verwandten einen Weg zur Zufriedenstellung der Gerechtigkeit darstellt, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und betonte, dass die Gerechtigkeit erst dann vollkommen zufriedengestellt wird, wenn diejenigen, die am 11.Juli 1995 in Srebrenica das größte Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges begangen haben, verhaftet und nach Den Haag ausgeliefert werden, wo ihnen wegen Kriegsverbrechen geurteilt werden kann.

Mit dieser Entscheidung zum Bau eines Gedenkzentrums in Srebrenica kehren zuerst die Toten zurück, was aber eine Garantie dafür ist, dass später auch die Lebenden werden zurückkehren können.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 18.Oktober.2000

Presseerklärung

Scharfer Protest wegen des Missbrauchs der serbischen Schüler für Demonstrationen gegen gemeinsame Schulen in Brcko
Wir fordern von den Vertretern der Internationalen Gemeinschaft, die Organisatoren dieser Demonstrationen rechtlich zu bestrafen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute anlässlich des Missbrauchs der serbischen Schüler seitens der Partei SDS für nationalistische Demonstrationen in Brcko einen scharfen Protest an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft, den Supervisor für Brcko Gery Matthews und SFOR- Pressesprecher Yvon Desjardins. Bei diesen Demonstrationen dominierten Parolen wie "Dies ist Serbien", "Wir möchten nicht zusammen sein" und man rief den Namen von Karadzic und Mladic aus, den beiden Kriegsverbrechern, nach denen das Internationale
Gericht in Den Haag schon lange fahndet.
"Es ist schrecklich, dass dies von jungen Leuten, die offensichtlich seitens der Karadzic-SDS instrumentalisiert worden sind, vor den Augen der SFOR, IPTF und der lokalen Polizei ausgerufen wird. Dies geschieht dazu in einer Stadt, die durch die Schiedsentscheidung des Internationalen Tribunals zum Sonderdistrikt unter exklusiver Souveränität des bosnischen Staates im Interesse aller seiner Bürger ernannt wurde", sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass diese Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt, eine Ermittlung über die Organisatoren dieser Demonstrationen wie auch deren Bestrafung fordert.
An den Demonstrationen nahmen 500 - 700 Oberschüler serbischer Nationalität teil. Es kam auch zu Ausschreitungen, wobei Dutzende Geschäfte bosniakischer Besitzer demoliert wurden.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 13.Oktober.2000

Presseerklärung

 Trauer wegen der Verletzung der deutschen SFOR-Soldaten bei der Verhaftung von Janko Janjic - Tuta, des Angeklagten für schwere Kriegsverbrechen begangen im Gebiet von Foca

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina gibt ihre Trauer wegen der Verwundung der vier deutschen SFOR-Soldaten bei der gemeinsamen Aktion der Verhaftung von Janko Janjic - Tuta, des Kandidaten für Den Haag, der für schwere Kriegsverbrechen im Gebiet von Foca wie Massenermordungen, Massenvergewaltigungen, Vertreibung, Deportationen in Konzentrations- und Frauenlager angeklagt wurde, kund.

Die überlebenden Opfer dieser Verbrechen geben heute Aussagen über Massengräber, in denen sich ihre Familienmitglieder, Nachbarn oder Freunde befinden. Wir befinden, dass es für diese Opfer eine Genugtuung ist, dass dieser Kriegsverbrecher mit dem Zünden der Handgranate sich selbst ein Urteil ausgesprochen hat, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Sie fügte mit Trauer hinzu, dass bei dieser Gelegenheit leider deutsche SFOR-Soldaten verletzt wurden, die schon ein Jahr lang in Foca stationiert sind und
deren Tätigkeit sehr offen und erkennbar ist - von Flüchtlingshilfe, Bewachung der Massengräber bis zur Verhaftung von Kriegsverbrechern.

Wir wünschen daher den deutschen Soldaten bei dieser Gelegenheit gute Besserung und eine rasche Genesung.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 04.10.2000

Presseerklärung

Appell für einen Schutz der vertriebenen Roma aus der Republika Srpska

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen Appell an die OSZE und OHR, sich aktiver für den Schutz der vertriebenen Roma aus der Republika Srpska einzusetzen, die im Moment im Gebiet der Föderation in fremden Wohnungen leben und sie auch bald werden verlassen müssen. Es ist unzulässig, dass Roma sehr leicht zur Zwangsräumung der Wohnungen gezwungen und ohne ein Recht auf Alternativunterkunft auf die Straße geworfen werden können.

Die Mehrheit von ihnen hatte Eigentumshäuser in Bijeljina, Zvornik, Vlasenica, Modrica, Banja Luka und anderen Städten der Republika Srpska, in die sie leider nicht zurückkehren können, betonte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Sie fügte hinzu, dass Roma während des Angriffskrieges auf Bosnien und Herzegowina auch zu Opfern der Massenvertreibung, Ermordungen, Deportationen in Konzentrationslager wie auch der Massenvergewaltigung wurden.

Es ist schrecklich, dass sich Roma in Häuserruinen ansiedeln müssen, anstatt in die eigenen Häuser, aus denen sie vertrieben wurden, zurückzukehren.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

M o s t a r , 18.September 2000

Presseerklärung

Das Buch "Suche nach Gerechtigkeit" der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina wurde vorgestellt

Heute wurde im Volkstheater Mostar das Buch "Suche nach Gerechtigkeit" der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina vorgestellt. Dieses Buch stellt eine Dokumentation über Kriegsverbrechen dar, die zuerst seitens der serbischen und dann seitens der kroatischen Truppen an der Zivilbevölkerung ausgeübt wurden. Dies ist eigentlich eine Dokumentation über alle Arten von Menschenrechtsverletzungen während der Aggression auf Bosnien und Herzegowina 1992 - 1995. Leider setzen sich Menschenrechtsverletzungen in diesem Gebiet auch nach der Unterzeichnung des Dayton - Abkommens fort. Im Gebiet der sogenannten Herceg- Bosna herrscht eine einzigartige Apartheid. Dieses marionettenhafte Gebilde, welches von niemandem offiziell anerkannt wurde, funktioniert in der Praxis und im politischen Leben noch immer. Die Rückkehr der Vertriebenen vollzieht sich sehr langsam oder passiert gar nicht. Die Verdächtigten für Kriegsverbrechen im Gebiet der Herzegowina sind noch immer auf freiem Fuß. "Für uns ist Gerechtigkeit das Fassen und Bestrafen von Kriegsverbrechern, was auch die Vorbedingung für die Friedensherstellung und den Genesungsprozess ist" sagte Fadila Memiševiæ, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass im Zentrum des Genesungsprozesses nicht nur die Anerkennung des Leidens des Opfers stehen würde sondern auch die Erkenntnis, dass die Schuld nicht bei einem ganzen Volk oder einer Nation liegt, sondern dass in der Regel jeder Einzelne verantwortlich ist. Sie müssen bestraft werden, damit der Gerechtigkeit genüge getan wird. Das Schuldbekenntnis ist der Weg zur Gerechtigkeit, und ohne ihn wird kein wahrer Frieden möglich sein. An der Vorstellung des Buches haben teilgenommen: Tilman Zülch - Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker - International, Prof. Dr. Rusmir Mahmutæehajiæ - Präsident des Internationalen Forum "Bosna", Marko Oršoliæ - Direktor des IMIC, Prof. Dr. Smail Èekiæ - Direktor des Instituts zur Erfassung von Kriegsverbrechen und Fadila Memiševiæ - Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 13.09.2000

Presseerklärung

Inakzeptable Aussage des russischen Botschafters in Bosnien und Herzegowina, dass die Verhaftung von Karadzic nicht die Situation in Bosnien und Herzegowina stabilisieren würde

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befindet, dass die Aussage des russischen Botschafters in Bosnien und Herzegowina, Filip Sidorski, im Interview für die Zeitschrift "Hrvatska rijec", die Verhaftung von Radovan Karadzic und Ratko Mladic wäre nicht Priorität und würde nicht zur Stabilisierung der Situation und zum Frieden in Bosnien und Herzegowina führen, inakzeptabel ist. Es ist schrecklich, dass diese Aussage vom Vertreter eines Mitgliedstaates der Kontakt-Gruppe kommt, die für die Implementierung des Friedens in Bosnien und Herzegowina zuständig ist und deren Soldaten Teil der Friedenstruppen SFOR sind. Nach solcher Aussage kann man von diesen Soldaten keine konkreten Aktionen in bezug auf die Verhaftung von Karadzic und Mladic erwarten, und ohne die Verhaftung dieser gibt es weder einen Frieden noch die so erwünschte Genesung der bosnischen Gesellschaft, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 07.09.2000

Presseerklärung


Protest wegen der Diskriminierung der Kosovo - Roma

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an den UNHCR und das Ministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge wegen Diskriminierung der Kinder der Kosovo-Roma, denen seitens der Gemeinderegierung von Breza verboten wird, am regelmäßigen Unterricht teilzunehmen.

Die Roma vom Kosovo waren zusammen mit Albanern Opfer der Massenvertreibungen und Massenermordungen seitens der Milosevic - Armee und sind auf der Suche nach Schutz nach Bosnien geflüchtet. Nach dem NATO-Einsatz kehrte die Mehrheit der Kosovo-Albaner wieder in die Orte zurück, aus denen sie vertrieben wurden, die Roma jedoch nicht. Sie sind nun zu Opfern des albanischen Nationalismus geworden und sind Vertreibungen und Ermordungen ausgesetzt, weshalb sie auch in Bosnien und Herzegowina bleiben mussten, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass es unerträglich ist, dass die Regierungsvertreter bzw. der Bürgermeister von Breza, Camil Zaimovic, die Roma erneut angreifen und ihren Kindern verbieten, am regelmäßigen Unterricht zusammen mit ihren Gleichaltrigen anderer Nationalitäten teilzunehmen. Mit der Gründung von Sonderklassen im Kreis des Kollektivzentrums Breza nur für Roma-Kinder, wie es der erwähnte Bürgermeister vorgeschlagen hat, würde das Apartheidsystem nach dem Beispiel Afrikas legalisiert werden, was erschreckend sein muss.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 21.08.2000

Presseerklärung

Scharfer Protest wegen des Verbotes der Aufstellung einer Zeltsiedlung in Banja Luka seitens des Regierungsvorsitzenden der RS, Milorad Dodik

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Herrn Wolfgang Petritsch, anlässlich des seitens Dodik geäußerten Verbotes der Aufstellung einer Zeltsiedlung für 10.000 Vertriebene, die ihre Rückkehr nach Banja Luka angekündigt haben, und seiner Aussage, dass man Zeltsiedlungen in der Stadt nicht aufstellen kann, "wo es einem passt". Es ist schrecklich, dass dies vom Liebling der Internationalen Gemeinschaft kommt, den diese als kooperativ bezeichnet. 10.000 vertriebener Einwohner von Banja Luka, die im Augenblick in Sanski Most, Zenica und Bihac leben, haben bei ihrem letzten Treffen am 20.August 2000 in Travnik entschieden, eine Zeltsiedlung in Banja Luka zu errichten, um so ihren Vorkriegsheimen näher zu sein. Nach Schätzung der Vertriebenen ist dies die einzig mögliche Weise der Rückkehr nach Banja Luka, da in den vergangenen Jahren nach der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens nur 2 % der ehemaligen Einwohner zurückkehren konnten.
Und anstatt den Wunsch für die Rückkehr derjenigen zu begrüßen, die vor fünf Jahren mit schrecklichen Verbrechen vertrieben wurden, und alles dafür zu tun, dass nicht nur 10.000 sondern die über 40.000 vertriebenen Bosniaken und Kroaten zurückkehren, verhindert dies der Vorsitzende der Regierung der RS, Milorad Dodik, mit dem Verbot der Aufstellung einer Zeltsiedlung, sagte im Protest Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass Milorad Dodik das Vertrauen, welches ihm die Internationale Gemeinschaft schenkt, nicht verdient.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 30.08.2000

Presseerklärung

Forderung zur Absetzung der Abteilungschefs des Ministeriums für Flüchtlinge und umgesiedelte Personen in Srebrenica, Zvornik, Bratunac, Bijeljina und Vlasenica wegen offener Obstruktion der Rückkehr der vertriebenen Bosniaken

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina ist entsetzt über den Inhalt des Offenen Briefes der Abteilungschefs des Ministeriums für Flüchtlinge und umgesiedelte Personen der Republika Srpska. Geäußert wird darin die Angst vor einer "Invasion der Muslime, unterstützt durch die Internationale Gemeinschaft mit dem Ziel der Realisierung einer unkontrollierten und spontanen Rückkehr ins Gebiet am linken Ufer des Flusses Drina, welche schon Formen von Anarchie annimmt".
Den Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Herrn Wolfgang Petritsch, fordern wir energisch dazu auf, seine Befugnisse zu nutzen und sofort die Abteilungschefs des Ministeriums für Flüchtlinge und umgesiedelte Personen in Zvornik, Bratunac, Bijeljina, Vlasenica und Srebrenica, die diesen Brief uterzeichnet haben, wie auch alle anderen, die die Rückkehr derjenigen, die mit schrecklichen Verbrechen vertrieben wurden, in ihre Heimatorte verhindern, ihres Amtes zu entbinden, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der GfbV - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass es sehr unpassend ist, den Begriff "Invasion" für diejenigen zu nutzen, die vor den Deportationen und Massenvertreibungen aus dem Drina-Tal - Gebiet mehr als 56 % der Bevölkerung ausmachten.
Bratunac: insgesamt 33.575 Einwohner : Kroaten 41 oder 0,1 %, Bosniaken 21.564 oder 64,2 %, Serben 11.479 oder 34,2 %, Jugoslawen 220 oder 0,7 %, Sonstige 271 oder 0,8 %.
Srebrenica: insgesamt 37.211 Einwohner: Kroaten 38 oder 0,1 %, Bosniaken 27.118 oder 72,9 %, Serben 9.381 oder 25,2 %, Jugoslawen 372 oder 1,0 %, Sonstige 302 oder 0,8 %.
Vlasenica: insgesamt 33.817 Einwohner: Kroaten 40 oder 0,1 %, Bosniaken 18.699 oder 55,3 %, Serben 14.356 oder 42,5 %, Jugoslawen 336 oder 1,0 %, Sonstige 386 oder 1,1 %.
Zvornik: insgesamt 81.111 Einwohner: Kroaten 120 oder 0,1 %, Bosniaken 48.208 oder 59,4 %, Serben 30.839 oder 38,0 %, Jugoslawen 1.225 oder 1,5 %, Sonstige 719 oder 1,0 %.
Bijeljina: insgesamt 96.796 Einwohner: Kroaten 517 oder 0,5 %, Bosniaken 30.314 oder 31,3 %, Serben 57.541 oder 59,4 %, Jugoslawen 4.256 oder 4,4 %, Sonstige 4.168 oder 4,4 %.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 17. August 2000

Presseerklärung 

Appell an die UN, die Minderheiten im Kosovo zu schützen

Die Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, Fadila Memiševiæ, hat heute einen Appell an das Komitee für die Beseitigung aller Arten von Rassendiskriminierung (CERD) bei den UN in Genf anlässlich seines 57. Treffens gerichtet. Darin wird ein effektiverer Schutz der Minderheiten im Kosovo, der Bosniaken und besonders der Roma, deren Vertreibung vom Kosovo bis heute fortgesetzt wird, gefordert. Auf der heutigen Debatte dieses Komitees über Roma muss verurteilt werden, dass die Sicherheitssituation für Minderheiten im Gebiet von Kosovo unter albanischer Kontrolle extrem schlecht ist. Von den 150.000 Roma, die vor dem Krieg im Kosovo gelebt haben, sind nur etwa 10.000 geblieben. Auf der Tagesordnung sind leider wieder Deportationen, Vergewaltigungen und Ermordungen von Mitgliedern dieser Minderheit, die nur deshalb in Lebensgefahr sind, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben. Diese Tatsache muss für jeden Europäer unerträglich sein. Wir fordern, dass auf dem heutigen Treffen des UN-Komitees für die Beseitigung aller Arten von Rassendiskriminierung (CERD) eine Entscheidung gefällt wird, die die Internationale Gemeinschaft verpflichten würde, durch die KFOR-Truppen einen effektiveren Schutz der Minderheiten im Kosovo zu bieten.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 16. August 2000

Presseerklärung

Scharfe Verurteilung der imperialistischen Sandmalereien von Fra Pater Lasiæ

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an den Kardinal Vinko Puljiæ wegen Missbrauch der Messefeier, gehalten von Fra Vjekoslav Lasiæ in Široki Brijeg anlässlich des Feiertages der "Velika Gospa" (Erscheinung der Heiligen Maria).
Wir befinden, dass die Aussage von Fra Pater Lasiæ, er würde in der Hoffnung leben, "dass Široki Brijeg eines Tages im kroatischen Landgebiet sein würde, und wenn sich durch den Glauben Berge versetzen lassen, dann würde man so auch Grenzen ändern können". Unzulässig ist, dass solche Aussagen von einem Priester kommen, der anstatt die Heilige Messe für "Velika Gospa" (Heilige Maria) zu halten, imperialistische Sandmalereien offenlegt, sich damit direkt in die Souveränität von Bosnien und Herzegowina einmischt und seine Grenzen zurecht schneidet, sagte Fadila Memiševiæ, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass solche Aussagen weder Frieden noch Tausende der Vertriebenen nach Hause bringen werden.

Bemerkung: Široki Brijeg liegt in der süd-westlichen Herzegowina und ist somit Teil des offiziellen Staates Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina

 S a r a j e v o , 29. Juni 2000

Presseerklärung

An die Soldatenorganisation der Republika Srpska in Srebrenica:
Anstatt die Schuld für den begangenen Genozid in Srebrenica abzustreiten, gebt sie zu, damit den Verwandten und überlebenden Opfern der Massenexekutionen das Verzeihen und die Versöhnung leichter fallen kann

Anlässlich der Aussage der Soldatenorganisation der Republika Srpska, dass es in Potoèari keine Verletzten und Getöteten gab und dass es keinen Sinn hat, dort eine religiöse Manifestation am 11.Juli zu organisieren, da dies Manipulation mit den Toten bedeuten würde, richtete die Präsidentin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina einen scharfen Protest an diese, in dem es heißt:
Es ist schrecklich, dass sie die massivsten Menschenrechtsverletzungen, Selektion der Männer nach dem Alter wie auch Massenexekutionen an 10.000 Zivilisten abstreiten. Nach Berichten der Menschenrechtsorganisationen, zu denen auch die Gesellschaft für bedrohte Völker gehört, wurden vom 11. - 17.Juli 1995 mindestens 3.000 Menschen in Potoèari getötet. Die Gedenkveranstaltung anlässlich des fünften Jahrestags dieser schrecklichen Tragödie ist eine Gelegenheit, die Schuld zuzugeben und euch für den begangenen Genozid zu entschuldigen, damit den Verwandten und den überlebenden Opfern die Versöhnung und das Verzeihen leichter fallen kann.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina

 S a r a j e v o , 26. Juni 2000

Presseerklärung

Gratulation an die britischen SFOR-Soldaten für die erfolgreiche Aktion der Verhaftung von Duško Sikirica, den Kommandanten des Lagers Keraterm

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüßt die letzte erfolgreiche Aktion der britischen SFOR-Soldaten in Prijedor, bei welcher der ehemalige Kommandant des Konzentrationslagers Keraterm, Duško Sikirica, verhaftet wurde. Nach der Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befanden sich in einem Zeitraum von nur drei Monaten, von Mitte Mai bis Ende August 1992, beinahe 4.000 bosniakische und kroatische Zivilisten aus Prijedor, Hambarine, Cele, Brda, Tukovi und anderen Dörfern in diesem Lager. Sie waren schrecklicher Tortur, Folterungen und Massenexekutionen ausgesetzt, wobei mehr als 1.000 Lagerinsassen getötet wurden, sagte Fadila Memiševiæ, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.
Für die Mitglieder ihrer Familien wie auch für alle überlebenden Opfer des Konzentrationslagers Keraterm stellt die Verhaftung des Lagerkommandanten, des Hauptverantwortlichen für diese Verbrechen, eine Erleichterung und Hoffnung in die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit dar, welche eine Grundlage für die Genesung und Festigung eines wahren und wirklichen Friedens in diesen Gebieten ist.

Neben den Gratulationen an die britischen SFOR-Soldaten für diese erfolgreich ausgeführte Aktion drücken wir auch unsere Hoffnung aus, dass diese Soldaten auch endlich die Hauptverantwortlichen für Kriegsverbrechen Radovan Karadžiæ und Ratko Mladiæ verhaften werden.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
 Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 20. Juni 2000

Presseerklärung

Der Bosnien-Besuch von Phillipe Mourillon stellt eine Beleidigung für Tausende der Opfer des Genozids, den er bestritten hatte, dar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat ihre Entrüstung bezüglich des Bosnien-Besuchen von Phillipe Mourillon, welcher im Rahmen des Besuches der Delegation des Europa-Parlamentes stattfindet, zum Ausdruck gebracht. Dieser ehemalige französische UN-General hat während seines Mandats in Bosnien und Herzegowina die größten Menschenrechtsverletzungen vertuscht. So lief er 1993 wie ein Sieger durch die Stadt Cerska, in die gerade serbische Truppen einmarschiert waren. Weltweit wurde dann seine Aussage zitiert, dass er nirgendwo Leichen gesehen hatte. Nur zwei Wochen später wurde seine Aussage von Tadeusz Mazoviecki widerlegt, der in einem Bericht das schreckliche Massaker in Cerska beschreibt. Zusammen mit seinem französischen Kollegen Janvier ist er mitverantwortlich für die schrecklichen Verbrechen in Srebrenica. Deshalb hat auch die "Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa" im Januar 2000 von den Vereinten Nationen gefordert, gegen Phillipe Mourillon, Boutros Ghali, Yasushi Akashi und Bernard Janvier wegen ihrer politischen und militärischen Verantwortung für die während des Falls der UN-Schutzzone Srebrenica begangenen Verbrechen Anklage zu erheben.

Wir sind der Meinung, dass die Wahl von Phillipe Mourillon zum Delegationsmitglied des Europäischen Parlaments für eine Diskussion über die Implementierung des Allgemeinen Rahmenplans über den Frieden in Bosnien und Herzegowina und besonders seine Reise nach Bosnien und Herzegowina eine Beleidigung für die Tausende von Opfern des Genozids, welchen er bestritten hatte, darstellt - sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina in der Erklärung für die Presse.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
 Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 15. Juni 2000

Presseerklärung

Anstatt vor das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag gebracht zu werden, wird der Wächter des Lagers "Heliodrom" Ante Buhovac zum Vorsitzenden des Gemeinderates Mostar - Süd ernannt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat mit Entsetzen die Nachricht über die Wahl von Ante Buhovac, dem ehemaligen Wächter des Lagers "Heliodrom", zum Vorsitzenden des Gemeinderates Mostar - Süd vernommen. Für Tausende  der ehemaligen Gefangenen dieses Lagers, Bosniaken und Serben, die die Torturen der Folterung, des Hungers, des Durstes bei hohen Temperaturen, der menschlichen Schutzschilder wie auch der Zwangsarbeit überlebt haben, stellt diese Wahl eine einzigartige Verspottung ihrer als Opfer und eine Entfernung vom Versöhnungsprozess dar, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina, in ihrer Aussage für die Medien. Sie fügte hinzu, dass diese Menschenrechtsorganisation über eine exakte Dokumentation über die Verbrechen im Lager "Heliodrom" wie auch über die Verbrechen in anderen Lager im Gebiet von Herceg-Bosna verfügt, die sie dem Internationalen Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag übergeben hat.

Wir hoffen, dass die Gerechtigkeit zufriedengestellt wird und dass diejenigen, die Zivilisten in Lagern gefangengehalten haben, bestraft und nicht mit der Wahl zum Vorsitzenden des Gemeinderates belohnt werden.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 14.06.2000

Presseerklärung

Scharfer Protest an SFOR-Truppen gerichtet wegen der Anzündung der bosniakischen Häuser in Srebrenica

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat heute beim Pressesprecher der SFOR, Herrn Yvon Jeradine, einen Protest gegen die erneute Anzündung von bosniakischen Häusern in Srebrenica eingelegt. In diesem wird neben anderem gesagt:

"Vor Ihren Augen wird täglich bosniakisches Eigentum angezündet und zerstört wie auch Rückkehrer ins Drina-Tal angegriffen. Die Tatsache, dass vor ihren Augen 180 Frauen des Drina-Tals mit Steinen beworfen wurden, als sie bloß versucht haben, Bratunac zu betreten und Blumen auf den städtischen Fußballplatz als Zeichen der Erinnerung an die schrecklichen Massaker 1992 - 1995 zu legen, ist unerträglich. Durch ihr Nichtstun ermutigt, heben die Anhänger der Politik Karadzics und die Fürsprecher der ethnisch reinen Territorien wieder ihre Köpfe und zerstören und zünden bosniakische Häuser an, wie dies in den letzten Tagen in Srebrenica passiert ist. Dort wurden die Häuser von Bekto Smajlovic, Ibrahim Bahalovic und Hasan Djozic angezündet und zwar in diesem Moment, als sie nach Srebrenica zurückkehren sollten, da sie die Schlüssel ihrer Häuser bekommen hatten.

Es ist schrecklich, dass Sie nach all diesem aussagen, dass das Drina-Tal - Gebiet sicher sei und dass Ihre Soldaten dort regelmäßig patrouillieren und glauben, dass die Umgebung sicher ist, denn im Gegenteil würde man entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Wenn Sie wirklich effektvoll sein wollen, dann lassen sie endlich einen Stützpunkt auf dem Gebiet von Srebrenica errichten und bieten Sie den Rückkehrern einen effektvollen Schutz, anstatt dies der lokalen Polizei zu überlassen, die ja sowieso nur ein verlängerter Arm der serbischen lokalen Macht ist, welche sich nicht für eine Rückkehr einsetzt" - sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 12.05.2000

Presseerklärung

Wir richten einen scharfen Protest an IPTF und SFOR wegen des schrecklichen Angriffes auf die Frauen aus dem Drina-Tal während ihres Besuches von Bratunac 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute einen scharfen Protest an die Vertreter von IPTF und SFOR wegen des Angriffes und der Steinwürfe auf 180 Frauen aus dem Drina-Tal seitens 2.000 lokaler Serben während des angekündigten und organisierten Besuches von Bratunac. Die Frauen aus Srebrenica, Bratunac, Žepa wie auch anderen umliegenden Orten wollten einen Blumenstrauß auf den städtischen Sportplatz "Bratstvo" als Erinnerung an den 10.Mai 1992 legen, als mehrere Tausend Menschen auf Befehl von Karadžiæ´s Partei SDS auf diesen Platz deportiert wurden. Später wurden viele von ihnen im Gebäude der Grundschule "Vuk Karadžiæ" getötet.

Auf dem gleichen Sportplatz wurden im Juli 1995 nach dem Fall von Srebrenica und der Selektion der Männer im Alter von 12 bis 70 Jahren mehrere Tausend dieser Gefangenen exekutiert. Die Blumen waren auch diesen Opfern gewidmet.

Anstatt jedoch die Blumen auf den Sportplatz zu legen, mussten die Frauen in den Bussen bleiben und sich dort auf den Boden legen, da sie von allen Seiten von Steinen beworfen wurden. Die Fenster aller fünf Busse wurden eingeschlagen, viele Frauen wurden verletzt, wovon zehn schwerere Verletzungen erhielten. Unter den Verletzten ist auch Hatidža Mehmedoviæ, Mitglied der Vereinigung "Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Žepa", die am 28.05.2000 den GfbV - Preis übernehmen sollte. Sie wurde im Augenbereich von Glasscherben getroffen. Es ist schrecklich, dass IPTF und SFOR nicht ihre Aufgabe der Sicherung der Bewegungsfreiheit und effektiver Schutzleistung für die Frauen erfüllt haben, sondern alles den lokalen Politikern überlassen wurde, die weder für Rückkehr noch für Versöhnung sind und unter dessen Einfluss es auch zu diesem Vorfall gekommen ist, sagte neben anderem Fadila Memiševiæ, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und forderte den Vertreter der Internationalen Gemeinschaft Petritsch dazu auf, den Bürgermeister von Bratunac abzusetzen.


Gesellschaft für bedrohte Völker
 Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 28.04.2000

Presseerklärung

Am 30. April 2000 wird in Prijedor der "Tag der Gemeinde" mit der Errichtung eines nationalistischen Denkmals gefeiert, welches eine Beleidigung für die über 20.000 Getöteten und über 50.000 Vertriebenen aus Prijedor darstellt

Wir richten ein Appell an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft, diesem schändlichen Akt nicht beizuwohnen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina richtete heute ein Appell an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft, nicht an der Feier anlässlich des "Tages der Gemeinde Prijedor" am 30.April 2000 beizuwohnen, im Rahmen welcher auch ein nationalistisches Denkmal präsentiert wird. Dieses Denkmal ist eine Beleidigung für die über 20.000 Getöteten und 50.000 Vertriebenen aus Prijedor. An diesem Tag, den 30. April 1992, hat Karadzics Partei SDS in einem nächtlichen Putsch mit Gewalt die Macht in der Stadt übernommen, danach folgten Massenermordungen, Massenvertreibungen und Deportationen in Konzentrationslager wie Omarska, Keraterm und Trnopolje, in denen mehrere Tausend nichtserbische Zivilisten gefoltert, misshandelt und getötet wurden. "Verbrenne", "Töte" und "Rotte aus" waren Befehle, über die man aus diesem Gebiet berichtete. Nur in der Gemeinde Prijedor wurden mehr als 20.000 Bosniaken, Kroaten und Roma getötet, davon ca. 11.000 nur in Kozarac. Und anstatt dass diejenigen, die diese Verbrechen begangen haben, die überlebenden Opfer um Verzeihung bitten, um ihnen die Qualen zu erleichtern und die Voraussetzungen für eine Versöhnung zu schaffen, rufen sie diesen Tag, an dem Verbrechen begangen wurden, zum "Tag der Befreiung der Gemeinde" aus und errichten ein nationalistisches Denkmal, welches niemanden zur Versöhnung bewegen wird, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der GfbV - Bosnien und Herzegowina. Es wäre wahrhaft schrecklich, wenn die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft trotz all dieser Tatsachen der Feier anlässlich des "Tages der Gemeinde Prijedor" beiwohnen würden.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
 Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 09.04.2000

Presseerklärung

Man misst jede Zivilisation am Verhältnis gegenüber den eigenen Minderheiten - anlässlich der Kennzeichnung des 29.Jahrestags des ersten internationalen Roma-Kongresses in London

Vom 8-12.April 1971 fand in London der erste Internationale Roma-Kongress statt, an dem Vertreter der Roma-Gemeinschaften aus 14 Ländern teilnahmen. Zum ersten Mal wurden gemeinsame Interessen der Roma aus der ganzen Welt wie rechtliche Gleichberechtigung, das Recht auf eigene Sprache, Kultur und Tradition, Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung, Statuserhalt einer nationalen Minderheit präsentiert. 29 Jahre nach der Verabschiedung der Deklaration über Roma-Rechte muss die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina leider konstatieren, dass Roma in der Verfassung Bosnien-Herzegowina nicht als Minderheit auftreten, obwohl sie die grösste ethnische Gruppe im Gebiet Bosnien-Herzegowina sind.

Mit dem Ausbruch des Krieges in Bosnien-Herzegowina hat sich die Situation der Roma bedeutend verschlechtert, da sie zu Opfern von Massenermordungen, Deportationen und Vergewaltigungen wurden. Die Roma-Kosovos waren zuerst Opfer der serbischen Angriffe und Vertreibung, nach Abschluss der NATO-Intervention wurden sie auch zu Opfern des albanischen Nationalismus. Nach Schätzungen der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina wurden bis heute über 150.000 Roma aus dem Kosovo vertrieben. Für jeden Europäer muss die Tatsache, dass eine Minderheit, deren Ausrottung von Hitler angesetzt wurde, wieder kollektiv vertrieben wird, und zwar in einer Region, die durch Anstrengungen der europäischen Regierung befreit wurde und deren vertriebene Einwohner wieder zurückkehren können.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina organisiert am 10.04.2000 anlässlich des Roma-Tages eine Hilfskampagne für Roma mit dem Titel "Tag der offenen Tür" und lädt alle Medienvertreter, politische Vertreter und Öffentlichkeitsarbeiter ein, an dieser Kampagne in den Räumen der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina - Trampina 4 / IV von 9.00 bis 18.00 Uhr teilzunehmen.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 03.04.2000

Presseerklärung

Wir sprechen unsere Zufriedenheit bezüglich der Verhaftung des Kriegsverbrechers Momcilo Krajisnik aus, die einen weiteren Schritt zur Gerechtigkeit, Versöhnung und dem Frieden darstellt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die heutige sehr erfolgreiche Aktion der Friedens-Stabilisierungskräfte - SFOR und die Verhaftung des Kriegsverbrechers Momcilo Krajisnik, der während des  Angriffskriegs auf Bosnien-Herzegowina dem Haager Kandidaten von der offenen Fahndungsliste, Radovan Karadzic, welcher für Massenmord, Massendeportationen, Massenvergewaltigungen, Konzentrationslager, ethnische Säuberung und die Zerstörung der Städte angeklagt wurde, stets nahe stand und es noch immer tut.

Momcilo Krajisnik gründete 1991 als Vorsitzender des Parlamentes von Bosnien und Herzegowina und hoher Amtsinhaber in der terroristischen Partei SDS die Volksversammlung des serbischen Volkes und hatte auch während ihrer gesamten Bestehungszeit ihren Vorsitz. Krajisnik hatte politische Verantwortung, da er die Ausrottung der bosnischen Muslime und Kroaten in zahlreichen Gemeinden Bosnien-Herzegowinas geplant und befohlen hat. Im Juni 1992 sicherte er die Ankunft von mehr als Tausend paramilitärischer Formationen aus Serbien, hier vor allem der "Arkanovci" und "Seseljevci", die in der Kaserne Lukavica und in Pale untergebracht waren und mehr als drei Jahre in Sarajevo Tod gesät haben. Seine Verhaftung stellt einen weiteren Schritt zur Gerechtigkeit, Versöhnung und dem Frieden dar, der erst dann erreicht werden kann, wenn alle, die für Kriegsverbrechen auf dem Territorium von Bosnien und Herzegowina verantwortlich sind, verurteilt werden, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
 Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 29.03.2000

Presseerklärung

Wir begrüssen die Eröffnung des Zentrums für die Überreste der Männer aus Srebrenica in Tuzla

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die gestrige Eröffnung des Zentrums für die Überreste der Männer aus Srebrenica beim Kommemorativzentrum in Tuzla, in dem neben der Ausführung der Autopsie und anderer Fachbearbeitung der Körper auch eine würdevollere Aufbewahrung der Exhumierten als bisher möglich sein wird. Es ist eine unzumutbare Tatsache, dass die Überreste der unschuldig ermordeten Männer aus Srebrenica in Plastiksäcken in zwei Tunnels in Tuzla in menschenunwürdigen Verhältnissen volle drei Jahre lang gelagert wurden. Die bisherigen Resultate des Identifikationsprozesses, der vom Team der Ärzte für Menschenrechte durchgeführt wurde, sind schändlich niedrig - innerhalb von zwei Jahren wurden nur 70 Körper  mit Kosten in einer Höhe von 1.200.000 Dollar identifiziert.

Gerade deshalb befinden wir, dass die Eröffnung des neuen Objekts, welcher eine bessere Lagerung der exhumierten Körper ermöglichen wird, ausserordentlich wichtig ist, den Prozess der Identifikation beschleunigen und den überlebenden Familienmitgliedern ermöglichen wird, ihre Liebsten würdevoll zu bestatten, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Sie begrüsste das Engagement der Internationalen Kommission für Vermisste mit Bob Dole an der Spitze, der mit finanzieller Unterstützung auch die Eröffnung des Zentrums für die Überreste der Männer aus Srebrenica beim Kommemorativzentrum in Tuzla ermöglicht hat.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 07.03.2000

Presseerklärung

Nach Srebrenica kehren zuerst die Toten zurück

Die Bewegung "Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa", die sich ausschliesslich mit Problemen der Suche nach Vermissten beim Fall von Srebrenica 1995 mit Unterstützung der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befasst, hat eine Initiative für die Bestattung der Körperüberreste, die sich im Moment in den Kommemorativzentren in Tuzla und Visoko befinden, ergriffen. Diese Initiative erfolgte nach dem ersten Besuch der Mütter im Kommemorativzentrum in Tuzla, wo sich in einem Tunnel 1.350 ausgegrabene und unidentifizierte Knochen in Plastiksäcken befinden. Im Kommemorativzentrum in Visoko befinden sich 4.000 unidentifizierte Knochen. Es ist eine Tatsache, dass bis jetzt nur 53 Körperüberreste identifiziert wurden und dass das Forensikerteam für diese schändlich kleine Zahl der Identifikationen 1.200.000 Dollar ausgegeben hat. Dies hat die Mütter aus Srebrenica auch dazu bewogen, sich für die Bestattung der ausgegrabenen Knochen zu entscheiden. Vor der Bestattung wird man Proben der Knochen nehmen und sie mit Zahlen kennzeichnen, damit die Identifikation später ausgeführt werden kann. Die Bewegung "Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa" hat ein Befragungsblatt bezüglich der Frage des Bestattungsortes für die ausgegrabenen Knochen erstellt. Die Mitgliedschaft der Bewegung hat 10.197 Familienmitglieder der Vermissten befragt. Die Befragten konnten sich für eine der folgenden Ortschaften entscheiden:

- Kanton Sarajevo

- Kanton Tuzla (Ravni stanovi - Kladanj)

- Srebrenica - Potocari.

Von der Gesamtzahl der Befragten erklärten sich 7.944 oder 83 % von ihnen für eine Bestattung in Srebrenica (Potocari). Die Bewegung der "Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa" verlangt zusammen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina von der Internationalen Gemeinschaft, den Willen der Familien der Vermissten durchzusetzen und zu ermöglichen, dass am 11.Juli, dem 5.Jahrestag seit dem Fall von Srebrenica, ein Grundstein für die gemeinsame Grabstätte in Potocari, wo auch die Mehrheit der Exhumierten auch getötet wurde, gelegt wird. Auf diese Weise kehren nach Srebrenica zuerst die Toten zurück, was ein Garant dafür ist, dass später auch die Lebenden zurückkehren werden. 


Gesellschaft für bedrohte Völker
 Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 06.03.2000

Presseerklärung

Protest gegen Farrands Kaderlösung für den Distrikt Brcko

Anhänger des Haager - Kandidaten Slobodan Milosevic wurden belohnt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat anlässlich der Ernennung der höchsten Amtsinhaber für die Regierung des Distriktes Brcko einen scharfen Protest an den Superviser für Brcko, Herr Robert Farrand gerichtet, in dem es neben anderem heisst: "Wir haben die Entscheidung des Internationalen Schiedsgerichtes für die "Brcko-Frage", die Stadt zu einem Sonderdistrikt mit exklusiver Souveränität dem bosnischen Staat gegenüber zu ernennen, begrüsst und waren überzeugt, dass die Internationale Gemeinschaft auf diese Weise gezeigt hat, sie würde sich wirklich für die Erhaltung des einheitlichen bosnischen Staates im Rahmen des Dayton-Abkommens aus dem Jahre 1995 einsetzen und dass dies ein erster Schritt wäre, der der Wiederherstellung des Friedens und des Vertrauens beitragen wie auch die Rückkehr der Vorkriegsbewohner Brckos, die mit ihrer Entschiedenheit und unerschütterlicher Liebe zu ihrer Stadt dies auch verdient haben, ermöglichen wird.  Wir befürchten, Herr Farrand, dass Ihre Kaderlösung für den Distrikt Brcko nicht die vertriebenen Bosniaken und Kroaten in ihre Häuser zurückbringen werden.

Den Serben mehr als 70 % der Übermacht in der Regierung gebend, haben Sie, Herr Farrand, die Initiatoren der Massenmorde und -vergewaltigungen, Massenvertreibung und -deportation belohnt", sagte neben anderem Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina im Protest und fügte hinzu, dass es unzulässig ist, dass die Mehrheit der Ämter im Distrikt Brcko den Anhängern des Haager Kandidaten Slobodan Milosevic zugeteilt wurde. So wurde zum Bürgermeister des Distriktes Sinisa Kisic, Anhänger der Sozialisten und der grösste Bewürworter der Sozialistischen Partei Serbiens, ernannt. Zum stellvertretenden Bürgermeister wurde Ivan Krndelj und zum Vorsitzenden der Gemeindeversammlung Mirsad Djapo ernannt. Obwohl die Bosniaken und Kroaten 70 % der Bevölkerung ausmachten, bekamen sie nach der Entscheidung von Robert Farrand nur 28 % Anteil an der Regierungsmacht.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 23.02.2000

Presseerklärung

Protest der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina wegen des dritten Völkermords an den Tschetschenen

Wir verlangen von den Regierungen der westlichen Länder, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland einzuführen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat heute, am 56. Jahrestag der Massendeportationen des tschetschenischen Volkes, die 1944 nach Stalins Befehl ausgeführt wurden, ein Protest an die Regierungen der westlichen Länder wegen der Fortsetzung der Vertreibung und Massenermordung der Zivilisten in Tschetschenien gesandt. Unter dem Motto "Von Stalin 1944 deportiert - von Jelzin 1994 bombardiert - von Putin 2000 liquidiert" verlangen wir von westeuropäischen Regierungen, diesen dritten Völkermord an den Tschetschenen durch Einführung von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland wie auch die Einstellung der Auszahlung von Krediten, die Russland vom Internationalen Monetarfonds bekommen hat, zu stoppen und zwar so lange bis der Krieg gegen Tschetschenien abgebrochen wird, betonte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Sie fügte hinzu, dass  internationale Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker von den führenden internationalen Politikern erwarten, Vladimir Putin bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland wegen dem Völkermord, den er an tschetschenischen  Zivilisten ausgeführt hat, nicht zu unterstützen.


Gesellschaft für bedrohte Völker
  Sektion Bosnien und Herzegowina 

S a r a j e v o , 19.02.2000

Presseerklärung

Scharfer Protest  gerichtet an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina wegen des Heraushebens von Karadzics Bildern in Amtsräumen für die Herausgabe von Wertpapieren

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat einen scharfen Protest  an die Vertreter der Internationalen Gemeinschaft, SFOR und IPTF wegen des Heraushebens von Bildern des Kriegsverbrechers Radovan Karadzic in Amtsräumen für die Herausgabe von Wertpapieren im Serbisch-Sarajevo gerichtet. Für jeden Vertriebenen aus der Republika Srpska, der Opfer von Karadzics Vertreibung, der Ermordung von Familienmitgliedern, Massenexekutionen, Deportationen in Konzentrationslager, Torturen und Folter wurde, muss es schauderhaft  sein, nach dem Betreten der Amtsräume für die Herausgabe von Wertpapieren von diesem Kandidaten des Tribunals in Den Haag, nach dem schon seit vier Jahren vergebens gesucht wird, auf einem grossen Plakat, unter welchem steht: "Wir haben es geschafft, machen wir weiter" empfangen zu werden. Wenn die Internationale Gemeinschaft schon nichts unternommen hat, um Radovan Karadzic zu verhaften, dann kann sie zumindest das Herausheben seiner Fotos in Amtsräumen verbieten, sagte neben anderem Fadila Memisevic, die Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und betonte dabei, dass dies eine geplante Provokation ist, deren Ziel es ist, diejenigen, die dahin zurückkehren wollen, woher Karadzic sie vertrieben hat, zu verschrecken.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 04.02.2000

Presseerklärung

Protest wegen der Koalitionsgründung der österreichischen Volkspartei mit der rechtsextremen Partei von Jörg Heider

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat einen scharfen Protest  bezüglich der Gründung der Koalitionsregierung in Wien, bestehend aus  der konservativen Volkspartei und der rechtsextremen Freien Partei von Jörg Heider, geäussert. Für jeden Europäer muss die Wahl von Jörg Heider und seiner Partei, welche Feindschaft gegenüber Europa und Ausländern befürwortet und sich den europäischen Integrationsprozessen widersetzt, unerträglich sein. Mit dieser Wahl wird Europa wieder durch eine Welle des Faschismus, welche von Massenvertreibung, Selektion nach Religions- und Rassenzugehörigkeit, Genozid, Konzentrationslager, Massenexekutionen begleitet wird, bedroht.  Deshalb verlangen wir von europäischen Ländern, die neue Koalitionsregierung Österreichs nicht anzuerkennen, damit sich der Holocaust des Zweiten Weltkrieges nicht wiederholt, sagte neben anderem Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowna

S a r a j e v o , 03.02.2000

Presseerklärung

Unterstützung der Initiative  von Dr. Haris Silajdzic - die Revision des Dayton-Abkommens

Die Initiative von Dr. Haris Silajdzic und die Revision des Dayton-Abkommens unterstützend, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina  zusammen mit ihren Sektionen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Italien, Südtirol und Frankreich eine Forderung an die Internationale Gemeinschaft gerichtet, das Dayton-Abkommen in jenen Punkten zu modifizieren, bei welchen bis jetzt das Funktionieren eines demokratischen Staates gestört war. Es ist notwendig, ein allgemeines und gleichberechtigtes Stimmrecht im gesamten Gebiet von Bosnien und Herzegowina wie auch eine Art des Verabschiedens von Entscheidungen in gemeinsamen Institutionen zu schaffen, betonte Fadila Memisevic, die Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Sie hob ebenfalls hervor, dass Paritäten und Konsens diesen Prozess dämmen. Da auch vier Jahre nach der Unterzeichnung des Dayton-Friedensabkommens die verabredeten Verpflichtungen nicht erfüllt werden, sind alle Bedingungen für seine Revision geschaffen worden. Das Verfassungsgesetz aus dem Jahre 1995, Artikel 1,2 befiehlt die Revitalisierung der Republik Bosnien und Herzegowina durch eine Annulierung des Friedensabkommens für Bosnien und Herzegowina, wenn die verabredeten Verpflichtungen nicht erfüllt werden.   


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 17.01.2000

Presseerklärung

Das Haager Urteil für das Massaker in Ahmici ist für die Verbrecher eine Strafe und für die Opfer eine Erleichterung

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst das Urteil des Haager Tribunals, bei dem Zoran, Mirjan und Vlatko Kupreskic, Drago Josipovic und Vladimir Santic zu sechs bis 25 Jahren wegen schrecklicher Verbrechen an Zivilisten im Dorf Ahmici bei Vitez verurteilt wurden. Allein das Geständnis der Haager Richter, dass das, was am 16.04.1993 in diesem Dorf geschehen ist, eine der fürchterlichsten Illustrationen der Unmenschlichkeit ist, stellt für die überlebenden Opfer und Mitglieder ihrer Familien eine Erleichterung dar.

Ohne Schuldgeständnis gibt es auch keine Genesung, und ohne Genesung gibt es auch keinen Frieden. Ein wahrer Frieden ist nur mit der Zufriedenstellung der Gerechtigkeit möglich. Im Fall von Ahmici wurde diese zufriedengestellt. Wir befinden, dass diese Verurteilung einen Schritt zur Bestrafung der Verantwortlichsten für die Aggression Kroatiens auf den unabhängigen Staat Bosnien und Herzegowina darstellt. Über diese Aggression hat die Gesellschaft für bedrohte Völker eine ausgiebige Dokumentation angefertigt, die im Juni 1999 an das Tribunal in Den Haag übergeben wurde, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 13.01.2000

Presseerklärung

Protest wegen der Ermordung einer bosniakischen Familie im Kosovo

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina appelliert an die KFOR-Truppen: Nimmt die Minderheit im Kosovo in Schutz

Mehr als ein Jahr wurden an den Kosovo-Albanern schreckliche Verbrechen begangen und die Gesellschaft für bedrohte Völker fertigte eine umfassende Dokumentation darüber an und benachrichtigte das Internationale  Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag wie auch die internationale und heimische  Öffentlichkeit. Es war unser Ziel, dass die Täter, die diese schrecklichen Verbrechen begangen hatten und meistens auch bekannt waren, bestraft werden, so dass die Gerechtigkeit zufriedengestellt wird und ein Frieden im Kosovo wiederhergestellt werden kann. Jedoch nehmen nach Erkenntnissen der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina die Kosovo-Albaner, die erst gestern selbst Opfer gewesen sind, nach ihrer Rückkehr nach Kosovo das Gesetz in die eigenen Hände und begehen persönliche Rache. Trotz des Aufrufes, die Minderheiten in Schutz zu nehmen, wurden vor Augen der KFOR über 150.000 Roma vom Kosovo vertrieben. Neben den Roma werden auch Bosniaken, die schon jahrelang im Kosovo leben, zu Opfern des extremen albanischen Nationalismus. Nach der Volkszählung aus 1991 lebten im Kosovo 57.408 Bosniaken, was 3,5 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Heute ist die Anzahl der Bosniaken durch Vertreibung, Einschüchterung und Terror beinahe halbiert. 

In Prizren wurde am 12.01.2000 eine ganze Familie im eigenen Haus getötet: Vater, Mutter - ca. 50 Jahre alt, ihre Tochter- 21 Jahre alt und die 70jährige Oma. Die Körper der Eltern und der Greisin wurden im Haus gefunden, während der Körper des Mädchens im Garten lag. Die Ermordung dieser Familie in einer Region, die durch Anstrengungen der europäischen Regierungen die Freiheit erlangt hat, ist ein schreckliches Verbrechen, welches bestraft werden muss, betonte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Von den KFOR-Mitgliedern fordern wir, die Mörder zu finden und zu verhaften wie auch die bedrohten Minderheiten im Kosovo in Schutz zu nehmen. Dies fordern wir auch vom Anführer der Kosovo-Albaner, Hasim Thaci.


Gesellschaft für bedrohte Völker 
Sektion Bosnien und Herzegowina

S a r a j e v o , 05.01.2000

Presseerklärung

Der Sieg der Opposition bedeutet eine Beendigung des systematischen Bemühens der Partei HDZ, den Staat Bosnien und Herzegowina politisch zu spalten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst den Sieg der Opposition an den Parlamentswahlen in Kroatien. Mit Recht erwarten wir, dass die neue Regierung das souveräne und unabhängige Bosnien und Herzegowina anerkennen und endlich auch das marionettenhafte Gebilde Herceg-Bosna, welches obwohl nirgends anerkannt in der Praxis und im politischen Leben noch immer funktioniert, auflösen wird, sagte Fadila Memisevic - Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Die Partei HDZ verstiess gegen die Verfassung Bosniens und Herzegowinas und führte  in der Herceg-Bosna das kroatische Recht, die kroatische Währung, kroatische Briefmarken und kroatische Schulbücher ein und festigte dort ein einzigartiges System der Apartheid gegenüber der nichtkroatischen Bevölkerung. Die grössten Opfer der HDZ-Politik sind Kroaten selbst, denn nun gibt es in Bosnien so wenige Kroaten wie noch nie bisher. Im Gegenzug wurde von einigen Tausenden Unglückseligen, die von Slowenien bis nach Australien emigriert sind, ein neues "kroatisches Gebiet" in der Einöde der Gemeinden Glamoc, Grahovo und Drvar geschaffen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina gibt ihre Hoffnung kund, dass die Siegerparteien die Rückkehr aller Vertriebenen ermöglichen und auf diese Weise die Entwicklung der demokratischen Prozesse und die Wiederherstellung einer multikulturellen Gemeinschaft auf dem gesamten Gebiet von Bosnien und Herzegowina ermöglichen werden.


Gesellschaft für bedrohte Völker
Bosnisch-herzegowinische Sektion

 S a r a j e v o, 29.12.1999

 Presseerklärung

Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina summiert die Lage der Menschenrechte in einem Bericht am Ende des Jahres 1999

Vier Jahre nach der Unterzeichnung des Dayton-Friedensabkommens  stellt die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina fest, daß die Initiatoren, die den Tod von über 200.000 bosnischen Zivilisten verursacht haben, belohnt worden sind.

Heute ist Bosnien de facto geteilt in drei ethnische Regionen, in denen es drei Armeen, drei Polizei- und drei Rechtssysteme gibt. Diese Teilung verhindert trotz der konstruktiven Bemühungen  der westlichen Institutionen ein Zusammenwachsen der Wirtschaft, größere Investitionen aus dem Ausland und unterstützt die Massenarbeitslosigkeit und Korruption, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina und betonte, daß die Tatsache, daß bis heute über 1,2 Millionen Flüchtlinge nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten, inakzeptabel wäre.

Dutzendtausende  bosnischer Flüchtlinge mußten nach Nordamerika  oder Australien emigrieren, da sie nicht in die Orte zurückkehren konnten, aus denen sie vertrieben worden sind.

Die Hauptverantwortlichen für Kriegsverbrechen in Bosnien und Herzegowina sind noch immer auf freiem Fuß. Die Internationale Gemeinschaft toleriert die Tatsache, daß einige Teile Bosniens und Herzegowinas noch immer unter Einfluß des politischen Systems Kroatiens  wie auch ein großer Teil Bosniens unter starkem Einfluß Serbiens stehen.

Die Entitätsverfassungen stehen nicht mit der Verfassung des Staates Bosnien und Herzegowina im Einklang, so daß die Gleichberechtigung  aller Völker auf dem gesamten Gebiet von Bosnien und Herzegowina  nicht gewährt ist.

Die Grundrechte wie Bewegungs-, Rede-, Medien-, Religions- und  Meinungsfreiheit werden in einigen Teilen Bosniens und Herzegowinas nicht eingehalten - dies vor allem in der Republika Srpska.

Das Schicksal  aller Vermißten konnte bis heute nicht aufgeklärt werden (20.000 Bosniaken, 2.000 Serben und 600 Kroaten). Die Institutionen der zentralen Regierung funktionieren nicht.

Es müssen jedoch auch die Erfolge, die die Internationale Gemeinschaft in dieser Zeitdauer verbuchen konnte, genannt werden: die Zentrale Bank, eine einheitliche Währung, einheitliche Autokennzeichen, Staatssymbole und Zollreformen. Die SFOR-Truppen sind schon seit vier Jahren bei der Friedenssicherung erfolgreich.

Alle diese Erfolge sind jedoch nur mit Hilfe von Gewalt zustande gekommen.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 23.12.1999

 Presseerklärung

Vorschlag des Gesetzes über Schadensersatz für Verleumdung und Beleidigung - inakzeptabel

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina befindet, daß der Vorschlag des Gesetzes für Schadensersatz für Verleumdung und Beleidigung eine ernste Gefahr für die Pressefreiheit darstellt und deshalb inakzeptabel ist. Die vorgesehenen Geldstrafen für Journalisten in Höhe von 2.000 bis 10.000 KM (=DM) und für Herausgeber in Höhe von 20.000 bis zu 100.000 KM sind in einer Zeit, in der  Journalisten und Herausgeber einen Kampf für das tägliche Überleben führen, unangemessen.

Wir setzen uns für die Meinungs- und Redefreiheit, die durch die Europäische Konvention über Menschenrechte mit den Artikeln 9 und 10 garantiert sind und sind gegen jede Art von Druck auf Journalisten, sagte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.

Mit Geldstrafen will man den Journalisten eine Autozensur aufzwingen, welche im Gegensatz zu den Grundpfeilern der demokratischen Gesellschaft, für die dieses Gesetz auch bestimmt ist, steht.  


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 21.Dezember 1999

  Presseerklärung  

Die Verhaftung des General Stanislav Galic stellt für Tausende der Opfer von Kriegsverbrechen Hoffnung dar, daß die Gerechtigkeit auf jeden Fall zufriedengestellt wird

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüßt die Aktion der SFOR-Truppen, bei welcher am Montag in den Morgenstunden der General Stanislav Galic, angeklagt für Beschuß, Tod durch Scharfschützenbeschuß, Verwundung und Terror an ziviler Bevölkerung Sarajevos, verhaftet wurde. Die Folgen seines Handelns während seiner 3,5jährigen Besatzung Sarajevos sind über 10.500 ermordete Zivilisten, unter ihnen 1.598 Kinder, und 60.000 Verwundete, unter welchen 14.919 Kinder. In der Stadt konnten durch die Folgen des Beschusses und der Wirkens von Scharfschützen über 1.600 Schwerinvalide registriert werden, unter welchen 340 Kinder.

Für all diese Opfer, für die Familienmitglieder der Ermordeten wie auch für alle Bewohner Sarajevos, die schrecklich unter dem Beschuß, den Scharfschützen und dem Aushungern  in der besetzten Stadt litten, stellt die Verhaftung des General Stanislav Galic eine Hoffnung dar, daß der Gerechtigkeit auf jeden Fall genüge getan wird, betonte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion

S a r a j e v o , 10.12.1999

Presseerklärung

Den Tag der Menschenrechte - 10. Dezember - kennzeichnend, setzt sich die GfbV - Bosnien und Herzegowina für eine Zukunft ohne Genozid und Massenvertreibungen ein  

Den Tag der Menschenrechte - 10. Dezember - kennzeichnend, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina daran, daß die Bilanz der Menschenrechtsverletzungen am Ende des Jahrhunderts erschreckend ist: Durch Kriege, Kriegsverbrechen und Genozid kamen in diesem Jahrhundert ca. 300 Millionen Menschen um. Man spricht kaum darüber, daß Opfer der Vertreibungen und des Völkermords ständig kleine Völker und Minderheiten waren -   Armenier, Kurden, Osttimoresen, Biafraner, Amozonen, Südsudaner, Afghanen, Sinti, Roma, Bosniaken.

Am Beispiel von Bosnien und Herzegowina aber auch von Ruanda haben die internationalen Institutionen, vor allem die Vereinten Nationen, ihre Unfähigkeit bewiesen. Die Konvention über das Verhindern und Bestrafen von Genozid wurde in diesen Ländern nicht angewendet.

Heute beschießt der russische Präsident Boris Jelzin tschetschenische Städte. Von den 800.000 Menschen der Gesamtbevölkerung Tschetscheniens sind 400.000 auf der Flucht. Humanitäre Hilfe kommt nicht an, da die russischen Truppen das gesamte Grenzgebiet unter ihrer Kontrolle halten. Durch Hunger und Kälte sterben täglich mehrere Hundert Zivilisten. Der Westen hat im Namen des Menschenrechtsschutzes  im Kosovo interveniert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina verlangt nun vom Westen, im Namen der gleichen Menschenrechte das Töten unschuldiger Zivilisten in Tschetschenien zu stoppen, damit das nächste Jahrtausend ohne Genozid und Massenvertreibungen beginnen könnte, sagte Fadila Memisevic, die Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.  


Gesellschaft für bedrohte Völker  
     Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 08.12.1999

  Presseerklärung

  Protest gegen den Verkauf von Hitlers Buch "Mein Kampf"

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina ist über das Erscheinen von Hitlers Buch "Mein Kampf" in Sarajevos Buchhandlungen  entsetzt und verbittert. Das Popularisieren von Hitlers nationalistischer Ideologie, durch die 50 Millionen Menschen grosses Leid erfuhren und sechs Millionen Juden und eine halbe Million Roma getötet wurden, in einem Land, in dem erst vor vier Jahren ein schrecklicher Völkermord im Namen solch einer Ideologie begangen und dabei mehr als 200.000 Zivilisten getötet und zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden, wovon 1,5 Millionen bis heute nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten, in einem Land, in dem man vier Jahre nach dem Fall der Enklave Srebrenica noch immer nach den 8.000 Vermissten sucht, deren Knochen im Namen dieser Ideologie umgegraben und zerstört werden, so dass die Identifikation sehr erschwert ist, bedeutet also das Popularisieren von Hitlers "Mein Kampf" hier so viel, wie selbst Verbrechen begehen, betonte Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina in ihrem Protest.

In den westlichen demokratischen Ländern und besonders in Deutschland ist der Verkauf dieses Buches durch das Gesetz verboten, das Verneinen des Holocaust wir mit Freiheitsentzug bestraft.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 30.11.1999

 

Presseerklärung

Gratulation an Wolfgang Petritsch und Robert Barry: Mit der Absetzung der 22 Funktionäre wurde die Möglichkeit der Wiederherstellung der Demokratie und der Versöhnung in Bosnien und Herzegowina eröffnet

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina begrüsst die Entscheidung des Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Wolfgang Petritsch und des Vorsitzenden der OSZE-Mission, Robert Barry, 22 Funktionäre, die auf verschiedene Art und Weise die Friedensprozesse behindert und aktiv gegen die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Häuser gearbeitet haben, abzusetzen. Obwohl diese Entscheidung mit bedeutender Verspätung kam, ist sie trotzdem eine Ermutigung und gibt neue Hoffnung, dass der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina wie auch der Vorsitzende der OSZE-Mission auch weiterhin ihre Befugnisse gegen jene nutzen werden, die beharrlich gegen Menschenrechte wie Rede-, Meinungs-, Medien- und Religionsfreiheit verstossen, sich dem Wiederaufbau der zerstörten religiösen Objekte widersetzen, durchzusetzen und in irgendeiner Weise die Rückkehr der mehr als einer Million Vertriebener und Umgesiedelter in die Orte, aus denen sie vertrieben worden sind, behindern wie auch besonders gegen jene, die eine Politik des Nationalhasses und der Intoleranz führen, betonte Fadila Memisevic, die Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 17.11.1999

  Presseerklärung

Durch das Geständnis der eigenen Schuld für die Tragödie in Srebrenica haben die UN den Opfern Erleichterung geboten, jedoch nicht auch die Gerechtigkeit zufriedengestellt

Wir fordern konkrete Verantwortung von Boutros Boutros - Ghali, Yasushi Akashi, Phillippe Morillon, Bernard Janvier, Tom Karemanns

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina ist der Meinung, dass der UN-Bericht und das Geständnis der eigenen Schuld für das grösste Verbrechen, das 50 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg an Zivilisten aus Srebrenica ausgeübt wurde, den überlebenden Opfern dieser Tragödie zwar Erleichterung jedoch nicht auch das Zufriedenstellen der Gerechtigkeit bringen wird. Das alleinige Zugestehen, welches nach vier langen Jahren des Tabuisierens, der Vertuschung und des Schweigens kam, wird nicht genügen, wenn nicht auch konkrete Schuldige bei den UN genannt werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina fordert von der UN-Generalversammlung, beim Erlassen dieses Berichtes neben dem eigenen Fehler auch konkrete Schuldige aus den UN-Reihen zu benennen, wie Boutros Ghali, Yasushi Akashi, Phillippe Morillon, Bernard Janvier, Tom Karemanns, sagte neben anderem Fadila Memisevic, Leiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina. Vom UN - Sicherheitsrat  fordern wir, endlich politischen Willen für das Verhaften von Karadzic und Mladic, die Hauptverantwortlichen für die Massenexekution der Zivilisten in Srebrenica, zu zeigen, damit der Gerechtigkeit endlich genüge getan wird.


Gesellschaft für bedrohte Völker  
Bosnisch-herzegowinische Sektion
 

S a r a j e v o , 12.11.1999

  Presseerklärung

Beendet den Krieg in Tschetschenien - ist das Motto der schweigenden Demonstrationen, die am 13.November 1999 in Sarajevo abgehalten werden

Die Bürger Bosniens und Herzegowinas, besonders der Städte wie Sarajevo, Srebrenica, Zepa, Gorazde und Bihac wissen am besten, was es heisst, in einer Belagerung zu leben und gleichzeitig unbarmherzig mit Panzergeschoss und verschiedener Artillerie  beschossen zu werden, obwohl alle diese Städte zu UN-Schutzzonen ernannt wurden. Der Westen hat schweigend die Vertreibung, das Morden, die Deportationen von Tausenden unschuldiger Zivilisten in Konzentrationslager betrachtet und rechtfertigte es damit, dass das, was in Bosnien geschieht, eine innere Angelegenheit ist. Das gleiche geschieht heute auch in Tschetschenien. Tausende von Zivilisten wurden bis jetzt getötet und vertrieben. Die grössten Opfer sind Frauen und Kinder. Und der Westen sagt wieder, dies wäre eine innere Angelegenheit Russlands, in die man sich nicht einmischen will. In Tschetschenien wird wie auch bei uns Völkermord begangen, und Völkermord kann keine innere Angelegenheit eines Staates sein.

Die Bürger Sarajevos haben eine Aktion des Unterschriftensammelns für die Petition unter dem Namen "Löst die Belagerung von Grozny auf", bei der mehr als 10.500 Unterschriften gesammelt wurden. Die Petition ist am 11.November 1999 dem russischen Botschafter in Sarajevo übergeben worden. Der Westen hat die Intervention im Kosovo mit dem Argument gerechtfertigt, dass Bosnien nicht mehr wiederholt werden darf. Bosnien wiederholt sich heute leider in Tschetschenien. Als Zeichen der Solidarität mit dem tschetschenischen Volk werden morgen vor der USA-Botschaft schweigende Demonstrationen unter dem Motto organisiert: "Beendet den Krieg in Tschetschenien". Die Demonstrationen beginnen um 10.00 h.